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Harry Mason ist Schriftsteller und seit einiger Zeit Witwer, mit seiner Adoptivtochter Cheryl will er mal Urlaub machen und hält Silent Hill wohl für den richtigen Ort. Aber schon auf der Fahrt in diese Stadt geschehen merkwürdige Dinge. Überholt werden sie von einem Polizisten auf einem Motorrad, nur um dieses Bike einen Moment später verlassen neben der Strasse liegend zu finden. Kurz darauf steht plötzlich eine Frau mitten auf der Strasse. Im letzten Moment versucht Harry auszuweichen, aber das Auto überschlägt sich und er wird ohnmächtig. Wieder zu sich gekommen, stellt er fest dass seine Tochter verschwunden ist. In Silent Hill versucht er sie zu finden, aber diese Stadt ist alles andere als normal.
Bislang waren Survival Horrorspiele ja meistens gleich. Es geht gegen Zombies oder Dämonen in einer düsteren Welt, wo der größte Horror aus den Schockmomenten besteht, wenn diese Monster unerwartet aus einer dunklen Ecke springen. Konami hatte mit Silent Hill da etwas ganz anderes vor. Nicht nur der kurze Schockmoment sollte die Spieler gruseln, sondern das gesamte Spiel sollte so unheimlich wie möglich erscheinen und beim Spieler die Angst vor dem weiterspielen auslösen. Trotzdem wurde natürlich nicht ganz auf Schockmomente, wie plötzlich aus einem Schrank heraus fallende Leichenteile, verzichtet.
Die Stadt selbst wirkt dabei anfangs nicht wirklich unheimlich. In Sachen Nebel hat man eine starke Konkurrenz zu London, man sieht nicht weiter als 2 Meter und zusätzlich schneit es Asche vom Himmel. Schemenhaft erscheint plötzlich Cheryl und man läuft zu ihr hin, aber sie rennt davon und vom dichten Nebel umgeben findet man sich in einer kleinen Gasse. Hier ist der Nebel nicht so dicht, dafür wird es plötzlich dunkel. Hört man da nicht auch eine Sirene? Man läuft den engen Weg entlang bis man plötzlich vor einigen Leichenteilen steht und am Zaun ein gehäuteter Körper hängt, das war wohl mal ein Mensch. Noch bevor man diese ganzen Szenen überhaupt verarbeiten kann, tauchen plötzlich 2 Monster mit langen Krallen auf und da man unbewaffnet ist, sieht man nur wie Harry wehrlos zu Boden sinkt. Man möchte meinen, dass damit das Spiel auch schon wieder vorbei ist, tatsächlich geht es aber jetzt erst so richtig los, wenn man Harry in einem Cafe wieder sieht und er in Gesellschaft der Polizistin Cybill Bennett ist. Nach einem Gespräch, bei dem man auch erfährt, dass die Stadt scheinbar komplett verlassen ist, erhält man von ihr eine Pistole. Am Tisch liegt ein Radio das scheinbar kaputt ist, aber plötzlich Geräusche von sich gibt als man zur Tür raus will. Plötzlich wird eine Fensterscheibe eingeschlagen und noch eine zweite, durch die eine fliegende Kreatur in das Cafe eindringt. Silent Hill ist also nicht gänzlich unbewohnt, aber diesen Bewohnern möchte man eigentlich nicht begegnen.
Atmosphärisch ist die Silent Hill-Reihe ganz klar die beste im gesamten Horrorbereich. Der dichte Nebel, bei dem man nie weiß, was sich nun dahinter verbirgt, ist sehr stark. Aber auch in den Gebäuden, in denen der Nebel fehlt und man dafür meistens in der Dunkelheit umherirrt, passen da gut rein. Die größte Stärke des Spiels ist eindeutig der Sound. Die Musik und die Soundeffekte wirken bizarr und erinnern schon fast an den Filmsoundtrack von Suspiria, erzeugt wird dadurch ein unbehagliches Gefühl. Verstärkt wird das durch das Rauschen des Radios, das immer dann losgeht, wenn sich ein Monster in der Nähe befindet. Richtig heftig wird die Musik in der Paralelwelt, der düsteren und dreckigen Seite von Silent Hill, wo die Strasse aus Gittern besteht und alles verrostet und blutig ist.
Eine besondere Stärke von Silent Hill ist auch der Realismus bei der Hauptfigur. Kein Soldat, kein Superheld, sondern ein einfacher Mensch, der von Kämpfen keine Ahnung hat und deshalb auch öfter mal vorbei schießt. Die Kämpfe mit den Monstern gestallten sich dadurch sehr herausfordernd, vor allem wenn es mehrere sind, was zwar selten vorkommt, aber eine große Gefahr für das eigene Überleben darstellt. Die Monster sind bizarr. Eben keine langweiligen Zombies oder Dämonen, sondern Gestalten die tatsächlich aus einem fiesen Albtraum stammen könnten.
Waffen findet man natürlich einige: Pistolen, Gewehre aber manchmal muss auch ein einfaches Messer oder ein Stahlrohr herhalten, denn die Munition ist sehr begrenzt und dank Harrys eher bescheidenen Fähigkeiten verschwendet man sehr viel davon.
Nicht nur Action, sondern auch Rätsel übernehmen eine sehr große Rolle in Silent Hill. Neben einer einfachen Schlüsselsuche muss man natürlich auch Schalterrätsel bewältigen, diese passen sich dem gewählten Schwierigkeitsgrad an, sind aber zu jeder Zeit herausfordernd, vor allem wenn man nicht alle Memos liest, die man in der Stadt findet. Auch einige Gegner stellen Rätsel dar. Ein großes Monster versperrt den Weg. Aber er ist auch gegen Waffen immun und ihn lieb fragen, ob er denn mal einen Schritt zur Seite geht dürfte auch nichts bringen. Aber man stellt fest dass er Blut mag und in Silent Hill gibt es ein Krankenhaus, das womöglich noch einige Blutkonserven hat. Negativ sind da allenfalls die sehr langen Laufwege, vor allem am Anfang, wenn man mehrere Schlüssel für eine Tür finden muss und diese wirklich über die ganze Stadt verteilt sind. Aber im späteren Verlauf werden diese Wege zum Glück kürzer. Auch bei den Bosskämpfen hat man dafür gesorgt, dass es immer mehr als nur einen Weg gibt, diese zu besiegen.
Das größte Problem vieler Spiele ist natürlich die Langzeitmotivation. Einmal durchgespielt kennt man die Geschichte und weiß, wie es ausgeht. Warum also noch mal spielen? Silent Hill umgeht dieses Problem ganz geschickt, in dem einfach mehrere Enden geboten werden. Insgesamt 5 Stück gibt es von Good + über Good zu Bad und Bad +.. Geändert wird dabei nicht nur das Outro, sondern auch der Endkampf, je nachdem wie man sich an bestimmten Schlüsselpunkten verhält. Das fünfte Ende dürfte wohl das kurioseste und ungewöhnlichste Ende für solch ein Spiel sein… Durch das erneute Durchspielen kann man auch einen weiteren Schwierigkeitsgrad wählen und Räume die vorher verschlossen waren, sind nun betretbar.
Grafisch sieht das Spiel dafür nicht sonderlich gut aus, was aber eben an der Leistungsfähigkeit der Playstation liegt. Der Nebel hat wohl nicht nur atmosphärische Gründe. Aber immerhin sehen die Gebäude recht gut aus und sind auch realistisch ausgestattet. Sehr gelungen ist die Kamera, an bestimmten Orten und Positionen verändert sie sich um dem ganzen einen cineastischen Touch zu geben. Am auffälligsten ist das am Anfang in der Gasse, Ansonsten wird natürlich ganz normal über die Third Person Perspektive gespielt. Stimmig und sehr gelungen sind die Cutscenes geworden, welche die Story weiterführen.
Silent Hill ist ganz zu Recht einer der großen Klassiker des Survival Horrors und wenn auch mittlerweile von den beiden Sequels übertroffen, kann es in Sachen Atmosphäre immer noch überzeugen. Tagsüber sollte man das Spiel allerdings nicht spielen.
Publisher: Konami Developer: Konami Erscheinungsjahr: 1999 Erschienen für: Playstation Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar

| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 9,5/10 | 9.5/10 | | Gameplay | 9/10 |
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