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Leon S. Kennedy kennen wir noch aus Resident Evil 2. Neu zur Polizei gekommen, wurde er da gleich in die Zombiehölle von Raccoon-City geschickt und nach den blutigen Abenteuern dort, hatte er auch schon wieder das Interesse an der Polizeiarbeit verloren. Ein etwas ungefährlicherer Job sollte es sein. So wurde er also Mitglied im Bodyguard Team des U.S.-Präsidenten. Pech nur, dass jener eine Tochter namens Ashley Graham hat, die natürlich prompt entführt wird. Sie soll in einem spanischen Dorf sein. Natürlich wird Leon dort hingeschickt, anfangs noch in Begleitung zweier spanischer Polizisten. Es wäre aber nicht Resident Evil, wenn man da nun einfach in das spanische Dorf spaziert, Ashley befreit und gemütlich gen Heimat zieht. Stattdessen macht man schnell Bekanntschaft mit einigen übelgelaunten Dorfbewohnern und einer merkwürdigen Sekte namens Los Illuminados, die einen Virus entwickelt haben. Es sind ja immer fiese Viren einer noch fieseren Sekte, mit einem wirklich fiesen Anführer… Anfangs hat man die Wahl zwischen zwei Schwierigkeitsgraden: Leicht und Normal. Auf Easy hat man von Anfang an die Pumpgun mit ein bisschen Munition und das Spiel ist auch etwas leichter, da zumeist weniger Gegner ankommen. So sind es beim Spielstart in der ersten Hütte nur 3 statt 4. Aber nicht nur das ändert sich, auch das Spiel an sich erlebt eine Veränderung. Spielabschnitte, wie später im großen Schloss ein Labyrinth, entfallen und auch einige größere Gegner tauchen nicht auf. Da man aber nach einmaligen Durchspielen den Schwierigkeitsgrad Professionell freischaltet, empfiehlt es sich anfangs tatsächlich den leichten Weg zu nehmen. So lernt man das Spiel kennen und später auf der höchsten Stufe erlebt man einige Überraschungen. Nebenbei passt sich das Spiel auch etwas dem Spieler an. Wenn man anfangs in bester Rambomanier durch das Dorf rennt und die Gegnermassen problemlos niedermetzelt, schaltet das Spiel einfach eine Stufe höher und schickt mehr Gegner. Nicht nur das sorgt für eine Herausforderung, auch die Munitionsarmut sorgt dafür, dass man ständig am Fluchen ist, wenn man mal wieder 4 statt 3 Kugeln für einen Dorfdepp verschwendet hat. Zwar hinterlassen Gegner oft Munition und man findet diese auch in Kisten oder Vogelnestern, die man von Bäumen schießt, aber gerade Dorfbewohner, die vom Virus befallen sind, sind sehr resistent. Von den zahlreichen Zwischengegnern ganz zu schweigen. Spätestens im Dorf fällt dann auf, dass Resident Evil 4 sich von den Vorgängern deutlich unterscheidet. Orte sind nicht mehr vorgerendert und nerven mit einer statischen Kameraperspektive. Stattdessen läuft jetzt alles in der 3rd Person ab und man kann mit dem rechten Analogstick die Kamera ein bisschen bewegen. Das Spiel ist außerdem deutlich actionlastiger geworden. Man hat es niemals mit nur einem Gegner zu tun, meist rufen sie nach Verstärkung und schon ist man von einer wilden Meute bestehend aus messerschwingenden Frauen, axtwerfenden Opas oder Typen, die Dynamitstangen werfen, umzingelt. Man kann sich nahen Gegnern zum Glück auch mit Tritten entledigen und neben den normalen Waffen hat man noch ein Messer. Am besten ist aber die Pumpgun, mit der man gleich 3-4 Gegner zu Boden befördert. Eine wirklich gelungene Änderung betrifft das Speichersystem. Frei speichern geht zwar immer noch nicht, dafür gibt es nun mehr Schreibmaschinen, die rumstehen und an diesen kann man jederzeit und so oft man will speichern. Die nervigen Farbbänder gibt es nämlich nicht mehr. Speichern kann man auch jederzeit am Kapitelende. So ist das ganze recht fair, weil man eigentlich alle 10-15 Minuten an einem Speicherpunkt ankommt. Meistens befinden sich diese bei der nächsten großen Neuerung: Dem Händler. Dieser öffnet seinen Mantel, der besser ausgestattet ist, als der von Jerry Steiner aus der Serie Parker Lewis. Gekauft wird mit Geld, das man entweder in Holzkisten findet oder das Leichen hinterlassen. Alternativ findet man auch hin und wieder Edelsteine oder anderen Schmuck, wobei man hier überlegen sollte, ob man ein grünes Katzenauge nun gleich verkaufen sollte oder warten, bis man ein Schmuckstück findet, in das man es einbauen kann. Dadurch erhöht sich der Verkaufswert. Gekauft werden können Waffen, eine Schatzkarte und ein größerer Koffer, der das Inventar darstellt. Das ist besonders wichtig, da die Waffen immer mehr Platz einnehmen. Jene kann man dann noch tunen, bezüglich Feuerkraft, Feuer- und Ladegeschwindigkeit oder Kapazität. Hat man dies auf maximal gebracht, kann man die Waffe noch personalisieren, das kostet verdammt viel Geld, macht die Waffen aber um ein vielfaches besser. Natürlich sind die besten Waffen nicht sofort frei geschaltet, je weiter man im Spiel vordringt, desto mehr gibt es. Nur Munition wird leider nicht verkauft. Ab und zu gibt es auch weiteres Equipment für Waffen, wie Schulterstützen oder Sniperscopes, die man anbauen kann. Waffen gibt es recht viele, von der Pistole über das MG zum Raketenwerfer ist alles vertreten, aber auch das Messer ist vor allem in einem Bosskampf eine starke Waffe. Um den Spaß noch zu erhöhen gibt es einige Granaten, nämlich Hand-, Blend- und Brenngranaten Letztere erzeugen ein Lagerfeuer. Hat man überhaupt keine Waffen mehr, kann man sogar gefundene Eier nach Gegnern werfen. Davon sterben sie zwar nicht, aber zumindest kippen sie um So richtig geht das Spiel eigentlich auch erst los, wenn man Ashley gefunden hat. Die klebt nun an der Seite von Leon und natürlich muss man dafür sorgen, dass sie nicht stirbt. Da sie scheinbar unfähig ist, eine Waffe zu benutzen, steht sie nur dumm rum. Man kann ihr aber zumindest befehlen, stehen zu bleiben oder man packt sie einfach in einen Müllcontainer. Da ist sie geschützt und man kann sich um die Gegner kümmern. Wer jetzt denkt, dass man also nur von Kampf zu Händler zu Kampf rennt, irrt sich. Ab und an gibt es einige Stellen an denen man den Spielverlauf beeinflussen kann. Schon direkt am Anfang trifft man auf einen Wolf, der in einer Bärenfalle steckt. Man kann ihn nun ignorieren, erschießen oder befreien. Macht man letzteres, wird er später noch mal hilfreich an Leons Seite stehen. Ansonsten lohnt sich aber doch Tierfeindlichkeit, zumindest die Raben sollte man beseitigen, denn diese hinterlassen immer recht viel Geld, Munition oder Granaten. Dann gibt es noch die so genannten Action-Sequenzen. Die laufen in bester Dragons Lair Manier ab. Man rennt einen Abhang hinunter und wird von einem großen Stein verfolgt, man muss eine Taste drücken, um zu rennen und dann in einem bestimmten Moment andere Tasten zu drücken, um auszuweichen. Ansonsten ist man tot. Diese Stellen kommen zwar recht plötzlich und man wird wohl beim ersten Mal sterben, aber da man praktisch unendlich oft alles neu starten kann, ist das kein Problem. Außerdem ist man ja noch auf Schatzsuche, zumindest lohnt es sich wirklich, jeden Ort, jedes Haus und jeden Baum nach Gegenständen abzusuchen. Aufgelockert wird das Ganze dann noch durch zahlreiche Zwischensequenzen. Diese sind größtenteils sehr schön gemacht. Die Story wird in diesen nur selten wirklich weitererzählt. Was hinter der Sekte und dem Virus steckt, erfährt man durch Briefe, die man einsammeln und lesen kann. Auffällig dabei ist trotzdem, dass Horror nicht mehr wirklich im Vordergrund steht. Größere Schockmomente gibt es kaum. Atmosphärisch kann das Spiel zwar überzeugen, aber für mich ist das mehr ein Actionspiel mit kleineren Horrorpassagen und nicht mehr ein Horrorspiel mit Actioneinlagen. Grafisch sieht das verdammt gut aus. Die Dörfer, Kirchen und Schlösser sind beeindruckend designed und überzeugen mit viel Liebe zum Detail. Auch die Dorfbewohner sehen gut aus, am besten natürlich dann, wenn man ihnen gerade mit der Schrottflinte den Kopf wegschießt. Musik gibt es nicht so viel zu hören, diese wird nur in größeren Kämpfen eingesetzt und hält sich dann auch dezent im Hintergrund, treibt die Action dennoch gut voran. Ansonsten wird natürlich genretypisch viel Wert auf Geräusche gelegt. Sprachausgabe gibt nicht, nur in den Zwischensequenzen. Die Dorfbewohner fluchen auf spanisch rum, ansonsten wird englisch gesprochen. Zum Glück hat man hier auf eine deutsche Synchro verzichtet, die wäre eh nur schlecht geworden. Dafür gibt es deutsche Texte und Untertitel, die Übersetzung ist hierbei ganz passabel. Resident Evil 4 hat mich persönlich sehr beeindruckt. Ich konnte bislang mit dieser Reihe eher wenig anfangen und habe da Silent Hill bevorzugt. Resident Evil 4 hab ich mir eigentlich nur gekauft, weil ich die Special Edition günstig bekam und ich Steelbooks mag. Einmal angefangen, war ich aber doch sehr positiv überrascht. Das Spiel macht riesigen Spaß, ist abwechslungsreich, bietet viele interessante Szenen und als ich das Spiel nur mal kurz anspielen wollte, sind tatsächlich fast 7 Stunden vergangen. Insofern kann ich das Spiel nur jedem empfehlen. Es ist genial. Die Playstationfassung enthält gegenüber der GC Fassung einige neue Waffen und Kleidungsstücke. Bei der Limited Edition ist noch ein weiterer Spielmodus freischaltbar, in dem man die Story aus der Sicht von Ada Wong erlebt. Publisher: Capcom Developer: Capcom Erscheinungsjahr: 2005 Erschienen für: Playstation 2, Gamecube, PC* Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar *Die PC Fassung soll im Herbst 2006 erscheinen, nach dem es nun schon einige Male verschoben wurde. Man darf noch gespannt sein, ob diese Portierung noch erscheint oder komplett gestrichen wird.
  | Grafik | 9,5/10 | | Spielspass | | Sound | 9,5/10 | 10/10 | | Gameplay | 9,5/10 |
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