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Jeder, der irgendwann mal ein Master System besessen hat (Im Gegensatz zu Nordamerika waren das in Europa ja doch einige Menschen), kennt Alex Kidd. Es war eines der ersten Spiele für die Konsole und in späteren Jahren sogar direkt darin integriert. Die gute alte Zeit, wo man immer Gratisspiele zur Konsole bekam. 1986 kam dieses Spiel auf den Markt und war das zweite rund um Alex Kidd, denn kurze Zeit vorher erschien Alex Kidd: The Lost Stars in den Spielhallen. Beide Spiele unterscheiden sich enorm und man kann sich dem Eindruck nicht verwehren, das Sega hier einen Konkurrenten zu Nintendos Super Mario kreieren wollte. Alex Kidd in Miracle World war das erste Videospiel das ich überhaupt spielte, das ist mittlerweile auch 20 Jahre her. Die Handlung ist recht einfach und bewegt sich in dem typischen „Bösewicht ist böse und bedroht alles, Held muss den Tag retten“-Schema. Janken the Great ist besagter Bösewicht und terrorisiert den Planet Aries. Er fällt in das Land Radaxian ein und will dieses erobern. Also entführt er praktisch den gesamten Adel von König bis Prinz, nur Alex Kidd hat er dabei übersehen und das wird ihm natürlich bald Leid tun. Alex Kidd in Miracle World ist im Grunde ein ganz normales Jump n‘ Run, das aber einige bahnbrechende Ideen und Features bietet. Wenn man bedenkt, wie alt das Spiel ist, ist es unglaublich, was die Entwickler alles eingebaut haben. Das geht schon beim Leveldesign los. Bei Jump n‘ Runs geht es meist strikt von links nach rechts, was auch bei diesem Spiel öfter der Fall ist, manchmal geht es aber auch von oben nach unten wie im ersten Level, wo man praktisch einen Berg runter hüpft, um dann in einem See zu landen den man durchschwimmt. Später betritt man Schlösser, die Irrgärten gleichen, von links nach rechts und nach oben und unten muss man diverse Gegenstände und natürlich den Ausgang suchen. Man bewegt Alex durch die Welt und zum Glück hat dieser nicht nur große Ohren sondern auch eine große Faust. Ganz wie Bud Spencer haut er alles kurz und klein, ob das nun Steine sind oder Gegner. Adler, Skorpione, Tentakelmonster, Bullen, Fische, Frösche – alle kriegen von Alex Kidd sprichwörtlich aufs Maul. Neben dem verprügeln von an sich harmlos aussenden Tierchen, geht es auch noch darum, möglichst viel Geld einzusammeln. Kisten mit Sternen drauf werden zertrümmert und die Geldsäcke eingesammelt. Mit dem Geld kann man einkaufen gehen und auch das ist schon ein innovatives Feature gewesen. So gibt es direkt in Level zwei einen Laden und in späteren Levels taucht dieser wieder auf. Unverwundbarkeitspulver, magischer Ring (damit kann man Projektile abschießen), Hilfskapseln (aus der dann kleine Alex Kidds springen und Feinde attackieren), ein Stab zum kurzzeitigen schweben, Extraleben und Fahrzeuge wie Motorrad und Hubschrauber können hier gekauft werden. In Level 2 kann man sich so entscheiden, ob man diesen auf konventionelle Art durchläuft oder sich auf das Motorrad schwingt und durch die Gegend rast. Erstere Möglichkeit sorgt dafür das man wohl mehr Geld einsammelt, aber auf dem Motorrad ist man größtenteils unbesiegbar und kann die Gegner einfach überfahren (die armen Frösche…). Diese Nicht-Linearität vieler Levels lädt auch dazu ein, das Spiel mehrfach durchzuspielen. Ab und zu wartet am Ende der Levels auch noch ein Endboss. Teilweise sind auch die ganz konventionell, wie der Bulle oder der Bär mit dem riesigem Säbel, die man einfach nur in bester Rocky-Manier zu tode boxt, 6x trifft man aber auch auf die Gehilfen von Janken. Die sehen bizarr aus und sind noch bizarrer zu besiegen. Man spielt Schere, Stein, Papier (oder eben Janken-Pon) in Best-of-3 Manier. Das Ganze ist nicht fair, da man hier gerade am Anfang einige Leben verliert, bis man sieht, dass die Gegner in Runde 1 immer die gleiche Wahl treffen, ist aber eben sehr kreativ und irgendwie auch spaßig. Später findet man in einem Level eine Kapsel, durch die man Gedanken lesen kann und sieht, was der Gegner auswählt. Insgesamt gibt es 17 Levels, wobei zwei davon praktisch Bonus-Stages sind (zusätzlich gibt es noch einen Geheimlevel den man finden muss), wo man per Hubschrauber bzw. Speedboat enorm viel Geld einsammeln kann. Auch beim Design dieser Levels wurde viel Wert auf Abwechslung gelegt. Hat man im ersten Level den Berg hinter sich gelassen und den See verlassen, geht es durch Hochebenen, Seen und Flüsse, Städte und Bergregionen hinein in die großen Schlösser von Radaxian. Neben den vielen tierischen Feinden die aber meist nur harmlos ihren Weg gehen, gibt es auch noch viele andere Fallen: Lavalöcher, böse Gewitterwolken, Flammen, Speerspitzen und die Geister die auftauchen wenn man Kisten oder Felder mit Totenköpfen erwischen. Sie sind unbesiegbar und verfolgen Alex solange bis sie außerhalb des Bildschirms sind. Ein Treffer bedeutet den Verlust eines Lebens, man startet aber fairerweise direkt an der Stelle wieder, wo man starb. Extralaufen kann man kaufen, man findet sie manchmal aber auch so. Offiziell gibt es keine Continues, hat man aber über 400 Baums (das ist die Währung auf Aries) kann man durch eine Tastenkombination beim Game Over Screen ein Continue mit 3 weiteren Leben erwirken. Allerdings ist das Spiel nicht sonderlich schwer und auch nie unfair. Das einzige Problem das es gibt, ist die Steuerung. Alex wird schneller, je weiter er läuft und kann so weiter springen, mitunter rutscht er aber so auch ein bisschen rum und meist direkt in eine Falle. Das Master System Gamepad das nun wahrlich alles andere als gut ist, unterstützt dieses Rutschproblem. Hier hilft dann meist nur Übung oder man schließt ein Mega Drive Gamepad ans Master System, wodurch sich das ganze dann perfekt spielt. Grafisch ist das Spiel für sein Alter erstaunlich gut in Szene gesetzt. Die abwechslungsreichen Levelhintergründe können genauso überzeugen wie die Sprites der Feinde und von Alex selbst, es gibt zwar nur wenige Animationsphasen, aber die reichen aus. Man muss eben wie gesagt einfach sehen, wann dieses Spiel auf den Markt kam. Etwas störend ist lediglich ein Level wo das Gras relativ hoch ist und die Skorpione verdeckt, man sieht sie kaum und wenn man nicht auswendig weiß, wo sie sind, rennt man in sie rein und stirbt. Die Musik ist recht gut, auch wenn es nur recht wenige Musikstücke gibt. Aber gerade das Titellied ist sehr „catchy“ und die späteren Stücke in den Schlössern sind sogar richtig gut gelungen. Bei den Soundeffekten hat man die typischen Sprung- und Schlaggeräusche die eher comichaft klingen, so aber gut zur bunten Grafik passen. Alex Kidd in Miracle World ist ein Spiel, das leider gern übersehen wird oder als Super Mario-Klon abgetan wird, obwohl es eben für seine Ziel unglaublich viele innovative Ideen bietet und ein gut designetes Spiel ist, das viel Abwechslung mit sich bringt und auch heute noch einfach Spaß macht. Für mich eines der besten Jump n‘ Runs aller Zeiten. Publisher: Sega Developer: Sega Erschienen für: Master System Erscheinungsjahr: 1986 Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Leicht - Mittel
 | Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 9/10 | | Gameplay | 8,5/10 |
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