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Mal was anderes machen und aus dem Trott ausbrechen. Manchmal muss das einfach sein, ehe die Arbeit anfängt zu langweilen. 2005 befanden sich auch Creative Assembly in dieser Situation. Während diese Mitte der 90er hauptsächlich Konvertierungen für EA übernahmen (z.B. die PC Fassung von Fifa), sorgten sie im neuen Jahrtausend mit ihrer Total War Reihe für Aufsehen. Mit Spartan: Total Warrior ließen sie das Rundenstrategiegenre mal hinter sich und wandten sich der Action zu.
Die Handlung ist schnell erzählt: Als Spartaner schlachtet man sich durch die Gegend. Zuerst geht es gegen Römer, dann gegen Barbaren, dann geht’s Richtung Fantasy mit Skeletten, Hydren, Zombies und Zauberfirlefanz. Man lässt kaum was aus und natürlich hat der spätestens seit 300 zum Superstar gewordene König Leonidas auch seinen Auftritt. Mehr Geschichte gibt es nicht, der Held hat nicht mal einen Namen, sondern wird einfach von allen nur Spartan gerufen. Sehr einfallslos und natürlich ist unser Spartaner auch nicht irgendjemand, sondern eine tragische Figur, ausgesetzt als Kind, zum Krieger ausgebildet. Naja, man hat das ja schon tausendfach so gehört.
Story beiseite, auf ins Gemetzel. Auch wenn im Handbuch davon gefaselt wird, dass Taktik und überlegtes Vorgehen gefragt sind, weil man mit blindem Tastengedrücke nicht weit kommt, ist auch das ziemlicher Unsinn. In der ersten Mission belagern die Römer Sparta. Es kommen Unmengen an Römern über die Mauern und sie wollen sterben. Unterstützt wird man von anderen Spartanern, die schneller fallen als man sein Schwert zücken kann, so liegt es mal wieder einzig und allein am Spieler. Hat man die ersten 200 Römer geplättet, wollen die Spartaner mit Bomben die Belagerungstürme sprengen, ab jetzt gilt es, den Bombenträger zu beschützen und die Bomben zu zünden. Die Mission ist auch danach noch nicht vorbei, denn die Römer sind nicht dumm und probieren es an einer anderen Stelle. Hier gilt es König Leonidas und ein Tor zu beschützen. Stirbt Leonidas oder kommen die Römer durch das Tor, hat man verloren und muss neu starten. Danach geht es dann weiter und die Römer schicken einen riesigen Bronzesoldaten ins Feld, mit seinen 20 Metern ist er ein Fall für 3 Katapulte die man zünden muss. Nebenbei muss man noch Öl auf Römer kippen die ein weiteres Tor durchbrechen wollen und gleichzeitig muss man den Mechanismus der das Öl auskippt vor Angreifern bewachen. Spätestens hier hetzt man nur noch gestresst durch die Gegend und darf sich nicht wundern, wenn die Mission plötzlich gescheitert ist. Der Schwierigkeitsgrad ist relativ hoch und es kommen extrem viele Gegner. In manchen Missionen erledigt man bis zu 500 Gegner. Selbst Serious Sam sieht dagegen mächtig alt aus. Immerhin bleiben die Missionen abwechslungsreich. Man soll ein Römerlager infiltrieren, hier muss man tatsächlich so ein bisschen schleichen, dann gilt es Barbarendörfer nieder zu brennen und zwischendrin hat man es immer wieder mit bösen Zwischengegnern zu tun.
Nach jedem abgeschlossenen Akt, kriegt man eine bestimmte Anzahl Punkte, die man auf drei Fertigkeiten legen darf, wodurch man mehr Schaden macht oder mehr Leben hat. So steigt man auch auf und wird z.B. vom Kämpfer zum Held, was eine neue schönere Ausrüstung zur Folge hat. Gefallenen Zwischengegnern nimmt man Waffen ab. Im ersten Teil das Schild der Medusa, mit dem man Gegner in Stein verwandeln kann oder zwei Schwerter, mit denen man durch die Gegner pflügen kann. Diese magischen Waffen erfordern natürlich Mana welches von toten Feinden hinterlassen wird oder man betet an einem Schrein, an diesen kann man auch sein Leben auffüllen.
In Sachen Abwechslungsreichtum, Gegnervielfalt und vor allem Menge kann das Spiel absolut überzeugen. Auch der Gewaltgrad ist schön hoch, ähnlich wie im Film 300 werden Szenen in Zeitlupe gezeigt und man sich das Gemetzel aus nächster Szene ansehen und es sieht schon sehr genial aus, wenn der Held einen Gegner aufspießt und dann vom Schwert kickt. Zwischendrin gilt es dann noch Kisten zu plündern. Neben Munition für den Bogen findet man Schriftrollen von Archimedes mit denen man Konzeptzeichnungen freischaltet und Gegenstände welche einen Kampfbonus geben. Aber es ist nicht alles so schön an diesem Spiel.
Zwischen gut und schlecht befindet sich die Steuerung. Wirklich klasse ist die umfangreiche Steuerung, man hat viele Schlagvarianten und kann schöne Comboattacken starten. Negativ dagegen fällt die Kamera auf. Weder ist diese fest vorgeben noch bleibt sie hinter der Spielfigur, sondern sie ist frei steuerbar mit dem rechten Analogstick, was aber auch zur Folge hat, dass die Perspektive manchmal nicht gut ist und man immer wieder nachregulieren muss. Besonders in großen Schlachten nervt das extrem. Auch die Steuerung der Sekundärwaffe ist eher schlecht. Die Zweitwaffe ist ein Bogen und man zielt ebenfalls mit dem rechten Analogstick, aber so wirklich mag das nicht funktionieren. Meist ist einfach zu viel los und man steuert 20 Gegner an, ehe man endlich mal das Explosivfass im Visier hat. Das hätte man auf jeden Fall besser machen können.
Eine wirkliche Katastrophe ist der gesamte technische Bereich. Die Grafik sieht nach einem Playstation 2 Spiel der ersten Generation aus. Im Spiel selbst stört das nicht weiter, wer kann sich bei 200 Gegnern schon auf die Texturen an einer Hütte konzentrieren? Aber in den Zwischensequenzen fallen die eckigen und undetaillierten Figuren doch recht negativ auf. Schlimm ist auch die Musik. Eher elektronisch klingend und meist mit einem Stampfrythmus ausgestattet, passt sie absolut gar nicht in diese griechische Fantasywelt. Auch die Sprachausgabe ist eher zum Gruseln. Recht weit am Anfang schließt sich eine Kämpferin an, die englisch mit russischem Akzent spricht und eher an die Frau von Ivan Drago aus Rocky IV klingt. Andere Sprecher haben fieses britisches Englisch und wenn man alle 10 Sekunden den gleichen Satz hört, weil das eine Aufgabe ist, man aber eben eine Minute braucht um diese zu lösen, stört das nur noch. Recht gut sind dagegen die Soundeffekte. Trotzdem verwundert gerade die schlechte Musik, denn in der Total War Reihe war diese doch recht gut.
Neben den Konzeptzeichnungen gibt es als Bonus noch einen Arena Modus, wo man gegen immer stärker werdende Gegner(wellen) antritt. Auch für diesen Modus kann man im Spiel neue Arenen oder Boni wie Mitkämpfer freischalten.
Spartan: Total Warrior ist insgesamt aber einfach eine Enttäuschung, denn auch das Gemetzel kann eben nicht über diese negativen Punkte hinwegtäuschen und gerade der Schwierigkeitsgrad nervt an einigen Stellen extrem. So ist der Kampf gegen die Hydra sehr frustrierend, weil man auch anfangs nicht mal weiß, wie man dieses Vieh bekämpfen muss. Will man also in die griechische Mythologie abtauchen und dabei noch massig Gegner zu Hackfleisch verarbeiten, sind die beiden God of War Teile die erste Wahl. Hat man danach immer noch Lust, kann man sich Spartan: Total Warrior ansehen, allerdings eben nicht mit all zu hohen Erwartungen.
Publisher: Sega Developer: Creative Assembly Erscheinungsjahr: 2005 Erschienen für: PS2 Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 7/10 | | Gameplay | 6,5/10 |
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