|
Klonoa: Door to Phantomile ist ein weiteres geniales Spiel, das lediglich in Japan Erfolg hatte, während es im Rest der Welt trotz unglaublich hoher Wertungen unterging. Einer der Gründe mag wohl der extreme Niedlichkeitsfaktor sein und die damit verbundene Tatsache, dass 90% aller Spieler scheinbar dachten, es wäre eher ein Spiel für Kinder. Das liegt wohl vor allem an der Hauptfigur. Klonoa ist mal wieder ein tierischer Vertreter, auch wenn man sich darüber streiten kann, was es eigentlich ist. Es sieht irgendwie aus wie eine Mischung aus Katze und Hund auf zwei Beinen mit langen Ohren (mit einer Pac-Man Mütze…)
Storytechnisch gibt es mal wieder die „Böse Kreatur bedroht alles und jeden“ - Masche. Immerhin gab man sich die Mühe eine komplette Welt zu erfinden. Diese heißt Phantomile und ist wohl so etwas wie eine Traumwelt, bestehend aus 5 Orten wie Breezegale, the Wind Village, in der auch Klonoa lebt. Dieser erlebt einen Traum wo er ein Luftschiff abstürzen sieht, was eines Tages auch tatsächlich passiert und so macht sich dieses komische Etwas daran aufzuklären, was dieser Absturz bedeutet.
Genretechnisch ist Klonoa ein Vertreter der 2D Jump n’ Runs im 3D Gewand, man denke an Nights into Dreams oder Crash Bandicoot. Allerdings macht Klonoa wesentlich stärkeren Gebrauch von der 3D Welt als die genannten Spiele. So stößt man des Öfteren auf sammelbare Gegenstände, die im Hintergrund hängen und von der Plattform, auf der man steht, unerreichbar wäre. In so einem Fall greift man sich einfach einen der zahlreichen Gegner und wirft ihn in diese Richtung und erhält den Gegenstand. Gegner sind also nicht nur dazu da, um beseitigt zu werden, sondern auch eine große Hilfe. Hält man einen Gegner in der Hand, kann man ihn auf Gegenstände werfen um sie zu erhalten oder auf andere Feinde, um sie zu beseitigen. Dritte Möglichkeit ist es, sie als eine Art Trampolin zu verwenden und so durch einen Doppelsprung auf höhere Plattformen zu kommen. Das Leveldesign hebt sich auch von den anderen Spielen ab, wo man meist von rechts nach links rennt. In Phantomile gibt es viele Abzweigungen und Wege die man erforschen kann. Viele Türen laden dazu ein, Räume zu betreten und ab und an ist man auch auf Fahrzeugen unterwegs. Es wird für einiges an Abwechslung gesorgt und so ist das Spiel auch nach 2 Stunden noch nicht langweilig. Natürlich dürfen auch die üblichen Endgegner nicht fehlen, der erste lässt sich beispielsweise nur besiegen indem man die anderen Kreaturen, die um ihn rumlaufen einsammelt und sie auf seinen Rücken wirft. Meist wird der „Weak Spot“, also die Stelle wo man dem Endgegner Schaden zufügen kann durch ein Blinken angezeigt, es ist also nicht sonderlich schwer.
Generell ist der Schwierigkeitsgrad nicht all zu hoch, auch wenn es einige fiese Gegner gibt, die Schilder tragen oder auf dem Boden rumrollen und in dieser Zeit unzerstörbar sind. Diese Kreaturen sind ähnlich undefinierbar wie Klonoa selbst. Auch hat Klonoa nicht viele Moves, die Steuerung umfasst ganz genau zwei Tasten. Mit einer feuert man irgendwas weiteres undefinierbares (das sich Air Bullet nennt) auf Gegner oder sammelt sie eben ein, mit der anderen Taste springt man. Bleibt man auf der Sprungtaste, flattert er dank seiner langen Ohren noch ein wenig in der Luft, was sehr hilfreich ist um Feinden auszuweichen.
Grafisch sieht das Spiel sehr gut aus. Die 3D Welt bewegt sich flüssig und das, obwohl meist sehr viel auf dem Bildschirm los ist da der Hintergrund nicht statisch ist, sondern da Wege mit Gegnern verlaufen, die man später auch betreten muss. Die Figuren sind alle sehr nett animiert. Zwischendrin gibt es Sequenzen, die entweder in der Spielgrafik enthalten sind oder CGI. Allerdings ist das Spiel eben sehr auf niedlich getrimmt und so ist alles sehr bunt. Die Musik ist relativ unscheinbar, mich persönlich hat sie nicht gestört aber natürlich ist auch sie sehr auf niedlich getrimmt. Soundeffekte sind gut gelungen und ein wenig Sprachausgabe gibt es auch. Das ganze ist wohl auch wieder eine Fantasiesprache, erinnert aber etwas an japanisch. Natürlich gibt es Untertitel.
Klonoa: Door to Phantomile ist ein Spiel, das eigentlich Klassikerstatus auf der Playstation haben müsste. Es ist ein extrem gelungenes und unterhaltsames Spiel, müsste man etwas kritisieren, dann wäre das neben dem hohen Niedlichkeitsfaktor nur die Tatsache, dass durch die Perspektive und die Kamera, die sich öfter mal ändert einige Sprünge etwas schwer werden. Aber sonst ist das ein Spiel, das man einfach besitzen muss.
Publisher: Namco Developer: Namco Erscheinungsjahr: 1997 Erschienen für: Playstation Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel
 
| Grafik | 9/10 | | Spielspass | | Sound | 8,5/10 | 9/10 | | Gameplay | 9/10 |
Im Forum kommentieren |