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Schwertkämpfe richtig zu simulieren, ist eine Kunst an der auch heute noch viele Videospiele scheitern. Mitte der 90er kam Bushido Blade heraus und versuchte diesen Missstand zu beseitigen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Beat ’em Ups wird auf Realismus Wert gelegt. Es gibt keine Energieanzeige, kein Zeitlimit und man kämpft solange, bis einer der Protagonisten tödlich getroffen wird. Dies kann nach 10 Sekunden oder 10 Minuten der Fall sein, je nachdem, wie gut die Spieler sind. Man kann auch gezielt Körperstellen angreifen und den Gegner so langsam nach und nach kampfunfähig machen. Greift man immer die Beine an, kann er irgendwann nicht mehr richtig stehen, bei den Armen geht das soweit, dass nur noch ein Arm einsetzbar ist und man so wesentlich geschwächt ist. Blut fließt auch einiges, das Spiel will eben möglichst Real sein. Auch die Kampfwelt ist nicht auf eine kleine enge Arena limitiert , sondern stellt eine recht große Welt dar, in der man sich nahezu frei bewegen kann. Eine weitere Neuerung im Einzelspielermodus ist die Einbindung des japanischen Ehrencodes Bushido. So darf man den Gegner nicht angreifen, bevor er nicht bereit für den Kampf ist oder man darf ihn nicht hinterrücks attackieren. Diese Regeln werden recht streng im Spiel umgesetzt und verstößt man gegen sie, kann man das Spiel nicht mehr richtig beenden. Neben dem Storymode, der eine arg dünne Geschichte erzählt (Man spielt einen Abtrünnigen, der aus einem Geheimbund geflohen ist und muss einen Fluchtweg finden, wobei man immer wieder von feindlichen Geheimbündlern gestellt wird), gibt es noch den typischen Zwei Spieler Modus, einen Trainingsmodus und den so genannten Slash Mode. In diesem muss man insgesamt 100 Gegner besiegen, ohne selbst zu sterben. Ein weiteres Novum der damaligen Zeit war wohl auch der POV-Mode, hierbei kann man aus der Ego-Perspektive spielen. Mit dem Link Mode der Playstation kann man das sogar im Zwei Spieler Modus aktivieren. Insgesamt stehen 6 Charaktere zur Auswahl, die sich alle sehr unterscheiden. Die Kampfstärke ist aber nicht nur vom Charakter abhängig, sondern auch von der gewählten Waffe. Insgesamt gibt es 8 Waffen, vom Katana über das Rapier bis hin zum Vorschlaghammer. Diese verfügen nicht nur über eine unterschiedliche Reichweite und Durchschlagskraft, sondern sind eben auch abhängig vom gewählten Kämpfer unterschiedlich effektiv, so kann z.B. nicht jeder gut mit dem großen, schweren Vorschlaghammer kämpfen. Neben der Primär- verfügt auch jeder noch über eine Sekundär-Waffe. Die Steuerung mag am Anfang erstmal umständlich erscheinen. Es gibt mehrere verschiedene Kampfstellungen, die alle Vor- und Nachteile haben. Erst durch die Verlagerung des Schwerpunktes kann man auch verschiedene Special Moves ausführen. Um das Ganze richtig zu beherrschen sollte man bei Spielstart auf jeden Fall erstmal den Trainingsmodus auswählen und einen Blick ins Handbuch werfen. Grafisch präsentiert sich Bushido Blade nur durchschnittlich. Die Spielwelt ist recht arm an Texturen und generell ist alles sehr eckig. Auch die Kämpfer sind recht eckig, aber dafür besser detailliert, was vor allem auffällt, wenn man mehrere Kämpfe hintereinander bestreitet und die Figur immer mehr Verbände am Körper hat. Auch gibt es kleinere Effekte, falls man in ein Schlammloch fällt und dreckig ist, geht man danach in Wasser und man wird langsam wieder sauber. Die Musik ist nicht wirklich toll, aber dafür sind die Soundeffekte bei den Schwerkämpfen sehr gut und realistisch. Bushido Blade ist insgesamt ein sehr außergewöhnliches Schwertkampfspiel, das eine gute Abwechslung zu den normalen Beat ’em Ups bietet. Technisch ist das ganze zwar nur recht durchschnittlich, aber das Gameplay ist wirklich gut. In Deutschland ist Bushido Blade indiziert, was wohl vor allem am Realismus und dem bisschen Blut liegt. Nachvollziehen kann ich das nicht wirklich. Publisher: Squaresoft Developer: Lightweight Erscheinungsjahr: 1997 Erschienen für: Playstation Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Mittel

| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 |
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