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Der bislang letzte Teil von Konamis Kickerei erschien auf zahlreichen Systemen. PC, Xbox 360 und Playstation 3 bekamen überarbeitete Versionen, die nicht nur durch bessere Technik glänzten, sondern auch durch neue Features. Erstmals in dieser Serie ist es möglich, Schwalben zu machen. Auch die Abwehrmauer kann man auf bis zu zehn Spieler verstärken. Bei der Playstation 2 dagegen fehlen diese Dinge ebenso wie eine neue Grafik. Das Spiel sieht so aus wie die Vorgänger. Trotzdem sollte man diese Version kaufen wenn man die Qual der Wahl zwischen PC/Next-Gen oder PS2 hat.
Natürlich mag das merkwürdig klingen, hat aber eben seinen Grund: Denn scheinbar ist Konami diese Konsole nicht egal und sie wollten die Fans nicht abzocken. Während die Grafikgeilen Next-Gen Jünger so z.B. nur 15 Stadien haben, darf man auf der alten PS2 in 24 kicken, darunter englische wie die Anfield Road, deutsche wie das Westfalenstadion und natürlich einige japanische wie das Oita oder südamerikanische wie das Estadio Nacional in Chile.
Der andere Grund sind zwei exklusive neue Spielmodi. Da wäre zum einen der Community Mode. Maximal 16 Spieler kann man um seine Konsole platzieren. Jeder gibt seinen Namen ein, jeder wählt eine Mannschaft und dann kann man Ligen und Turniere veranstalten, sich gegenseitig herausfordern und das nicht nur in Spielen sondern z.B. auch im Elfmeterschießen. Alle Ergebnisse und Daten werden in einer Datenbank gespeichert und man kann sie miteinander vergleichen. Der andere Modus ist die World Tour. Man wählt seine National- oder Vereinsmannschaft und muss dann Missionen bestehen. Da kann z.B. die Forderung sein, dass man ein Spiel mit mindestens 2 Toren Unterschied gewinnt oder man während des Spiels nicht auswechseln darf. Es wird immer schwerer, wenn es dann z.B. plötzlich heißt man darf nie ins Abseits laufen oder man startet das Spiel mit Rückstand in Halbzeit Zwei und muss das Ganze noch zum Sieg umbiegen. Das ganze erinnert ein wenig an den Szenarionmodus von ISS Deluxe.
Die anderen altbekannten Spielmodi sind natürlich auch noch dabei. Freundschaftsspiel, Elfmeterschießen, Liga, Pokal, Training und der Meistermodus. Hier hat sich generell nur wenig geändert. Letzterer Modus erstrahlt in neuem Design und es kamen einige Features hinzu. Man startet wie gehabt mit seiner Mannschaft ganz unten und kämpft sich nach oben. Allerdings hat die Mannschaft jetzt eine Popularitätswertung. Spielt man erfolgreich und toll werden die eigenen Spieler bekannter – und schon stehen die Konkurrenzmannschaften an der Tür und grabschen gierig nach ihnen. Auf der anderen Seite hat man es als unbekanntes, unpopuläres Team richtig schwer bekannte Spieler zu verpflichten. Nach wie vor ist das der spaßigste Modus, was mich ein wenig stört ist die Werbung im Menü. Muss so was sein?
Ein Onlinemodus ist natürlich auch vorhanden, wobei dieser einen eher schlechten Eindruck hinterlässt. Von der Tatsache, dass die Logindaten nicht gespeichert werden, hin zu Lags, wirkt er sehr fehlerhaft und enttäuschend. An der Konsole selbst dürfen maximal 8 Spieler simultan gegeneinander in beiden Teams antreten.
Ist man so reich, dass man sich eine PSP leisten kann und dort ebenfalls noch mal PES 2008 besitzt, kann man beide Spiele miteinander verbinden und Teams hin- und hertauschen
Am eigentlichen Gameplay hat sich nicht wirklich was geändert. Es ist nach wie vor eine Simulation und die ist nach wie vor große Klasse. Gesteuert wird mit allen Tasten, das Handbuch ist dementsprechend umfangreich. Mit dem linken Analogstick oder dem Digikreuz wird gesteuert, der rechte Analogstick ist für Tricks, aber auch mit den Schultertasten werden Tricks ausgeführt. Zum Glück kann man die Tastenbelegung auch frei festlegen wie man sie will.
Von der lernfährigen KI ist auf der Playstation 2 allerdings nichts zu merken. Zwar sind die Gegner schon eine Herausforderung auf den höheren Schwierigkeitsgraden und die CPU spielt durchaus stark mit, aber sie macht oft die gleichen Fehler und verhält sich meist strikt nach einem Muster. Die eigenen Mitspieler sind auch nicht so intelligent. CPU-Gesteuerte Teamkollegen kann man in der Verteidigung nun Anweisungen geben, wenn sie am ballführenden Gegner stehen, machen sie eine Grätsche. In der Theorie mag das funktionieren, aber in der Praxis übernimmt man doch eh immer die Steuerung des ballnächsten Spielers. Der Schiedsrichter ist ein wenig zu realistisch ausgefallen. Dessen Leistungen schwanken zwischen Weltklasse und dem Mist, was die Schiedsrichter Woche für Woche in den Bundesligen zusammen pfeifen. Gerade bei Fouls ist es manchmal merkwürdig. Da wird selbst bei der kleinsten Berührung abgepfiffen und selbst wenn man den Ball wegkickt und der Gegner eben doch über den angreifenden Spieler fällt, gibt es die gelbe Karte. Ich habe es bislang auch noch nie in einem anderen Fußballspiel erlebt, dass mein Torhüter die rote Karte bekommt. Er stürmte raus, schnappte sich den Ball und ein gegnerischer Stürmer, der eh zu spät kam, fiel über diesen drüber. Foul, Elfmeter, Rot. Ich fand das schon etwas übertrieben.
Trotzdem macht das Spiel eben auch allein einfach Spaß und bei Siegen freut man sich nach wie vor darüber, vor allem wenn sie hart erkämpft sind.
Das umfangreiche Editierungsmenü ist auch vorhanden. Spieler, Mannschaften und Schuhe können erstellt und editiert werden. Da Konami immer noch ein kleines Lizenzproblem hat, ist das auch nötig. Lizenziert sind lediglich die 1. Ligen aus Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden. In der englischen Liga sind lediglich Newcastle United und Tottenham Hotspurs lizenziert, alle anderen Teams und Spieler haben Fantasienamen und dann gibt es noch eine größere Menge an lizenzierten Vereinen aus unterschiedlichen Ländern. Darunter Olympiacos, Celtic, Moskau oder River Plate. Die deutsche Liga fehlt komplett, lediglich der FC Bayern ist dabei. Allerdings gibt es 18 leere Vereine, hier kann man die Bundesliga nachbilden. Dank einer großen Community muss man sich die Mühe aber auch nicht machen. Es gibt auch für die PS2 ein Savegame mit dem man alle Vereine mit Originalspielern hat und die Vereine der 1. und 2. Bundesliga, was natürlich sehr viel zur Atmosphäre beiträgt. Dann gibt es noch fast 60 Nationalmannschaften, neben den großen wie Deutschland und Brasilien auch kleinere wie die Elfenbeinküste oder Togo. Des Weiteren gibt es noch 7 „Classic“ Nationalmannschaften.
Erspielte PES Punkte, durch Siege und Turniergewinne können im Shop für neue Features ausgegeben werden. Neue Jubelanimationen, merkwürdige Kostüme, die Möglichkeiten sich die Stadien genauer anzusehen stehen neben anderen zur Auswahl und sorgen für eine erhöhte Langzeitmotivation.
Grafisch sieht das Spiel nach wie vor gut aus, solange man auf dem Feld ist. Tatsächlich haben die Spieler ein paar neue Animationen spendiert bekommen und auch die Zwischensequenzen, wenn gefoulte Spieler am Boden rumrollen oder sich der Stürmer über eine vergebene Chance ärgert, sind sehr gelungen. Das Publikum dagegen sieht nach wie vor sehr pixelig und verwaschen aus. Musikalisch gibt es thematisch passende Fußballsongs aus verschiedenen Genres von Punk bis Elektro. Das klingt alles sehr gut. Die Soundeffekte im Spiel sind toll, das Publikum könnte aber nach wie vor ein wenig lebendiger wirken. Negativpunkt ist nach wie vor der Kommentar. In der deutschen Version kann man nur zwischen Deutsch und französisch (Dafür muss man aber auch komplett französische Texte in Kauf nehmen) wählen. Für Deutschland kommentieren nach wie vor Hansi Küpper und Wolff Fuss. Beide sind in der Realität sicher keine so schlechten Kommentatoren, hier aber nerven sie mit ihren immer gleichen Sprüchen gewaltig. Zumal die Sprüche auch oft völlig deplatziert sind. „Viel zu hoch, damit könnte er höchstens Vögel abschießen“, bei einem Schuss der knapp über die Latte flog oder „Ich leg mich fest, die Mannschaft hat gewonnen“, nachdem man das 2:0 in der 10. Spielminute erzielt hat, gehen Arm in Arm mit Ignoranz wie „Beide Trainer haben sich entschlossen keine Spieler auszuwechseln“, während die angezeigt wird, dass ich 3 neue Spieler im Team habe. Gerade wenn man sich z.B. die 2K Sportreihe ansieht und dort den genialen Kommentar hört, kann man sich nur fragen warum Konami das auch nach so vielen Jahren noch nicht zu Stande gebracht hat.
Die Playstation 2 Fassung von Pro Evolution Soccer 2008 ist auch trotz schlechterer Technik und dem misslungenen Onlinemodus die erste Wahl, wenn man gegen den Ball treten will. Neuerungen bei den Spielmodi, tolle neue Animationen und neue Stadien runden ein nach wie vor extrem starkes Gameplay ab. Definitiv ein Kaufgrund, vielleicht selbst dann, wenn man den Vorgänger schon besitzt.
Publisher: Konami Developer: Konami Erscheinungsjahr: 2007 Erschienen für: Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Playstation Portable, Nintendo DS, PC Anzahl Spieler: 1-16 (8 simultan) Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 6/10 | 9/10 | | Gameplay | 9,5/10 | | Multiplayer | 10/10 |
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