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Als die Playstation und der Saturn ankamen, erstaunten sie erstmal die ganze Welt mit ihrer Grafik. 32 Bit Konsolen gab es schon vorher, man denke an das 3DO oder den Jaguar, allerdings konnten diese Konsolen bei weitem nicht mit solch einer grafischen Pracht aufwarten. Dass sich die Playstation im späteren Wettkampf durchsetzte, wird unter anderem auch auf das Spieleangebot zurückgeführt, wo Sonys grauer Kasten eben mit vielen Konvertierungen von Arcadehits angeben konnte. Der größte Arcadehit war Ridge Racer, entwickelt von Namco. Es war sofort ein Hit.
Und aus heutiger Sicht? Da kann man dem Spiel, wie so vielen Playstationspielen aus den Anfangstagen, kein gutes Zeugnis mehr geben. Es hat einen Bart. Das Problem ist in erster Linie die Spielhallenherkunft. Dort stört es niemanden, wenn das Spiel nicht sonderlich umfangreich ist. Zuhause und besonders mit der Tatsache, dass jenes Spiel damals 120 DM gekostet hat, fällt es aber auf.
Geboten werden 3 Strecken und eigentlich ist es nur ein einziger Stadtkurs in 3 Schwierigkeitsgraden. Beginner und Mid-Level enthalten die gleiche Strecke, bei letzterem sind nur die 11 CPU Gegner etwas schneller unterwegs. Auf High-Level wird dann lediglich ein weiterer Streckenabschnitt hinzugefügt. Das Ganze ist schon reichlich enttäuschend. Wenn es doch wenigstens drei unterschiedliche Kurse wären… Hat man die drei Strecken erfolgreich durch, wird der Rückwärtsmodus frei geschaltet. Man fährt alle Strecken noch mal andersrum. Und dann gibt es noch einen Zeitfahrmodus auf der gleichen Strecke, gegen ein Auto und auch dieses ist eben schneller.
Dreizehn Fahrzeuge gibt es, allerdings nicht vom Start weg, die meisten muss man erst freispielen. Sie unterscheiden sich nicht nur in Form und Farbe sondern auch durch unterschiedliche Werte wie Bremsen und Beschleunigen. Das beste Auto ist der schwarze Lamborghini, den gibt es aber erst ganz am Ende.
Da das Spiel aus der Spielhalle kommt, ist es natürlich alles andere als eine Simulation. Die Autos steuern sich sehr leicht über die Straße und die Bremse benötigt man im Prinzip nur zum Driften, denn nur damit kommt man wirklich durch die engen Kurven. An der Steuerung gibt es kaum etwas auszusetzen und deshalb ist sie eigentlich auch in allen Nachfolgern genauso.
Grafisch war das Spiel damals eine Sensation, heute lacht man wohl darüber. Viele Texturblitzer und Grafikfehler, Gebäude kommen mit einem starken Pop-Up Effekt daher und die Fahrzeuge sind auch relativ undetailliert und bewegen sich sehr merkwürdig über die Strecke. Ridge Racer Type 4 liegt ja eine Extra CD mit der Hi-Spec Version des Spiels bei, die sieht wesentlich besser aus. Aber gut, für 1995 war das eben was Tolles. Die Musik ist nervigstes Technogedudel und die Soundeffekte auch nicht der Rede wert, sie klingen unrealistisch.
Ridge Racer ist ein Spiel, an dem der Zahn der Zeit furchtbar genagt hat. Nicht nur technisch, sondern auch wegen des mangelnden Umfangs ist es vielleicht noch mal geeignet zum rauskramen und um 5 Minuten in der „guten alten Zeit“ zu schwelgen. Aber mehr irgendwie nicht, denn gerade Teil 4 ist einfach um Welten besser und bietet auch einen Zwei Spieler Modus, den man hier schmerzlich vermisst.
Publisher: Namco Developer: Namco Erscheinungsjahr: 1995 Erschienen für: Playstation, Arcade Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 6/10 | 5,5/10 | | Gameplay | 7/10 |
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