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Ein neues Jahr, ein neuer Smackdowntitel und mal wieder die Frage, was es alles Neues gibt und was verschlimmbessert wurde. Smackdown vs. Raw 2007 ist der erste Smackdowntitel, der nicht nur exklusiv für die Playstation bzw. PSP erscheint, sondern auch einen Auftritt auf der XBox 360 absolviert. Die Unterschiede zwischen der PS2 und der XBox 360 Fassung sind dabei nur marginal. Bessere Grafik ist ja klar, ansonsten kann man in der Next-Gen Version bei jeder Matchart in den neuen Publikumsbereich gehen und im Create-a-Wrestler Modus kann man doppelt so viele Layer verwenden. Das ist aber auch schon alles.
Am wichtigsten bei so einem Spiel ist natürlich der Roster. Die Welt der WWE ist schnelllebig und so ändert sich innerhalb eines Jahres ein großer Teil der aktiven Wrestler. Wie immer ist aber auch Smackdown vs. Raw 2007 nicht aktuell. So ist Kurt Angle der stärkste Wrestler im Spiel, während er in der Realität schon seit einiger Zeit bei der Konkurrenzliga TNA aktiv ist. Auch andere Wrestler wie Paul Burchill gibt es hier noch und einige haben veraltete Kostüme oder alte Themes. Aber daran ist man ja mittlerweile gewöhnt und speziell bei Paul Burchill finde ich das sogar ganz gut, der lustige Pirat verschwand viel zu schnell aus der WWE. Legenden gibt es natürlich auch wieder. Dieses Mal 16 Stück: Hulk Hogan, Mr. Perfect, Dusty Rhodes, Mankind, Cactus Jack, Dude Love, Bret Hart, Jim Neidhart, Steve Austin, The Rock, Rowdy Roddy Piper, Bam Bam Bigelow, Shane McMahon, Tazz, Jerry Lawler und Eddie Guerrero. Insgesamt eine doch eher fragwürdige Auswahl - denn wo sind Leute wie Shane McMahon oder Eddie Guerrero Legenden? Bam Bam Bigelow und Jim Neidhart scheinen in letzter Sekunde in das Spiel geworfen worden zu sein, denn sie haben weder ein Entrance Theme noch ein Video. Auch der Overkill mit Mick Foley ist extrem, da er auch noch mal im regulären Roster ist, hat man ihn 4x im Spiel und das ist doch zu viel, auch wenn Mankind, Cactus Jack und Dude Love durchaus Kultpotential haben.
Auch bei den Matcharten hat sich einiges getan, aber leider zum negativen. Als neue Matchart hat man das Money in the Bank Match. Das ist praktisch ein Leitermatch mit 6 Wrestlern, bei dem man einen Koffer erobern muss. Der Modus gestaltet sich auch dank der neuen Steuerung beim Leitermatch als sehr kompliziert und dank der 6 Wrestler ist das vor allem gegen die CPU das reinste Chaos. Rausgeflogen sind dafür eine ganze Menge anderer Matcharten wie 3 Stages of Hell, Fullfil your Fantasy und der Sloberknocker Modus. Warum und wieso weiß wohl keiner. Es gibt so viele Matcharten beim Wrestling, dass man doch nicht welche rausnehmen muss, um sie vielleicht im nächsten Jahr als Neuerung präsentieren zu können. Bei den Arenen ist es das gleiche. Hier hat man wieder alle PPV- und Showarenen. Neu hinzugekommen ist Saturday’s Night Main Event und rausgeflogen ist dafür Wrestlemania IX und auch sonst gibt es weder eine Classic Arena noch den Legends Cage. Insgesamt ist das ganze Spiel bis dahin also eher eine kleine Enttäuschung verglichen mit dem letzten Jahr.
Neu und stark verbessert wurden dafür die anderen Modi. Der Create-a-Wrestler Modus ist nun wesentlich übersichtlicher und selbst erstellte Wrestler sehen nun auch etwas besser aus. Schade nur, dass neben einigen neuen Sachen und der Möglichkeit dem Wrestler fiese Narben zu verpassen auch einige Sachen rausgeflogen sind. Die stärkste Verbesserung erlebte der Create-a-Entrance Modus. Den Einzug des Wrestlers kann man nun on the fly editieren, während man sich also z.B. einen Pyroeffekt aussucht, läuft nebenher der jeweilige Teil des Entrance und man sieht so direkt die Auswirkungen. Man hat nun auch die Möglichkeit selbst zu steuern, wann die Pyroeffekte los gehen und wann z.B. das Namensschild eingeblendet wird. Auch der Create-a-Belt Modus wurde verändert. So hat man nun die Möglichkeit, auch die in der WWE derzeit so angesagten und furchtbar lächerlichen Spinner Belts zu kreieren und man kann nun auf jeden Layer Diamanten kleben. Schade ist nur nach wie vor, dass man gezwungen ist, eine Namensplakette anzubringen. Bei der Erstellung von Tag Teams bzw. Stables kann man nun wählen, ob es ein richtiges Team ist oder doch eher nur eine Zweckgemeinschaft, letztere bedeutet, dass Teampartner nicht immer zur Hilfe eilen, wenn man sie ruft und man auch getrennte Entrances hat.
Der General Manager Modus war eine Neuerung des letzten Jahres und wurde dieses Jahr noch mal verbessert. Vor Spielstart kann man auswählen, welche Gesinnung der jeweilige Wrestler hat, also Face (Gut) oder Heel (Böse), neu ist auch die Möglichkeit Storylines zu starten, die man sich von Schreibern kauft, wobei hier negativ auffällt, dass man nicht beliebige Wrestler in eine Storyline stecken kann. Wer also hofft seinen selbst erstellten Wrestler durch eine gute Geschichte mit Triple H zu pushen, kann das vergessen. Generell wird aber auch nicht gesagt, welche Wrestler denn nun zusammen eine Story haben dürfen, hier ist ausprobieren angesagt. Der größte Negativpunkt an diesem Modus besteht nach wie vor noch: Man darf nicht den Gewinner auswählen. Dadurch ist man praktisch gezwungen jedes Match zu spielen, wenn man einen bestimmten Sieger haben will, weil die Simulation sehr wirre Ergebnisse ausspuckt. So verliert der Undertaker mal eben 5 Matches und ist dann natürlich sehr sauer.
Der größte und nach wie vor wichtigste Punkt ist der Season Modus, in dem man eine Karriere mit einem Wrestler startet und dadurch in erster Linie das Geld verdient, um sich im WWE Shop allerlei neue Dinge zu kaufen. Auffällig ist hier sofort ein weiterer negativer Punkt, man kann nicht mit einem beliebigen Wrestler diesen Modus starten, sondern es steht nur eine Auswahl zur Verfügung. Das gilt auch bei den Legenden, denn hier ist lediglich Roddy Piper verfügbar. Schade und ziemlich ärgerlich. Als erstes kommt man in den neuen Locker Room, den man natürlich wieder frei einrichten und designen kann. Neu hin zu gekommen sind Voice- und Text Messages der Wrestler und General Manager, die sich bei einer laufenden Story immer mal wieder melden. Auch gibt es nun das WWE Magazin, wo über die Story berichtet wird, mit Interviews und allem was dazu gehört. Hier hat man sich also mal wieder ein wenig ins Zeug gelegt, denn die Storylines werden dadurch wesentlich interessanter. Leider gibt es nach wie vor keine individuellen Storylines für einen Wrestler, stattdessen hat man einfach einen Haufen Stories die per Zufall ausgewählt werden. Diese laufen sehr linear ab, nur ganz selten hat man mal eine Auswahl und das meistens nur dann, wenn man Champion ist. Dann darf man sich mal einen Gegner oder eine Matchart auswählen. Meistens ist man der viel umjubelte Held oder Underdog. So ein richtig gemeiner Bösewicht darf man nicht sein. Genauso, wie es nach wie vor immer nur um den World Champion Titel geht, auf die anderen kriegt man meistens nicht mal eine Chance. Insgesamt ist der Seasonmodus zwar beim ersten mal durchspielen sehr interessant und abwechslungsreich, aber man merkt eben das es hier noch sehr viel Raum für Verbesserungen gibt. Wichtig ist der Modus eben zum Geld verdienen, für neue Gegenstände für den Locker Room oder zumindest die 3 alternativen Attires für drei Wrestler. Die Legenden kauft man sich auch frei, allerdings muss man sie vorher erst verdienen, in dem man im Seasonmodus bei bestimmten PPVs einen Sieg davonträgt. Das sorgt zumindest für Langzeitmotivation, denn das Geld hat man praktisch schon nach einer halben Season verdient.
Nach dem ganzen Vorgeplänkel geht es aber nun endlich in den Ring. Hier warten die richtig guten Verbesserungen. Die Steuerung wurde komplett überarbeitet und bedient sich nun hauptsächlich der beiden Analogsticks. Im ersten Moment ist diese Steuerung sehr ungewohnt, aber nach 2-3 Matches hat man sie im Griff und man freut sich über die ganzen neuen Möglichkeiten. Es gibt jetzt als Neuerung einen ultmativen Move, bei dem man frei bestimmen kann wie er endet. Der Undertaker hebt z.B. seinen Gegner wie zu einer Powerbomb hoch, man kann nun auswählen ob er ihn einfach zur Seite wirft oder doch eine Powerbomb macht. Man kann so nun Gegner problemlos aus dem Ring werfen oder noch viel fieser: Vom Dach des Hell in a Cell-Käfigs. Die Matches laufen nun auch wesentlich flüssiger, weil man verschiedene Kontermoves aneinander setzen kann und es nicht immer nur den gleichen Kontermove gibt. In der Arena gibt es nun diverse so genannte Hot Spots, zu denen man den Gegner hinziehen muss und dann wird eine Aktion eingeleitet. Man kann seinen Kopf an der Ringtreppe platt klopfen oder seinen Arm am Ringpfosten bearbeiten. Auch beim Kommentatorenpult sind nun mehrere Aktionen möglich, den Gegner mit einem Kabel würgen oder ihn einfach durch den Tisch befördern. Nördlich von diesen Tischen ist eine komplett neue Area, hier liegen Stühle, Tische und Mülltonnen rum, es gibt ein Geländer von dem aus man Aktionen machen kann und man kann sogar mit den Fans interagieren, sobald sie Plakate hochhalten. Ganz überarbeitet wurde das Leitermatch. Hier reicht es nicht mehr, die Leiter hoch zu klettern und sich an den Gürtel zu klammern. Man muss auf der Leiter stehen und per Analogstick nach dem Gürtel greifen, dann den Stick bewegen, bis man den richtigen Punkt gefunden hat, an dem man den Stick gedrückt halten muss, dadurch leert sich ein Balken und erst wenn dieser komplett leer ist, hat man gewonnen. Das Match wird dadurch wesentlich spannender, weil so jeder noch eine Chance auf den Titel hat. Man kann auch mit den Leitern noch Aktionen machen und z.B. eine Leiter aufstellen, eine zweite dagegen lehnen und diese als eine Art Startrampe für besonders riskante Aktionen benutzen.
Es fällt auch sehr deutlich auf, dass die Matches nun wesentlich realistischer wurden. Langsamer und endlich bleiben die Gegner auch länger auf dem Boden liegen, wenn sie angeschlagen sind. Dass sie sofort wieder nach einem Finisher aufspringen, gibt es zum Glück nicht mehr.
Online kann man sich natürlich auch wieder prügeln. Wobei die Lobby wegfiel und die Performance ist immer noch alles andere als gut. Wahrscheinlich um etwas dagegen zu machen, hat Yukes eine Begrenzung bei den CAWs eingeführt, diese dürfen nicht zu viele Layer haben, sonst dürfen sie nicht antreten.
Kommen wir nun noch zu den Bugs, denn leider ist kein Smackdownspiel komplett ohne sie. Am nervigsten sind die Ansager, die Wrestler nicht ansagen oder bei einem Tag Team nur einen beim Namen nennen. Genauso machen auch die Kommentatoren viele Fehler, reden von Wrestlern, die gar nicht im Match sind oder bezeichnen Finisher falsch. Das alles nervt schon ziemlich, weil es einfach Fehler sind, die man locker vermeiden kann. Natürlich gibt es auch wieder Grafikfehler und im Seasonmodus kann es passieren, dass Texte so gar nicht stimmen. Gröbere Bugs scheinen zum Glück zumindest bei der PS2 Fassung zu fehlen.
Grafisch bietet das Spiel wenig neues, die PS2 ist einfach am Ende und so sieht es fast wie der Vorgänger aus. Vor allem die Championtitel wirken eher wie ein Spielzeug. Der Sound ist in Orndung. Die Soundeffekte sind gelungen, nun grunzen die Wrestler auch rum wenn sie getroffen werden. Das Publikum ist glücklicherweise um einiges lauter und geht nun wesentlich besser ab. Beim Pin zählen sie sogar mit. Die Kommentatoren sind dagegen mal wieder die reinste Enttäuschung. Die meisten Sprüche übernahm man aus den Vorgängern, jeden Satz wird man mindestens 3x pro Match hören (Lieblingssatz der Kommentatoren, sowohl bei Raw, als auch bei Smackdown: „This ain’t Ballet you know“) und sie sind meistens auch völlig veraltet, so reden sie immer noch davon, dass der Undertaker seit 14 Jahren in der WWE ist, obwohl es mittlerweile ja 16 sind. Die Menümusik ist dann auch noch eine absolute Katastrophe. So viele schlechte Songs auf einem Haufen hab ich noch nie gehört.
WWE Smackdown vs. Raw 2007…ist es gut oder schlecht? Tatsächlich wird man mal wieder mit vielen kleinen Bugs und Dingen konfrontiert, die so nicht hätten sein müssen. Warum darf man bei einer normalen Battle Royale immer noch nicht den Ring verlassen? Warum wird man disqualifiziert, wenn man den Gegner auf einen normalen Tisch legt, es aber kein Problem ist, wenn man den Gegner mit einem Move durch die Kommentatorentische befördert? Auf der anderen Seite macht das Spiel einfach Spaß, selbst gegen die CPU kann man tolle Matches bestreiten und vor allem im Multiplayermodus macht es riesigen Spaß. Schlechter als der Vorgänger ist es auf keinen Fall, trotzdem ist es kein riesiger Hit. Da man aber zumindest die PS 2 Fassung sehr günstig erwerben kann, lohnt sich der Kauf schon.
Publisher: THQ Developer: Yukes Erscheinungsjahr: 2006 Erschienen für: PS 2, XBox 360 Anzahl Spieler: 1-6 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 7/10 | | Gameplay | 9/10 | | Multiplayer | 8/10 |
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