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Wieder einmal wird eine Welt von einem üblen Schurken bedroht und wieder mal gibt es nur eine Handvoll auserwählter Helden, die den Terror stoppen können. Ja, auch Blades of Vengeance überzeugt nicht gerade mit einer kreativen Handlung. Außer man findet es kreativ, das man es hier mal mit einem weiblichen Bösewicht zu tun hat. Die Dark Lady ärgert sich sicher nicht nur über ihren unkreativen Namen sondern ärgert sich auch darüber, dass es ihr nicht gelingt eine Welt zu erobern. So lässt sie wieder mal eine Horde böser Monster los. Vielleicht klappt es ja diesmal? Natürlich nicht, denn ein Zauselbart (sicher ein großer Magier, der mal wieder zu faul ist, die Arbeit selbst zu übernehmen) schickt seinerseits 3 Helden ins Rennen. Seit Golden Axe wissen wir, das drei Helden genug sind um eine Welt zu retten. Eine Jägerin, ein Barbar und ein Zauberer fanden sich ein, das Böse zu bekämpfen. Zumindest unterscheiden sie sich ein wenig. Die Jägerin ist schnell, kann hochhüpfen ist aber nicht die stärkste. Der Barbar ist schnell, langsam und hat eine begrenztere Reichweite mit seinem Schwert als die Jägerin mit ihrer Waffe. Der Magier zaubert rum, hat damit die größte Reichweite, ist aber verdammt schwach. Auf den ersten Blick wirkt das Spiel tatsächlich wie ein Golden Axe Klon. Mit der Jägerin stürze ich mich mutig in den ersten Level. Dieser ist vornehmlich in rot gehalten und verbreitet eine post-apokalyptische Atmosphäre. Kein Platz für ein gemütliches Picknick. Vor allem nicht als der erste Bösewicht auftaucht. Der kriegt natürlich direkt aufs Maul und weiter geht die Jagd. Schon nach wenigen Schritten fallen die vielen Abzweigungen auf. Hier geht es nicht linear von links nach rechts sondern durch alle Richtungen. Das erforschen der Levels ist wichtig, denn nur so findet man alle Türen, Geheimräume und sonstigen Verstecke, wo sich Truhen befinden. Bei Blades of Vengeance lassen eben nicht nur die Gegner tolle Gegenstände fallen. Zum einsammeln finden wir ein paar Münzen, die üblichen Tränke mit denen man die Lebensenergie (erst auf Wunsch) auffüllen kann, man kann sich temporär unsichtbar und damit quasi unbesiegbar machen, Schutzschilde und blinkende Sterne, zwei von diesen kann man maximal aufsammeln, sie erhöhen den Stärkewert x2 und x3. Schon im ersten Level trifft man auf eine Vielzahl verschiedener Gegner, neben den türkisen Monstern auch auf Augen (die mitunter Laser verschießen), kleine Trolle mit großen Schwertern und Feuermonster. Aber auch der Level selbst hat so seine gefährlichen Fallen. Einstürzende Brücken und Fahren über Lavaseen bei denen jeder Sprung sitzen muss. Sind wir schon beim springen, muss angemerkt werden, das Blades of Vengeance wieder mal so ein Spiel ist, wo man für jeden falschen Sprung bestraft wird. Bei zu großen Höhen verliert man Lebensenergie, rennt man eine Klippe runter statt zu springen, verliert man Lebensenergie und das mitunter nicht zu knapp. Zum Glück kann man im Pausemodus durch den Level scrollen und so schauen, wo und wie es weiter geht. Trotzdem nervt dieses System einfach ein wenig. Die Steuerung geht dagegen schön leicht von der Hand. Mit C springt man, mit B greift man an und mit A wählt man einen der Tränke oder sonstigen Gegenstände (Die man gezielt im Pausemenü auswählt und im Spiel dann aktiviert) aus. Die Spielfiguren haben vier Angriffe zur Verfügung, ein normaler Angriff, einer aus dem knien heraus, aus dem Sprung und ein etwas stärkerer Angriff wenn man die Richtungstaste hoch drückt und dann zuschlägt. Drückt man dagegen die Richtungstaste einfach nur nach unten geht die Spielfigur in eine defensive Position, so lassen sich Geschosse und Schwerthiebe abblocken. Insgesamt muss man sich durch acht Levels kämpfen, die auch jeweils noch in 3 Abschnitte unterteilt sind, wobei der dritte immer ein Kampf gegen einen Endgegner ist. Die Levels sind recht abwechslungsreich designed und decken das gesamte Fantasyspektrum ab: Dunkle Dungeons, große Schlösser, tiefe Wälder mit Dörfern. Am Ende jedes Levels gibt eine Endabrechnung über die eingesammelten Gegenstände, das gibt dann Punkte und danach geht es in einen Shop. Das erinnert etwas an Gods und Rollenspiele, hier kann man sein eingesammeltes Geld in zusätzliche Lebe, Tränke, Zaubersprüche und die Rüstung investieren. Die Rüstung gibt es erst nach dem dritten Level im Shop, dieser sorgt dafür, dass der Held stärker wird und mitunter eine neue Waffe bekommt. Die Jägerin etwa wechselt von ihrem Säbel zu einer schicken Armbrust, die auch noch aufladbar für besonders schadhafte Pfeile ist. Einen Modus für Zwei Spieler gibt es auch, dieser ist allerdings nicht ganz so gelungen, da beide Spieler leider nie weiter als etwa einen halben Bildschirm auseinander sein dürfen, dann werden beide Spieler von einer unsichtbaren Barriere umgeben und müssen erst wieder zueinander finden. Das ist mitunter etwas lästig. Insgesamt muss man sagen, dass der Schwierigkeitsgrad ordentlich hoch ist. Es gibt keinen wählbaren Schwierigkeitsgrad (Um genau zu sein gibt es nicht mal ein Optionsmenü, man kann gar nichts einstellen) und mitunter wird das Spiel sehr herausfordernd. Re-Spawnende Gegner, mehr als 2 Gegner gleichzeitig die aus beiden Richtungen kommen, einige fiese Cheap Hits und die Sprungsache machen dem Spieler das Leben mitunter recht schwer. Dazu kommt noch, dass es keine Continues gibt. Man kann sich Extraleben kaufen, sind aber alle Leben weg, heißt es Game Over. Levelpasswörter oder Speichermöglichkeiten gibt es auch nicht und das Spiel hätte zumindest Passwörter verdient, da es nicht nur schwer sondern auch relativ lang ist. Zumindest gibt es einen Level-Select Cheat aber selbst für den muss man erstmal Level 1 durchspielen. Das hätte man wirklich etwas fairer gestalten können. Grafisch macht das Spiel eine ordentliche Figur ohne jetzt mit großen Effekten oder vielen Farben zu protzen, wobei letzteres zumindest der düsteren Atmosphäre zu Gute kommt. Abwechslungsreich und recht nett sind die Levels aber gestaltet und auch die Figuren sehen recht gut aus und haben gute Animationen. Auch wenn es etwas unlogisch aussieht, wenn getötete Gegner in einem Atompilz verschwinden aus dem noch etwas Blut spritzt. Ein paar nette Effekte wie das „Wavering“ und Parallax Scrolling wurden eingebaut. Letzteres sieht vor allem in den Schlössern gut aus, wenn man durch die Fenster die Berge sieht. Die Musik ist recht gut gelungen, genauso wie die Soundeffekte. Etwas störend fällt auf, dass manchmal die Musik einige Aussetzer hat, wenn Soundeffekte dazu kommen. Schlachtet man also gerade einen Troll ab und das Schwert macht Krach, verschwinden schon mal ein paar Instrumente aus der Musik. Das klingt merkwürdig. Blades of Vengeance mag zu keiner Sekunde einen Preis für Originalität oder Einfallsreichtum gewinnen, aber man muss das Rad ja nicht ständig neue erfinden. Das Spiel macht seine Sache gut und gefällt mir auch wesentlich besser als das öde Gods. Für Solisten ist es also empfehlenswert, wer lieber zu zweit auf Fantasymonster kloppt, sollte trotzdem lieber bei Golden Axe bleiben. Spaß wird man auf jeden Fall damit haben. Publisher: Electronic Arts Developer: Beam Software Erscheinungsjahr: 1993 Erschienen für: Mega Drive Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Hoch 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 |
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