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Eishockey erfreut sich weltweit großer Beliebtheit, selbst in für den Sport eher ungeeigneten Ländern wie Südafrika jagt man den Puck über das Eis. Jahrelang galt die Serie von EA Sports als das Nonplusultra im Bereich Videospiele rund ums Hockey. Das war bis Visual Concepts (heute 2K Sports) mit ihrer 2K Reihe aufkreuzte. Waren die ersten beiden Teile auf dem Dreamcast noch etwas arm an Umfang, hat man mittlerweile ein absolutes Monstrum, das in Sachen Spielumfang und –Modi alles in den Schatten stellt. Neben den NHL Mannschaften gibt es natürlich auch Nationalteams.
Fangen wir als erstes bei den Spielmodi an. Das Spiel deckt natürlich die üblichen Optionen ab: Einzelspiel, Turnier, Saison und Franchise. Neben diesen Standardmodi bietet NHL 2K7 aber noch mehr, beispielsweise Pond Hockey. Hier spielt man auf einer Natureisfläche und das Feld ist rund 50% größer als das in der Liga. Dafür hat man aber nur 4 Spieler. Schnelle Breakaways sind da an der Tagesordnung. Findet man das Feld zu groß, kann man auch Mini Rink spielen, hierbei ist die Eisfläche geradezu winzig und man spielt 2 gegen 2. Verschiedene Trainingsmodi und ein Onlinemodus dürfen natürlich ebenso wenig fehlen.
Betritt man den Battle Mode, hat man zwei Optionen. Elimination ist ein Ausscheidungsturnier, nur wird das Spiel hier extrem Arcadelastig und schneller. Battle Mode ist eine Ansammlung verschiedenster Minispiele, die man allein oder mit bis zu 3 Mitspielern bestreiten kann. Man legt fest ob man 1-15 Spiele austrägt. Diese Spiele sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Zum Beispiel tritt man auf einem kleinen Feld an, 2 Mannschaften, 2 Spieler. Das Ziel ist es nun den Puck im eigenen Drittel zu halten. Für jede Sekunde die man das schafft, gibt es einen Punkt. In einem anderen Spiel muss immer abwechselnd ein Spieler versuchen durch einen Haufen Fässer zu brechen, die anderen 3 Spieler zu überwinden und innerhalb des Zeitlimits die Torlinie zu durchfahren. Insgesamt werden 15 dieser spaßigen Spiele geboten.
Franchise ist seit einigen Jahren bei Sportspielen ja sehr beliebt. Man übernimmt seine Mannschaft und führt sie durch die Jahre, versucht erfolgreich zu spielen, Talente aufzubauen und Rekorde aufzustellen. Ganz am Anfang wählt man hier erstmal seine Trainer und Scouts. Seinem Head Coach darf man sogar einen eigenen Namen verpassen. Im übersichtlichen Menü kann man dann das Team managen. Verträge wollen verlängert, Spieler verpflichtet oder Talente aus der Minor League geholt werden. Eine wichtige Sache ist auch die Chemie im Team. Verstehen sich die Spieler? Wie spielen sie zusammen? Je länger eine Reihe zusammenspielt, desto besser ist das Teamwork und sie vertrauen sich irgendwann blind. Es kann aber auch passieren, dass Spieler so gar nicht miteinander auskommen. Auch kann man die Spieler zum Training schicken oder ganz gezielt vorgeben, in welchem Bereich ein Spieler trainieren soll um seine Werte zu steigern. Auch kann man die Teamchemie in einem Scrimmage also einem Trainingsspiel steigern. Der Franchisemodus ist auf jeden Fall gelungen und sehr unterhaltsam. Ab und zu bekommt man Nachrichten, die nicht direkt angezeigt werden. Man muss sich entscheiden ob man sie annimmt oder ablehnt. Dahinter verbergen sich natürlich Meldungen die entweder positiv sind (Beispielweise meint der Besitzer das Spieler X mal die nächsten paar Spiele spielen sollte, dieser wird für diese Spiele stärker) oder negatives, z.B. dass sich zwei Spieler verkracht haben und die Teamchemie sinkt.
Leider darf man in Saison und Franchise nur mit den aktuellen NHL Teams spielen, nicht mit eigenen und auch nicht mit den Legendenmannschaften. Enttäuschend.
Der andere große Mittelpunkt des Spiels ist die Skybox. Betretet ihr diese, könnt ihr als erstes die Challenges ansehen, Statistiken über das benutzte Profil abrufen und All-Time Rekorde ansehen. Diese stammen erstmal aus der NHL Geschichte und man kann natürlich versuchen sie zu brechen. Durch einen Druck auf Links landet man im Game Room. Noch mehr Spiele? Man kann ja nie genug haben. So gibt es hier ein NHL Quiz und man kann Shuffleboard und Air Hockey spielen. Natürlich auch zu zweit oder sonst gegen die CPU. Weiter Rechts gibt es eine Statistik darüber, wie oft man den Stanley Cup geholt hat und da die Skybox riesig ist, kann man gleich noch mal Rechts drücken und landet bei den Unlockables. Für das Erreichen der Challenges, also z.B. mit einem Spieler 3 Tore in einem Spiel machen, zu Null spielen oder möglichst keine Strafen für Fouls erhalten, bekommt man Punkte. Auch für gewonnen Spiele, Turniere, Stanley Cups und anderes gibt es diese. Die kann man hier nun investieren. Fünf Regalwände gibt es. Darunter Trikots beispielsweise das 1943er Trikot der Red Wings, das Trikot der Original Senators von 1922 oder längst nicht mehr existenter Mannschaften wie die California Golden Seals oder die Toronto Arenas. Verschiedene All-Star Teams wie „USSR 80“ oder „Canada 2002“ kann man ebenso erkaufen wie historische Ligamannschaften z.B. die 1982er L.A. Kings oder die New Jersey Devils von 95. Logos alter Mannschaften (etwa die Winnipeg Jets) gibt es auch noch und sogar verschiedene witzige Spielfelder. So kann man in der Wüste Eishockey spielen, in einer Westernstadt oder es sieht so pixelig aus wie in einem 8-Bit Videospiel. Allein was man hier alles zum Freischalten hat ist unglaublich. Insgesamt sind es 124 Gegenstände!
Etwas versteckt unter Rosters kommt man dann zu den Editoren. Man kann sich die Mannschaften und Spieler ansehen, man kann Spieler von Verein zu Verein tauschen und natürlich sowohl eigene Spieler als auch Mannschaften erstellen. Letzteres ist ein wenig enttäuschend beim drum herum. Es gibt zwar 140 Logos zur Auswahl, wobei dort auch alle NHL Logos enthalten sind, aber die meisten Fantasiewappen sehen eher etwas peinlich aus. Auch der Stadioneditor hätte etwas umfangreicher sein können, was das Aussehen der Halle, Banden und des Jumbotrons betrifft.
Natürlich ist das Gameplay aber am wichtigsten. Was nützen 1000 Features wenn man das ganze Spiel nicht spielen kann? Hier kann man nur sagen, dass sich NHL 2K7 genau so spielt wie man es will. In den Grundeinstellungen und wenn man nur den Schwierigkeitsgrad ändert, hat man es mit einer Simulation zu tun und die ist sehr gelungen. Die Spieler verhalten sich realistisch, man kann ihnen aber „on the fly“ Anweisungen und Taktiken vorgeben die sie brav befolgen. Die anderen vier Spieler sind keine Statisten sondern verstehen was von Hockey. Geht man allerdings ins Setup, das man im Optionsmenü findet, sieht man viele Parameter, die man verstellen kann. Grundlegende Regeln wie die Größe des Feldes, Abseits, 2 Linien Pass oder Icing können ebenso eingestellt werden, wie die Frage ob man mit Auswechslungen spielen will. Das Gameplay ist aber eben auch beeinflussbar. Soll der Schiedsrichter nicht nur sichtbar sondern auch „echt“ sein? So dass der Puck und Spieler mit ihm kollidieren können? Sollen die Glasscheiben zerbrechen können oder wie oft sollen Schlägereien entstehen? Sowohl für Spieler als auch CPU können dann viele kleine Sachen wie die Stärke der Schüsse, Pässe, die Ermüdung, die Torhüterstärke und unzähliges anderes eingestellt werden. Ist man irgendwann zu gut für die CPU stellt man eben die Schussstärke des eigenen Teams nach unten und die Torwartstärke des Gegners nach oben und schon hat man wieder eine Herausforderung. Trotzdem muss hier negativ angemerkt werden, dass One-Timer einfach zu oft zu einem Tor führen können, während Slap- und Wristshots meist vom Torhüter gehalten werden. Was mir allerdings gefällt ist die Tatsache, dass es auch mal zu sehr kuriosen und einzigartigen Szenen kommen kann. So hab ich mit meinem Spieler in einem Spiel einen harten Slapshot ausgeführt, blieb allerdings zu lang auf der Taste und der Puck flog über das Tor und knallte an die Plexiglasscheibe. Von dort allerdings prallte sie nach vorne ab, flog auf den Rücken des Torwarts und ins Tor.
Die Steuerung des Spiels ist schlicht umfangreich. Man hat die Wahl zwischen 3 Stufen. Auf Classic kann man, wie es der Name schon sagt, mit praktisch 5 Tasten locker spielen. Auf der höchsten braucht man alle Tasten, wobei die vorderen R- und L-Tasten als Shifttasten fungieren um noch mehr Funktionen frei zuschalten. Der linke Analogstick dient zum steuern der Spieler, der Rechte für Spezialbewegungen und Ausweichmanöver und mit dem Steuerkreuz wählt man Taktiken und die Linien aus. Die Steuerungserklärung im Handbuch umfasst lockere 11 Seiten. Trotzdem ist die Lernkurve sehr gering und man wird nicht erschlagen. Wie gesagt, kann man eben auch ganz klassisch spielen. Drückt man im Spiel die R3 Taste, wird die Profisteuerung aktiviert. Dann erscheinen die Tastensymbole unter den Spielern und man kann ganz gezielte Pässe spielen. Mit einem Druck auf die L2 Taste und der Richtungsangabe kann man den Druck auf den gegnerischen Spieler erhöhen wenn dieser den Pass hat, dann werden sich sofort 2 Verteidiger um ihn kümmern.
Die Grafik des Spiels ist ganz OK. Aber mehr leider nicht. Zwar sehen die Animationen gut aus und es kommt nur ganz selten zu Clippingfehlern zwischen Puck und Schlägern, aber die Spieler könnten etwas mehr Details haben. Was wirklich furchtbar gruselig ist, sind Spieler mit langen Haaren, wenn diese ihren Helm unten haben (z.B. bei der Vorstellung der 3 Stars des Spiels), sieht man dass sie normale Kurzhaartexturen haben und dort wo der Helm abschließt einfach ein texturloses Bitmap klebt, das die „längeren Haare“ darstellen soll. Das Publikum besteht nur aus platten Pappfiguren mit 2 Animationsstufen. Zum Glück sieht man das allerhöchstens bei Zwischensequenzen. Auch Präsentationstechnisch hätte man mehr erwarten können. Sah man z.B. bei NFL 2K5 die Zuschauer ins Stadion stürmen während die Kommentatoren schon über das kommende Spiel berichten, hat man hier nicht mal einen richtigen Einzug der Spieler, mit Vorstellung der Starting 5 durch den Stadionsprecher. Das gab es noch bei NHL 2K2. Dafür fliegen bei einem Hattrick wenigstens die Hüte aufs Eis.
Nachdem Visual Concept die ESPN Lizenz verlor, wechselten auch die Sprecher an EA. Die neuen (Bob Cole und Harry Neil von CBC), sind etwas schlechter und es wird irgendwie nicht mehr so viel über die Mannschaften erzählt, außer das bei jedem Spiel am Anfang der gleiche Kommentar über die Heimmannschaft kommt, was sehr schnell nervt. Was ich allerdings ganz witzig finde sind die Fanmails. Die Kommentatoren lesen Nachrichten und Fragen der Fans vor und beantworten sie, so gibt es immerhin noch ein bisschen Trivia. Die Soundeffekte dagegen sind sehr gelungen und es klingt wirklich nach Hockey. Die Musik besteht aus lizenzierten Tracks von kleineren Bands die mir unbekannt sind. Das Ganze ist natürlich recht rockig gehalten. Natürlich fehlen auch die typischen Orgelstücke nicht und der Stadionsprecher ist ganz in Ordnung.
Negativ anzumerken sei noch der bei der 2K Reihe seit jeher immense Verbrauch auf der Memory Card. Man muss ein Profil speichern, den Roster, die Konfiguration. Das allein kann schon schnell auf 1,5 MB anwachsen. Spielt man dann noch eine Franchise schlägt diese zusätzlich mit etwa 2,5 MB zu. Am besten kauft man sich allein für dieses Spiel eine eigene Memory Card.
Auch wenn es mittlerweile NHL 2K8 gibt, für die Playstation 2 kann man sich auch diesen günstigeren Vorgänger kaufen, denn Unterschiede gibt es nur bei den Rostern. Ansonsten sind sie absolut identisch.
NHL 2K7 sollte man auch dem NHL Spiel von EA vorziehen. Das Gameplay ist einfach wesentlich besser und überzeugt durch mehr Einstellungsmöglichkeiten. Hinzu kommt die riesige Anzahl an Spielmodi und Minispielen sowie die ganzen Inhalte zum frei schalten, so das auch die Langzeitmotivation gegeben ist. Im Multiplayer macht es sowieso großen Spaß.
Publisher: 2K Sports Developer: 2K Sports Erscheinungsjahr: 2006 Erschienen für: Playstation 2, Xbox, Xbox 360 Anzahl Spieler: 1-8 bzw. Online 1-10 Schwierigkeitsgrad: Einstellbar
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 8/10 | 9/10 | | Gameplay | 9/10 | | Multiplayer | 9/10 |
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