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Einmal der Böse sein und gegen das Gesetz verstoßen. Lange Jahre war das in Videospielen kaum möglich. Immer war man nur der strahlende Held, der für Recht und Ordnung kämpft. Zumindest in Japan war man da etwas offener und Bonanza Brothers ein Beispiel dafür. Entweder 1 oder 2 Spieler machen sich als Diebe auf und müssen Gebäude leer räumen. Bei der Veröffentlichung im Rest der Welt hat man die Handlung verändert. Hier spielt man zwar immer noch die gleichen Charaktere und muss Gegenstände klauen, allerdings ist man angeblich von diesen Firmen und Millionären angeheuert worden um deren Wachmänner zu überprüfen. Diese Änderung kann man dann wohl nur noch als Bullshit bezeichnen, zumal der Game Over Screen die vermeintlichen „Helden“ im Gefängnis zeigt.
Gewalttätig ist das Spiel dabei keineswegs, Comicgrafik und Betäubungswaffen, mehr gibt es nicht. Gerade in letzterem liegt der Reiz des Spiels. Man kann Wachmänner anschießen, aber dann sind sie nur wenige Augenblicke betäubt. Taktisches Vorgehen ist hier angesagt und man muss jede Säule oder Ecke als Tarnung nutzen.
Die erste Mission ist ein zweistöckiges Gebäude. Auf der Übersichtskarte wird angezeigt, wo sich die Gegenstände befinden. Dazwischen sind jede Menge Wachen. Normale Wachleute, Swatleute mit Schutzschildern, die man nur von hinten erledigen kann und später kommen noch Wachhunde und Bombenwerfer hinzu. Lahm legen kann man diese Feinde auch durch Türen, steht ein Wachmann nah genug an einer, öffnet man diese und er wird gegen die Wand gedrückt. Diese Feinde sind nicht das einzige, gegen das man kämpfen muss. Ein fieses Zeitlimit darf natürlich nicht fehlen. In diesem muss man nicht nur alle Gegenstände einsammeln, sondern auch noch den Ausgang erreichen. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar wählbar, aber selbst auf Leicht ist Bonanza Brothers kein Spaziergang. Die Gegner sind zahlreich, die Waffe taugt nicht viel und wird man selbst getroffen, verliert man nicht nur ein Leben sondern alle Gegenstände. Diese liegen dann zwar vor der Spielfigur, aber man muss sie eben trotzdem aufsammeln und da ist man meist von Gegnern umgeben. Das Spiel macht trotzdem Spaß. Der perfekte Beutezug ist eben eine spaßige Herausforderung.
Grafisch sieht man dem Spiel sein Alter an, zumal auch im Einzelspielermodus auf einen Splitscreen gesetzt wird. Das hat den Vorteil, dass ein zweiter Spieler jederzeit einsteigen kann, aber das Spielfeld ist eben relativ klein und das nervt. Die Musik ist auch nichts besonderes, in technischer Hinsicht ist der Titel purer Durchschnitt.
Bonanza Brothers bleibt trotzdem ein nettes, herausforderndes Spiel.
Publisher: Sega Developer: Sega Erscheinungsjahr: 1991 Erschienen für: Mega Drive, Master System, Arcade, Amiga, C64, Atari ST, Armstrad, ZX Spectrum Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 7/10 | | Gameplay | 7,5/10 | | Multiplayer | 8/10 |
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