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Speedball 2100 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
23.02.2009

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Etwa mit dem Auftauchen der Playstation entstand in der Spielebranche ein neuer Trend: Recycling. Von Frogger über Pong bis Pac-Man wurden Spielelegenden ausgegraben und in neue Versionen gepackt, die meist als einzigen Unterschied zum Original 3D Grafik boten.
Im Jahr 2000 hat es auch den alten Klassiker Speedball 2 erwischt. Der einzige Unterschied: Kaum jemand hat es mitbekommen.
Es ist schon erstaunlich, dass kaum jemand über Speedball 2100 spricht. Man tut sich ja schon schwer, Onlinemagazine mit Reviews dazu zu finden.

Anfangs schafft es das Spiel einen guten Eindruck zu machen. Nämlich im Hauptmenü. Hier finden sich alle altbekannten Spielmodi wie Cup, Knockout, die Liga und das Training. Ein Zweispielermodus ist natürlich auch wieder vorhanden. Ein neuer Punkt ist Exhibition, wo man einfach ein Match gegen einen zufälligen Gegner austrägt. Hier wäre es schön gewesen, wenn man sich das Team aussuchen hätte können. Dann käme man vielleicht auch leichter ins Spiel, wenn man erstmal die Schwächlinge von Revolver platt macht und nicht sofort gegen Damocles ran muss.
Ein anderer neuer Punkt ist Customize Team. Man spielt natürlich wieder mit Brutal Deluxe. Findet man diese aber zu öde, kann man jetzt den Mannschaftsnamen ändern und nicht nur das, man kann auch die Spieler von Namen bis Aussehen editieren und den eigenen Wünschen entsprechend zusammenstellen.
Alles läuft bis zum eigentlichen Matchstart so ab, wie beim „Vorgänger“. Mit dem Geld das man zu Saison/Cup/Knockoutstart hat, darf man sein Team trainieren. Man kann einzelne Spieler verbessern oder komplette Mannschaftsteile wie Abwehr und Angriff. Auf dem Transfermarkt kann man Spieler kaufen.
Bei der Liga hat man auch wieder die Wahl ob man selbst spielt oder wirklich nur Manager ist und zusieht, was die Spieler CPUgesteuert anrichten.

Leider zerfällt Speedball 2100 in dem Moment, wo der Ball aufs Spielfeld geschossen wird. An sich ist es unglaublich, wie man ein simples Spiel in den Sand setzen kann. Speedball 2 hatte eine Taste für alle Funktionen, es war schnell, es war leicht zu lernen und schwer zu meistern worin die Herausforderung lag. Bei dieser Fassung ist nicht mehr viel davon geblieben. Einerseits ist die Kamera irgendwie zu nah am Spielfeld, das kleiner wirkt und durch die großen Spieler überbevölkert. Von der Geschwindigkeit ist auch nichts mehr vorhanden. Halb so schnell läuft das Spiel vor sich hin und noch dazu kämpft die Framerate mit teilweise heftigen Einbrüchen. Wie das passieren kann, wo das Spiel aussieht als wäre es ein First Generation Titel, ist mir völlig unbegreiflich.
Grafisch ist das Spiel auf jeden Fall nichts Besonderes. Der bläuliche Stahllook, der Speedball 2 ein wenig Richtung Comic schob, fehlt. Dafür hat man jetzt Braun/Grauen Industriallook der langweiligsten Sorte. Die Spieler mit ihren extrem eingefärbten Rüstungen passen da irgendwie gar nicht rein. Auch sie sehen sehr schlecht aus. Sehr Kantig, grob und mit wenigen Animationen ausgestattet, stolpern sie über das Feld. Wenn ein Tor fällt, fällt es eben und es geht zurück zum Anstoss. Kein Spielerjubel, nur das Replay folgt.
Natürlich gibt es auf dem Spielfeld alles, was man schon kennt. Die Sterne links und rechts, der Tunnel, welcher den Ball auf die andere Seite befördert oder die Rollbahn durch die Tore mehr Punkte geben. Auch die Bumper vor den Toren sind wieder da, ebenso wie die Popups, die Geld oder kurze Boni wie den sofortigen Ballbesitz oder das einfrieren der Gegner bringen.

Auch die Steuerung hat man verschlimmert. Im ersten Teil war das mit einer Taste optimal. Von Angriffen über Pässe hin zum in die Luft hüpfen um den Ball zu fangen, konnte man alles problemlos und schnell ausführen. Die Steuerung war schlicht perfekt.
Speedball 2100 setzt dagegen auf 3 Tasten. Eine für Pass und Werfen des Balls, eine für Angriffe und eine zum springen. Da hätte man auch gleich noch eine separate Taste für das hohe Passen bringen können, denn das lässt sich in dem Spiel nur sehr schwer ausführen. Dauerhaftes Sliden geht auch nicht mehr.
Den Torhüter steuert man auch nicht mehr selbst, man muss sich auf die stupide KI verlassen – und ist verlassen. Was der Torhüter für Schwachsinn produziert, ist schon lachhaft. Da stehen zwei Angreifer um ihn rum und was macht er? Passt ihnen so lang den Ball zu, bis sie diesen ins Tor befördern. Klar, man könnte die Gegner angreifen und umhauen, aber da haben wir das automatische Spielerwechselsystem, das in solchen Situationen Amok läuft. Man hat ja 2 Verteidiger vor dem Tor und zwischen diesen springt die Steuerung dann ständig hin und her, ohne dass man etwas dagegen machen könnte. Es ist schon frustrierend.

In Speedball 2 gab es gute Musik. In Speedball 2100 gibt es gar keine Musik. Nirgends, nicht mal in den Menüs.
Die Soundeffekte sind eher langweilig, das Rumgegrunze der Spieler ist eher lächerlich. Kult wurde das „Icecream! Icecream!“, das beim Vorgänger immer kam. Das gibt es hier auch, nur klingt das längst nicht so gut – wie kann man so etwas Simples versauen?!

Speedball 2100 oder „Sie wissen nicht, was sie taten“. Waren hier echt die Bitmap Brothers am Werk? Man möchte es kaum glauben. In nahezu jeder Hinsicht ist das Spiel wesentlich schlechter, macht kaum Spaß und ist unglaublich überflüssig. Man sollte also lieber bei Speedball 2 bleiben, das ist ein Kultklassiker und das einzige was mir jetzt da fehlt, ist die Editierfunktion, welche bei diesem Titel hier das einzig positive ist.

Publisher: Empire Interactive
Developer: Bitmap Brothers
Erscheinungsjahr: 2000
Erschienen für: Playstation
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Gegnerabhängig

Grafik6/10  Spielspass
Sound4/10
4,5/10
Gameplay 5/10

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