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In der Mitte von 1996 wurde im Jump n’ Run Bereich der Sprung von 2D auf 3D endgültig vollzogen, was daran lag, dass alle 3 großen Konsolenhersteller einen eigenen 3D Plattformer veröffentlichten. Neben Crash Bandicoot und Mario 64 war das bei Sega Nights into Dreams und für dieses Spiel veröffentlichte Sega auch ein neues Gamepad mit Analogstick und analogen Schultertasten. Produziert wurde das Spiel dann auch von Sega Designerlegende Yuji Naka, der mit seinem Sonic Team ja schon einige gute Spiele entwickelte. Aber Nights ist ja etwas völlig anderes. Wir befinden uns in Nightopia, der Traumwelt. Wenn Menschen schlafen kommen sie hierher um zu träumen und eigentlich könnte ja auch alles wunderbar sein, wenn es da nicht einen üblen Bösewicht gäbe. Dieser heißt Wizeman und hat eine Armee albtraumhafter Gestalten, die Nightmaren. Er ist scharf auf das Ideya, Traumenergie, die es in 5 Farben gibt und von der jeder Mensch eine besitzt. Wizeman ist hinter dem roten Ideya her, das ist sehr selten und steht für Heldenhaftigkeit. Elliot Edwards and Claris Sinclair sind zwei ganz normale Teenies mit den typisch doofen Träumen. Elliot will der große Basketballstar werden, gibt diesen Traum aber bereits auf, als er in einem Freundschaftsspiel vernichtend besiegt wird. Claris dagegen will natürlich Sängerin werden, aber schon bei ihrem Auftritt rennt sie feige von der Bühne. Obwohl es nun gar nicht passt, sind aber auch gerade diese beiden in Besitz des roten Ideya und als sie Nightopia betreten, wird Wizeman auf sie aufmerksam. Er schickt seine zwei besten Kämpfer, Nights und Reala, die einzigen Nightmaren, die mit einem eigenen Willen und Intelligenz ausgestattet sind, und gerade das ist der Fehler. Denn Nights kriegt sehr schnell raus, was Wizeman plant und stellt sich gegen ihn, was ihn erstmal in eine Art Traumgefängnis bringt. Er findet aber heraus, dass er für kurze Zeit daraus fliehen kann, wenn er sich einen anderen Körper ausleiht und die Zeit muss reichen um Wizeman zu besiegen. Die Story ist wohl gleichermaßen ungewöhnlich wie bizarr und vor allem für ein Jump n’ Run sehr ausführlich. Genauso ungewöhnlich ist auch das eigene Spiel. Es sieht zwar aus wie 3D ist aber eigentlich ein recht normales 2D Spiel, weil man tatsächlich nur auf vorgegeben Eben schwebt und sich nicht völlig frei bewegen kann. Jeder Level besteht aus 4 Stages, die jeweils in der gleichen Welt spielen, aber unterschiedliche Bahnen, auf denen man sich bewegt, haben. Bevor man mit Nights spielt, steuert man einen der beiden Teenies, kann die Welt erkunden und das Ziel ist es, den jeweiligen Ideya Palast zu erreichen um sich in Nights zu verwandeln. Dabei sollte man schnell vorgehen, weil man von einem Wecker, der wie ein Ei aussieht, verfolgt wird. Wird man von diesen geschnappt, bevor man den Tempel erreicht hat, ist das Spiel auch schon wieder vorbei. Als Nights wird man zwar nicht von diesem Ei verfolgt, aber es läuft eine Uhrzeit runter, die gleichzeitig auch den Energiebalken darstellt. Wird man von einem der wenigen Gegner erwischt oder tappt in eine Falle, werden 5 Sekunden abgezogen. Läuft die Zeit vor Stageende aus, findet man sich wieder als Elliot oder Claris vor dem Tempel. Am Ende jeder Stage wartet dann noch ein großer Endgegner, diese haben meistens eine Schwachstelle oder man muss erst etwas anderes machen, wie z.B. in Level 2, wo man erst sein Cape zerstören muss, nur dann ist er angreifbar- allerdings nur für kurze Zeit. Zeit spielt generell eine große Rolle, am Ende eines Levels wird man mit A bis F bewertet, wobei A natürlich das beste ist und die Bewertung kommt auch dadurch zustande, wie viel Zeit man am Ende noch über hat. Erst wenn man das komplette Spiel mit einer Bewertung von A geschafft hat, sieht man das richtige Ende. Für Langzeitmotivation ist also gesorgt, weil man dafür die Levels auswendig kennen muss. Nights hat 2 Angriffe, einerseits den Drill Dash, für diesen gibt es am Bildschirmrand eine Energieanzeige und ist diese leer, kann man den Drill nicht mehr einsetzen. Um die Leiste aufzufüllen, muss man durch große Ringe fliegen, die man auch miteinander verbinden kann, was dann zusätzlich viele Punkte bringt. Eine Variation vom Drill Dash ist der Touch Dash, dazu muss man direkt in den Gegner fliegen und kurz vor dem Aufprall die Taste drücken. Das ist natürlich wesentlich schwerer auszuführen. Als zweiten Angriff gibt es den Paraloop, der eine Art Vakuum erzeugt und Gegner einfach wegsaugt. Zusätzlich gibt es noch 36 Tricks, die man ausführen kann, die man über die L oder/und R Taste in Verbindung mit einer Richtung ausführt. Damit kann man zwar keine Gegner besiegen und auch sonst bringen sie nichts, aber sie sehen eben cool aus und damit kann man jedem zeigen, wie toll man das Spiel doch beherrscht. Spielen sollte man das Ganze deshalb auch unbedingt mit dem 3D Analog Pad, es geht zwar auch mit dem normalen Saturn Gamepad, macht aber nicht halb so viel Spaß. Wie oben schon erklärt, hat Wizeman ja 2Gestalten losgeschickt. Spieler 1 ist dabei Nights und natürlich wurde ein 2 Spieler Modus eingebaut. Allerdings spielt man hierbei nicht das normale Spiel, sondern tritt gegeneinander an. Gewonnen hat man, sobald man seinen Gegner 3x mit dem Paraloop getroffen hat. Grafisch ist Nights into Dreams eines der hübschesten Saturn Spiele überhaupt. Die Grafik ist sehr bunt, sehr detailreich. Auch die Animationen überzeugen. Das grafische Highlight dürfte die Gummiwelt sein. Ein kleiner Nachteil ist allerhöchstens die etwas zu geringe Sichtweite, weil man doch sehr nah an Nights dran ist. Musikalisch wird auch überzeugt. Die Musik passt sich der Spielweise an. Je schlechter man ist, desto bedrückender und ruhiger wird die Musik, wogegen sie schneller und eher Richtung Sonic geht, sobald man richtig gut ist. Auch die Soundeffekte und die ab und zu auftauchende Sprachausgabe ist sehr gelungen. Nights into Dreams ist ein Meisterwerk und eines der innovativsten Spiel der 32-Bit Ära. Es gibt viel zu entecken, die Level sind sehr gelungen designed, technisch wird gezeigt was im Saturn steckt und insgesamt kann man bei diesem Spiel einfach nichts schlechtes finden. Lediglich der 2 Spieler Modus hätte etwas umfangreicher ausfallen können. Für Langzeitmotivation ist im Einzelspielermodus aber trotzdem gesorgt. Publisher: Sega Developer: Sonic Team Erscheinungsjahr: 1996 Erschienen für: Saturn Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Mittel 
| Grafik | 10/10 | | Spielspass | | Sound | 9,5/10 | 10/10 | | Gameplay | 9.5/10 |
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