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In Japan gibt es ja eine Vielzahl seltsamer Spiele. Mal sind sie besonders ausgefallen, interessant oder einfach merkwürdig. Alle drei Punkte treffen ohne weiteres auf LSD zu und dabei ist dieses Programm an sich nicht mal wirklich ein Spiel, sondern wohl eher ein ausgefallenes Experiment. Hergestellt wurde es bei Asmik. Einer der Programmierer dort hat über 10 Jahre lang ein Traumtagebuch geführt und sich wohl gedacht dass man aus wirren Träumen etwas machen kann. LSD trägt deshalb auch den Untertitel Dream Emulator. Zusätzlich erschienen noch ein Buch und eine CD, die sich auch um diese Träume drehen.
Eine Handlung gibt es nicht, ein Spielziel ebensowenig und eigentlich kann man auch kaum etwas machen. Man startet im Menü und landet kurz darauf in einem Haus. Man kann sich bewegen und nach oben und unten schauen. Man bewegt sich durch das Haus auf eine Tür zu und plötzlich wird der Bildschirm weiß und man steht an einem völlig anderen Ort. Welcher, das ist Zufall, denn das Spiel generiert praktisch immer etwas Neues. Das kann dann eine japanische Stadt sein oder ein Spielzeugland oder einfach mal nur eine Wiese mit einem Fluss. Klingt langweilig? Dann reden wir mal Klartext: LSD ist ziemlich das abgefahrenste, schrägste und verstörenste, was mir jemals untergekommen ist. Selbst ein Silent Hill ist nicht so merkwürdig wie dieses Programm. Da hat man schräge Farbkombinationen wie ein grüner Himmel, ein blitzender Fluss und eine rot glühende Sonne vor der ein Astronaut schwebt oder dunkle Tunnel, die scheinbar nie enden wollen oder eine düstere Stadt mit Fußstatuen, wo merkwürdige geisterhafte Gestalten rumschweben oder ein Spielzeugschloss, in dem König und Königin tanzen. Man begegnet auch schon mal einem Pferd, das einfach so durch die Gegend trabt oder zwei Sumoringern, die plötzlich in einem Blitz verschwinden.
Jeder Traum dauert 10 Minuten, er kann allerdings auch früher enden, wenn man beispielsweise eine Klippe runter fällt oder man auf den Anzugträger stößt. Dieser löscht die Träume. Nach dem der Traum beendet ist, sieht man eine Grafik, wo der Traum ausgewertet wird. Dann landet man wieder im Menü, der einzige Unterschied ist nun, dass dort Tag 2 steht und man einen weiteren Traum starten kann. Jedes Mal, wenn man einen neuen Traum startet verändert sich die Welt. Je länger man sich in der Traumwelt aufhält, desto abgedrehter und düsterer werden die Texturen und Räume. Obwohl es immer noch die gleichen Grundlandschaften sind, kann man z.B. in einem altbekannten Gebäude plötzlich auf ein riesiges Auge an der Wand treffen von dem man angestarrt wird oder man rennt über einen Boden, der vorher mal aus Stein war und nun mit Bildern von Frauen bedeckt ist. Auch kann es passieren, dass z.B. die japanische Stadt, die man zuvor bei Tageslicht besuchte nun in völliger Dunkelheit steht, weil es Nacht ist – und wenn man dann dort auf ein Wesen trifft dem plötzlich der Kopf herunterfällt ist das schon fast gruselig. Der betreffende Entwickler muss wirklich einen fiesen Albtraum nach dem anderen gehabt haben.
Grafisch gibt sich das Programm dabei sehr schlicht. Grobe Polygone, sehr oft ist alles untexturiert und eben eher simpel gehalten. Hierbei ist das allerdings kein Nachteil, es trägt eher zu dieser surrealistischen Gesamtstimmung bei. Zwischendrin gibt es noch kurze, verwirrende FMVs. Musikalisch geht es auch schlicht zu. Im Prinzip gibt es nur ein elektronisches Stück, das allerdings in verschiedenen Tonlagen abgespielt werden kann.
LSD ist kein Spiel, sondern ein Erlebnis das auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Leider ist es eben nur in Japan erschienen und selbst dort relativ selten zu finden und wenn, dann kostet es natürlich einiges. Will man aber eben mal etwas völlig anderes, merkwürdiges erleben sollte man danach Ausschau halten.
Publisher: Asmik Developer: Asmik Erscheinungsjahr: 1998 Erschienen für: Playstation Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Nicht vorhanden
 
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