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Pro Wrestling PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
06.05.2006

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Wrestlingspiele erfreuen sich auf Konsolen ja generell großer Beliebtheit und das auch zu Zeiten, wo es keinen Wrestlingboom gibt, wie derzeit etwa. Damals in den 80ern sah das noch anders aus, da gab es den großen Wrestlingboom rund um Hulk Hogan, Ric Flair, die WWF, die NWA und all die anderen 80er Stars. Sowohl das NES als auch das Master System (Nebenbei nur eines von zwei Wrestlingspielen für die Konsole neben WWF Wrestlemania: Steel Cage Challenge) bekamen 1986 ihr erstes Wrestlingspiel und passenderweise heißen beide auch gleich: Pro Wrestling.
Kein sonderlich kreativer Name und während das NES Spiel auch nicht wirklich innovativ war, sondern heute höchstens durch das schlechte Englisch auffällt (A Winner is You), bietet Segas Pro Wrestling einige Innovationen.
Basieren tut es auf dem Arcadespiel Body Slam, das im Original Dump Matsumoto heißt.

Eine Lizenz gibt es natürlich nicht, stattdessen treffen wir schon direkt nach dem Titelbild auf die Tag-Teams aus der Fantasiewelt. Vier Stück gibt es: die Mad Soldiers, das typische „Power & Paint“ Tag-Team in Tradition von Road Warriors oder Demolition, den Orient Express, das typische japanische Tag-Team, The Great Maskmen sind das maskierte Lucha Libre Team und die Crush Brothers das generische „Veteran & Youngster“ Team. Einzelwrestler gibt es nicht und das Spiel bietet so auch nur Tag-Team Matches. Etwas schade, das bei den Spielmodi und Matcharten so stark gespart wurde. Einzelmatches sind auch nicht möglich, stattdessen stürzt man sich direkt in die Welt-Tour auf der Jagd nach Championgürteln. Drei Titel wollen erlangt werden, in Mexiko, Hawaii und New York. Klingt nach wenig und leider ist das Spiel auch verdammt repetitiv. Denn zuerst tritt man 10x in Folge gegen ein Tag-Team an. Hat man es zehnmal geschlagen, ist man Tag-Team Champion in Mexiko. Dann geht es nach Hawaii und das Spiel wiederholt sich. In New York trifft man dann obendrein auf das erste Tag-Team das man besiegte.
Das liegt an einer der ersten innovativen Ideen: Pro Wrestling ist wohl das erste Spiel, das ein Face/Heel-System bietet. Zwei Tag-Teams sind die Bösewichte und können deshalb einen Stuhl als Waffe einsetzen. Die Faces, also die Guten, dürfen das nicht, wenn sie den Stuhl aufnehmen, kriegen sie nur einen Punktebonus. Dafür aber können sie auf die Top Ropes klettern und Flugangriffe zeigen. Das ist wie gesagt ein netter Touch, das er allerdings dafür sorgt, das man auf Team generell nicht trifft, ist schon blöd. Auch damals gab es durchaus mal reine Heel oder Face Matches in der Realität.

Die Steuerung ist recht einfach: Mit einer Taste schlägt man, mit der anderen tritt man zu. Drückt man beide zusammen, flitzt der Wrestler schneller als Sonic durch die Gegned. Trifft er dabei auf den Gegner gibt’s eine Body Attack – außer dieser fährt seine Faust zur passenden Sekunde aus. Hat man den Gegner mit 3 Schlägen oder Tritten (oder einer Kombination aus beidem) auf den Ringboden geschickt, kann man einen von zwei Aktionen zeigen, entweder einen Whip in die Seile oder eine Bodenattacke, etwa eine Boston Crap oder ein Knee Drop oder es werden Aktionen wie Body Slam, Brainbuster und Pile Driver initiiert. Auch auf den Whip in die Seile kann man mit weiteren Aktionen wie Karateschläge, Flying Cross Chop oder Lariat antworten. Im Vergleich zu modernen Wrestlingtiteln ist das Moverepertoir aber natürlich sehr stark limitiert, so das man Aktionen immer wiederholt, bis die Energieleiste des Gegners im roten Bereich ist, erst dann hat man die Chance auf einen erfolgreichen Pinfall. Aufgabe gibt es nicht, Disqualifikation trotz Waffeneinsatz auch nicht.

Auch zu zweit kann man spielen, allerdings nur in Einzelmatches. Man kann weder zusammen in einem Tag-Team antreten noch gibt es sonstige Optionen. Ein Match gegeneinander und bei der Team Auswahl wird natürlich auch hier wieder auf das Face/Heel System geachtet.

Grafisch ist das Spiel vor allem bunt. Die Charaktere werden im Super Deformed Stil mit großen Köpfen und kleinen Körpern dargestellt. Auch den Ringrichter (jedes Land bietet immerhin einen anders aussehenden) werden so dargestellt. Beim Rest hat man dagegen eher Wert auf einen realistischen, wenn auch comichaften Look wert gelegt. Wobei es außer dem Ring, der Waffe und dem Publikum (2 Reihen gestapelter Köpfe) nicht viel zu sehen gibt. Die Ansicht ist die Standard „Ring von schräg oben, Wrestler von der Seite“ 2D-Look, der bist in die 90er bestand hatte. Die Animationen sind in Ordnung, wenn auch nicht sonderlich spektakulär, vor allem das ansetzen von Aktionen wirkt sehr abgehackt. Zu jedem Titelgewinn gibt es dann noch ein kleines Zwischenbild, das aber auch alles andere als spektakulär ist.
Ein weiteres Feature, das damals kein anderes Wrestlingspiel aufbieten konnte, sind die Wrestlereinzüge. Vor jedem Match kommen die Tag-Teams getrennt und zu eigener Düdelmusik zum Ring. Das ist nett.
Die Musik, wie nun schon angesprochen, ist von der extrem nervigen, typischen Master System Sorte. Sie dudelt vor sich hin und nervt verdammt schnell. Die Soundeffekte klingen auch comichaft und nicht sonderlich gut. Der Ringrichter macht interessanterweise keinen Ton, wenn er zum Pin zählt und seine Hand auf den Ringboden schlägt, dafür gibt es eine verzerrte Stimme. „Van, Tu, Trii“ man weiß ungefähr, was damit gemeint ist.

In Japan erschien das Spiel unter dem Titel „Gokuaku Doumei Dump Matsumoto“ und wie bei anderen Master System spielen (Etwa Enduro Racer oder Captain Silver) gibt es einige Unterschiede. Die Einzüge fehlen hier, statt den männlichen Tag-Teams gibt es weibliche. Das Gameplay ist praktisch das gleiche, aber dafür gibt es noch einige Waffen mehr, wie die Ringglocke oder etwas, das entweder ein Kendo Stick oder ein Schwert ist (Genug damit ECW Fans „This is Hardcore!“ chanten). Außerdem gibt es noch eine finale Kampfrunde gegen ein Team außerirdischer Kämpfer, das ebenfalls exlusiv in der japanischen Version ist.

Auch wenn Pro Wrestling einige für seine Zeit innovative Features anzubieten hat, ist das Gameplay einfach nicht gut. Viel zu wenige Tag-Teams, viel zu wenige Moves, nur normale Tag-Team Matches, das allein sorgt schon dafür, das man sehr schnell, also maximal nach 3-4 Matches keine Lust mehr auf dieses Spiel hat. Das man noch dazu aber insgesamt 20x gegen das eine und 10x gegen andere Team antreten muss, ist einfach zu viel, denn das nervt einfach, zumal der Schwierigkeitsgrad nicht ansteigt sondern immer auf dem gleichen Level bleibt und da die KI nicht wirklich intelligent ist, ist das Spiel keine große Herausforderung.  Selbst wenn man sich durch die Titeljagd quält, ist man nach etwa einer Stunde schon beim Ende angekommen. Spätestens dann gibt es keinen Grund mehr, dieses Spiel überhaupt nochmal in die Konsole zu stecken.
Auch der Zwei Spieler Modus kann nicht wirklich überzeugen. Es gibt unzählige andere, wesentlich bessere Wrestling und das praktisch für jeden Geschmack.

So kann man am Ende Pro Wrestling nur als netten, aber gründlich misslungenen Versuch bezeichnen, der gerade heute, 14 Jahre nach dem Release einfach nur verdammt schlecht wirkt.

 

 

Publisher: Sega
Developer: Sega
Erscheinungsjahr: 1986
Erschienen für: Master System
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Einfach

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Grafik4/10  Spielspass
Sound2,5/10
2/10
Gameplay 3/10
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Letzte Aktualisierung ( 12.07.2010 )
 
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