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Die Legenden des Wrestling kommen in Videospielen meist ein wenig zu kurz. Erst vor ein paar Jahren fing man bei der WWE Smackdown Reihe damit an, den großen Stars der Vergangenheit zu huldigen, in dem man sie in die Spiele einbaute. Der Grund könnte wohl der Erfolg der Legends of Wrestling Reihe sein. Deren erster Teil erschien Ende 2001. Gerüchten zu folge deshalb, weil Acclaim nach der Schließung der ECW mit einem halbfertigen Wrestlingspiel rum saß und das Ganze nicht in die Mülltonne werfen wollte. Teil 1 war erfolgreich, von Kritikern aber zerrissen. Auch der Nachfolger kam nicht besser an. Bevor der dritte Teil in den Handel gelangte, sorgte er schon für Aufsehen. Der Ultimate Warrior kündigte zu dieser Zeit auf seiner Webseite an, dass er in den Ring zurückkehrt. Wo? Das wollte er eine Woche später verraten. Der Andrang war groß, das Gerede noch größer – selbst unter jenen, die dem Warrior nichts abgewinnen konnten. Der Tag kam und die Ankündigung auf der Seite – Der Ultimate Warrior ist stolz darauf mit Acclaim in den Ring zu steigen. Natürlich war das eine Enttäuschung für diejenigen, die hofften der Warrior würde in den realen Ring zurückkehren. Aber andererseits ist das in einem Videospiel doch gar nicht so schlecht, sein letzter Spieleauftritt lag immerhin schon fast 10 Jahre zurück (WWF In your House).
Der Roster des Spiels überzeugt erstmal durch schiere Größe. 73 Wrestler treten an bzw. an sich sind es 69 Wrestler, drei Manager (die aber auch in den Ring steigen dürfen) und ein Komiker. Letzterer ist Andy Kaufman, bekannt geworden durch einen Kampf gegen Jerry „The King“ Lawler. Gerade da kann man mal wieder die Feststellung machen: Wer ist eigentlich eine Legende? Würde man es realistisch sehen, gäbe es vielleicht 10 Wrestler weltweit, die wirklich Legenden sind. Man denke da an Hulk Hogan, Bruno Sammartino, Los Santos, Rikidozan oder Giant Baba. Letztere fehlen hier leider, das Spiel beschränkt sich sehr strikt auf die USA und bietet immerhin Sammartino. Natürlich sind auch einige WWF Fan Favourites dabei, neben Hogan und dem Warrior etwa Bret Hart, Roddy Piper, der Macho Man und Mr. Perfect. Gerade für Fans der WWF um etwa 1988-1992 rum dürfte der Roster absolut traumhaft sein. Aber auch einige NWA und Südstaatenstars wie Kerry von Erich, Dory & Terry Funk oder Steve Williams finden sich hier. Fragwürdig ist es trotzdem, warum man etwa einen Eddie Guerrero, einen Sabu oder eben Andy Kaufman einbauen muss. Wrestlinglegenden sind sie nicht, da wäre es besser gewesen, andere Bekanntheiten und Legenden früherer Tage wie Frank Gotch, Gorgous George oder Lou Thesz zu nehmen. Alle Wrestler haben 4 unterschiedliche Kampfanzüge. So tritt Sting in seinem Surfer Outfit an, aber auch als Crow Sting und später in der nWo Wolfpac Variante an. Als Austragungsorte hat man viele bekannte Arenen eingebaut. Der Madison Square Garden, Pontiac Silverdome, Cow Palace oder der Tokyo Dome sind nur ein paar wenige.
Auch bei den Spielmodi wird nicht gespart. Single, Tag-Team, 4 Way aber auch Specialmatches wie Cage, Table oder Ladder gibt es. Hinzu kommt natürlich die Battle Royal und Hardcore Matches. An Spielmodi gibt es neben dem Exhibition Match noch eine Art Scenariomodus und einen Titelmodus. Im Scenariomodus kämpft man epische Schlachten nach, wobei man meist an einem Schlüsselpunkt in der Mitte ins Spiel geworfen wird. So beispielsweise steuert man den Macho Man im Kampf gegen den Warrior bei Wrestlemania 7, nachdem dieser gerade 5x seinen Finisher zeigte und das ganze nicht zum Sieg führte. Im letzten Modus kämpft man sich durch die Jahrzehnte und muss den Championtitel erringen. Man startet in den 70ern und kämpft sich bis in die Neuzeit. Für mich eine Enttäuschung, denn der Karrieremodus des Vorgängers, wo man sich durch die einzelnen Territorien der USA kämpfen muss klang besser. Hier kämpft man einfach einen Kampf nach dem anderen und richtige Storylines gibt es nicht, sondern nur kurze Textkommentare, warum es zu dem Kampf kommt. Hübsch dagegen das man hier Bezug auf die einzelnen Aussehen der Wrestler wert legt. In den 70ern war Hogan noch unbekannt, Hulkamania gab es noch nicht. Er kämpft in seinem schwarzen Outfit. Erringt man den Titel, geht es in die 80er und man sieht den Hulkster im bekannten Rot-Gelben Outfit. In den 90ern heißt es dann New World Order. Mitunter werden dabei auch tatsächlich Kämpfe aus der Realität nachgestellt, in den 80ern kämpft man mit Hogan gegen King Kong Buny im Stahlkäfig – so wie es bei Wrestlemania 2 war.
Einen Create a Wrestler Modus gibt es ebenfalls. Man kann auch Frauen erstellen, obwohl weibliche Wrestler im Grundroster fehlen und man kann sogar die vorhandenen Wrestler kopieren und editieren. Natürlich ist der Modus keinesfalls so umfangreich wie der von Smackdown oder der Fire Pro Reihe. Aber zum Nachbauen einiger fehlender Wrestler wie etwa Ric Flair, Shawn Michaels oder dem Undertaker reicht es. Leider darf man für die selbsterstellen Wrestler nicht auch unterschiedliche Outfits machen. Eins muss hier reichen. Ein Steuerungstutorial, vorgetragen vom Hitman persönlich, gibt dann noch Aufschluss über die Steuerung.
Das Spiel präsentiert sich als Arcadewrestlingspiel. Es ist keine Simulation wie Fire Pro und die Wrestler ermüden auch nicht während des Kampfs wie bei den letzten Smackdownteilen. Stattdessen gibt es sogar wieder eine Energieleiste, die man leeren muss. Unter dieser Leiste ist eine zweite. Diese fühlt man durch gelungene Aktionen und Posieren. Erst wenn sie voll ist, darf man seinen Finishing Move ausführen.
Bis hierher klingt alles gut und toll und ich dachte auch „Warum so viel Kritik?“ Vom Inhalt und den Features her kann man jedenfalls nicht meckern. Außer vielleicht das es keine versteckten Inhalte zum frei spielen gibt.
Aber dann kommen die Matches und hier macht Showdown sehr schnell einen höchst unfertigen Eindruck. Schon bei den Einzügen kann es zu auffälligen Grafikfehlern kommen, wenn Kleidungsstücke wie etwa die Schulterpads der Road Warriors von Schnitt zu Schnitt erscheinen und verschwinden. Clippingfehler bei den Seilen oder wenn ein Wrestler einen besonders dicken wie etwa Abdullah the Butcher hochhebt haben ja alle Wrestlingspiele.
Auch im eigentlichen Match kommt es zu üblen Fehlern. Wrestler teleportieren sich von Ringseite zu Ringseite. Die Animationen für Griffe und Moves sind alles andere als fertig, so hebt Wrestler A Wrestler B hoch, nur um ihn dann abzusetzen und etwa einen Bulldog zu zeigen. Es sieht sehr merkwürdig aus. Die KI ist absolut stupide. Meist stehen die CPU Wrestler nur rum. Man kann in aller Seelenruhe auf den Ringpfosten klettern und einen Move zeigen. Manchmal rennen sie auch wirr zwischen den Seilen her oder rennen gleich gegen den Ringpfosten. Dafür sind sie sehr stark beim Kontern. Die Steuerung präsentiert sich auch eher träge. Sie ähnelt größtenteils jener von Smackdown. X führt Schläge und Tritte in Verbindung mit einer Richtungstaste aus. Die Kreistaste ist für Grapples zuständig und mit Quadrat wird geblockt. Allerdings reagiert sie nicht immer so wie sie soll. Gerade Käfigmatches sind eine absolute Qual. Man muss L1 drücken, dann die nach oben Taste. Steht man auf dem Käfigrand, muss man wieder L1 drücken und dann einen Balken mit wildem drücken auf die Quadrattaste leeren. Erst dann ist man aus dem Ring und hat gewonnen. Umständlicher könnte es kaum sein und der Gegner steht meistens schon vorher wieder auf. So gewinnt man die Matches meist nur, wenn man es schafft dass der Gegner auch hochklettert und dann am Gitter „fest friert“. Aber das ist wohl kaum Sinn der Sache. Man kann zwar die Matches spielen, weil die Bugs nun nicht in jedem Kampf auftreten, aber wenn sie auftreten nervt es einfach absolut.
Einen Mehrspielermodus gibt es auch. Mit 2 Multitaps können bis zu 8 Spieler ran, da eben auch maximal 8 Wrestler gleichzeitig im Ring sein können. Da hier dann unter Umständen die kaputte KI nicht nervt, macht so das Spiel am meisten Spaß.
Grafisch sieht das Spiel an sich sehr gut aus. Die Arenen sind hübsch nachgestaltet. Die Wrestler sehen sehr gut aus. Zwar sind sie alle sehr muskulös und sehen mehr nach Actionfiguren der 80er aus, aber irgendwie passt das gerade bei den hühnenhaften Comichelden wie Hulk Hogan, dem Warrior oder Superstar Billy Graham sehr gut. Sehr gut fand ich auch den Ring. Die Ringseile verhalten sich realistisch, selbst die kleinen Vorhängen an den Seiten sind nicht starr wie bei Smackdown sondern bewegen sich mit, wenn Wrestler gegen den Ring fliegen. Dafür trüben eben zahlreiche Clippingfehler und merkwürdige Animationen das Bild. Gerade die Bewegungen der Wrestler beim gehen könnten doch etwas realer aussehen. Musikalisch gibt es natürlich nicht die Originalthemes der Wrestler. Deren Rechte liegen größtenteils bei der WWE. Dafür gibt es Kopien die meist sehr gut (Hogan, Hart, Warrior) nach dem Original gehen oder zumindest brauchbar (Million Dollar Man) sind. Im Menü läuft noch Metal Heath von Quiet Riot. Die Soundeffekte sind in Ordnung, das Publikum könnte aber lauter sein und mehr Stimmung machen. Drei Kommentatoren hat man eingebaut. Tony Shiavone, Larry Zbysko und Bobby Heenan. Leider sind die Kommentare sehr langweilig, meist benennt Shiavone nur die Moves und es wird sich sehr oft wiederholt. Gerade bei Heenan, der früher so genial war, hätte man mehr erwarten können.
Showdown: Legends of Wrestling merkt man wie schon erwähnt an, das es wohl nicht wirklich eine Testphase vor der Veröffentlichung mitgemacht hat und das ist schade, denn das Spiel hat riesiges Potential durch den Roster, die Matcharten, die ganzen Arenen und man merkt, das sich die Programmierer dort sehr viel Mühe gaben. Aber die ganzen Bugs und Grafikfehler trüben das Gesamtbild und ziehen den Spielspaß ebenso wie die schlechte KI nach unten.
Publisher: Acclaim Developer: Acclaim Erscheinungsjahr: 2004 Erschienen für: Playstation, Xbox Anzahl Spieler: 1-8 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 6/10 | 5/10 | | Gameplay | 5/10 |
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