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Wenn es um Videospiele geht, hatte die Wrestlingliga World Championship Wrestling nur recht wenig Glück. Über die Spiele der 8- und 16-Bit Ära hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens. Positiv aufwärts ging es erst, als sich THQ die Rechte schnappte und Aki die Produktion übernahm. WCW/nWo Revenge sowie World Tour sind ja schon Klassiker der Wrestlingspiele. Diese erschienen allerdings auf dem N64, die Playstation hatte weniger Glück mit den Spielen rund um die Wrestlingliga aus Atlanta. Denn sowohl WCW Nitro als auch Thunder sind gruselig. 1999 gab THQ die WCW Lizenz ab, da sie die lukrativere WWF Lizenz bekamen. Hier kam dann recht unerwartet Electronic Arts ins Spiel, die sich die Rechte schnappten. WCW Mayhem war das erste Spiel. Zumindest WCW war wohl davon überzeugt, benannten sie doch direkt einen PPV nach dem Spieltitel. Kommen wir zuerst mal zu den blanken Fakten: Im Spiel sind ingesamt 55 Wrestler enthalten. Neben den großen Stars wie Hollywood Hulk Hogan, Sting, Goldberg, Bret Hart oder Kevin Nash finden sich auch die meisten Midcarder und Mexikaner wie La Parka, Rey Mysterio, Chris Benoit, Chris Jericho oder Kaz Hayashi wieder. Einige der Wrestler sind noch gesperrt, die muss man erst freispielen. Darunter neben weiteren großen Namen wie Ric Flair und Bam Bam Bigelow auch ein paar Non-Wrestler wie Mean Gene Okerlund und Jimmy Hart. Leider stimmen die Movesets der Wrestler zu keiner Sekunde mit jenen der Realität überein. Hollywood Hogan springt Standing Dropkicks und hat seinen Legdrop gegen einen Powerslam als Finisher eingetauscht. Auch Bret Hart und Sting hatten wohl keine Lust mehr auf Sharpshooter/Scorpion Deathlock und haben dafür einfache Slams. Dem Non-Wrestlingfan wird das wohl nicht weiter auffallen oder stören, als Fan kann man da aber nur den Kopf schütteln. Im Hauptmenü gibt es die übliche Mischung aus Quickstart (CPU wählt alle Settings aus und man kommt direkt zu einem Match), Main Event (Wo man ein einzelnes Match erstellen kann), Quest for the Best (Der „Karrieremodus“), sowie Create-a-Wrestler, ein Optionsmenü und ein Passwortmenü. In diesem kann man nicht nur Cheats eingeben, denn da hat man sich was interessantes ausgedacht: Bei den Wochenshows der WCW wurde zumindest 3 Monate lang immer wieder neue Passwörter übermittelt, mit denen man ganze Events und Matches nachspielen konnte, die so in der Realität passierten. Leider ging das eben nur wenige Monate, denn dann war der Roster einfach schon zu veraltet. WCW Mayhem sorgte auch für Aufsehen, da es eines der ersten Spiele war, in dem man Backstage kämpfen konnte. Man verließ die Arena durch den Eingang und fand sich dann beispielsweise vor der Arena wieder oder in einem Umkleideraum. Hier liegen dann viele Gegenstände rum, mit denen man seinen Gegner gekonnt verprügeln kann. Bei den Matcharten geht man recht konventionell vor: Einzelmatch, Tag-Team, Hardcore Match, Falls Count Anywhere, Triple Threat, 4 Way Dance stehen zur mageren Auswahl. Größere Gimmickmatches wie Leitermatch, Cage Match oder Lumberjack stehen leider nicht zur Wahl, auch die zu dieser Zeit bei WCW so angesagten „Pole Matches“ finden sich nicht. Hat man die Matcheinstellungen vorgenommen und die Wrestler gewählt, darf man noch ein Handicap verteilen, so kann man im Zweispielermodus auch einem unerfahrenen Spieler eine Chance geben. Nach den Einzügen der Wrestler beginnt der Kampf. Dieser nicht nur gegen den Gegner sondern auch gegen eine absolut ungenaue Kollisionsabfrage. Es passiert schon mal, das man mit einem Dropkick durch den Gegner springt, das eine Clotheline nicht sitzt und man beim Grapple „vorbei“ greift. Auch die Seile scheinen so elastisch, das der Wrestler bei einem Irish Whip fast ins Publikum fliegt. Wenn wir schon beim Meckern sind, muss auch das merkwürdige „Momentum System“ kritisiert werden. Durch gute Aktionen und Posen, füllt sich der Energiemeter. Fängt er zu blinken an, darf man seinen Finisher zeigen. Dieser führt aber nur selten wirklich zum Erfolg. Das Problem an dem System ist, dass schon ein Schlag ausreicht und der eben noch gefüllte Meter, wechselt fast komplett zum Gegner. Solche Szenen passieren aufgrund der ungenauen Kollisionsabfrage leider häufiger und dann darf man wieder durch Aktionen alles aufbauen. Die Steuerung ist dagegen eigentlich sehr gut. Zu jener Zeit gingen die Wrestlingspiele ja eher Richtung Street Fighter mit verwirrenden Tastenkommandos (wie bei WCW Nitro und Thunder oder WWF Warzone und Attitude), die sich niemand so recht merken konnte. WCW Mayhem setzt da auf die simple „Richtungstaste plus Button“ Steuerung, die man auch von den Aki Spielen oder den aktuelleren WWE Smackdown Titeln kennt. Auch im Grapple reicht es, einfach eine Richtung und eine Taste zu drücken und schon werden die Moves ausgeführt. Der Quest for the Best Modus ist leider kein richtigere Karrieremodus mit Storylines, stattdessen bestreitet man eben Match nach Match, bis man sich vom untersten Titel (Television Title) zum World Champion hochgearbeitet hat. Das Ganze ist relativ öde, muss aber gespielt werden, damit man alle Wrestler freigeschaltet bekommt. Der Create-a-Wrestler Modus ist leider recht enttäuschend ausgefallen. Es gibt einige vorgegebene Templates (Darunter eins, das verdächtig nach Kane aussieht) und dann kann man eben einzelne Körperteile editieren. Es gibt aber insgesamte nur recht wenige Shirts, Hosen und Elbow Pads. An den Variantenreichtumg der Acclaim WWF Spiele oder den neueren Smackdownspielen reicht es zu keiner Sekunde heran. Auch sonst kann man dem eigenen Wrestler nur wenig mit auf dem Weg geben. Soll er Heel oder Face sein? Soll er WCW oder nWo angehören? Bei den Movesets muss man sich auf jene der integrierten Wrestler verlassen, editieren darf man nichts, nichtmal den Finishing Move. Das ist sehr schwach. Grafisch sieht das recht ok aus, ohne an die saubere Grafik von Attitude oder Warzone zu kommen. Es ist alles etwas pixeliger und undetaillierter. Richtig fies sehen vor allem die Entrancebereich der Hallen aus. WCW hatte ja immer recht bunte und detaillierte Entrancesets zu ihren PPVs, die sind hier zwar auch gegeben, sehen aber nicht wirklich schön aus. Die Animationen der Wrestler gehen in Ordnung, wirken mitunter aber etwas steif und hakelig. Das Publikum besteht aus einer Texturtapete und der Boden rund um den Ring wirkt eher so, als hätte man da Texturen vergessen. Bei der Musik wird generell auf die Entrancethemes der Wrestler zurückgegriffen. Vor allem vom nWo Wolfpac Theme wird man die ganze Zeit, auch durch die Menüs verfolgt. Die Soundeffekte sind ganz gut und für Sprachausgabe hat es auch noch gereicht. Tony „Greatest Night in the History of our Sport“ Shiavone und Bobby „The Brain“ Heenan geben Kommentare zum Geschehen an und fangen mitunter sogar Diskussionen über Moves oder illegale Waffen an, was dem Ganzen einen realistischeren Touch verleiht. Electronic Arts hat insgesamt nur 2 WCW Spiele in Auftrag gegeben, da die Liga Anfang 2001 an WWF verkauft wurde. Dieser erste Versuch ist passabel und kann auch durchaus Spaß machen, steht aber deutlich im Schatten des später erschienenen WWF Smackdown 2 oder den N64 WCW Spielen. Immerhin aber ist es um ein Vielfaches besser als der völlig missglückte Nachfolger WCW Backstage Assault. Für Fans und Wrestlingfans die ein wenig Nostalgie erleben wollen, ist Mayhem aber einen Blick wert. Publisher: Electronic Arts Developer: Kodiak Interactive Erscheinungsjahr: 1999 Erschienen für: Playstation, N64 Anzahl Spieler: 1-4 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 7/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 6,5/10 | | Gameplay | 7/10 |
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