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Corpse Killer (Sega CD) |
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Geschrieben von ShadowAngel
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23.02.2009 |

Das Genre der interaktiven Filme, hat seit jeher einen recht schlechten Ruf. Was an sich nicht weiter verwunderlich ist, bieten sie neben den Videos meist nur minimales Gameplay. Corpse Killer ist einer dieser Vertreter und erschien unter anderem auf dem Sega Mega CD, das von diesem Genre schon fast überflutet wurde.
Corpse Killer ist dabei mal kein Vertreter der Dragon’s Lair Spiele sondern ein Railshooter. Die Handlung ist gleichermaßen einfallslos wie dämlich. Der Spieler verkörpert einen Elitesoldaten, der über einer tropischen Insel abgeworfen wird. Als er hilflos im Baum hängt, hüpft ein Zombie an und beißt dem Soldaten ins Bein. Gerettet wird er von einem Rastafari namens Winston und zusammen macht man sich auf die Jagd nach den Zombies, die von dem bösen Dr. Hellman gezüchtet werden. Was er damit will? Na klar, die Welt erobern.
Corpse Killers Videosequenzen, verdienen lediglich eine Bezeichnung: Trash. Das Ganze könnte schon fast ein Film von Troma sein. Die Charaktere sind einzigartig unterhaltsam. Da hätten wir als ersten eben Winston, der klischeehafter kaum sein könnte und mit einem recht genial übertriebenen Akzent („Nice shootin’ maaan!“, „Gonna get me my ’umma this time, maaan!“, wie jemand auf einer an sich verlassenen Tropeninsel an einen Hummer kommt, erschließt sich mir nicht so ganz) spricht, dann trifft man noch auf eine Reporterin, die sehr doppeldeutige Sprüche ablässt und als letzten hätten wir den Bösewicht Hellman. Gespielt wird dieser von Vincent Schiavelli und da stellt man sich einfach die Frage, wie so ein talentierter Schauspieler in so einem Werk gelandet ist. Der Bösewicht ist so böse, dass er in einer Szene eine Actionfigur auf einen kleinen elektrischen Stuhl befördert, was direkt das Skelett der Figur (?) zum Vorschein bringt. Die Kulissen sind natürlich auch eher aus dem Bereich B-Ware und die Zombies sind schlicht gesagt Wahnsinn. Wo sonst, trifft man auf Untote, die Baseballmütze und Flanellhemd tragen oder Klischeehafte Sträflingsuniformen (Die schwarz/weiß gestreiften)? Von den auf den Spieler zufliegenden Zombies, will ich gar nicht erst sprechen. Mag man Trash, wird man sich mit den Videosequenzen köstlich amüsieren.
Das eigentliche „Spiel“, ist dagegen recht unspektakulär. Von links nach rechts bewegt sich die Szenerie automatisch und es tauchen unzählige Untote auf. Man steuert lediglich das Fadenkreuz und muss natürlich, am besten mit Dauerfeuer, alles platt machen. Zumindest ein wenig intelligentes Vorgehen wie bei den „Shadowman“ verlangt. Das sind blinkende Schattengestalten. Sind sie weiß und man tötet sie, zerstören sie alle anderen Gegner im Bild. Sind sie dagegen schwarz, fügen sie dem Spieler Schaden zu. Andere Kreaturen, die wohl Voodoopriester darstellen sollen, kann man nur mit einem bestimmten Munitionstyp vernichten, den man im Verlauf des Spiels automatisch findet. Power-Ups gibt es keine. Steuern kann man das entweder mit dem normalen Gamepad oder einer Lightgun, wobei die meisten davon wie der Menacer oder die American Lasergames Gun unterstützt werden.
Der Spieler nimmt nicht nur durch die Shadowmen Schaden, sondern auch, wenn man die Zombies nicht früh genug abschießt. Dann beißen sie zu. Die Voodoopriester werfen auch mit Totenschädeln, die wohl wie Bomben fungieren. Das Ganze ist schon reichlich bizarr. Jeder dieser Spielabschnitte dauert dabei aber nur rund 30-60 Sekunden, dann geht es direkt mit einer Videosequenz weiter und man wählt den nächsten Einsatzort. Von der Sumpflandschaft über ein verlassenes Gefängnis zu alten Ruinen, sind zumindest diese recht abwechslungsreich. Am Ende wartet dann der Endkampf gegen Hellman. Wenn man so weit kommt, denn man hat ganz genau ein Leben und es gibt keine Continues, dafür darf man den Spielstand abspeichern.
Die Videosequenzen sind natürlich recht grob aufgelöst und sehen gerade aus heutiger Sicht nicht wirklich gut aus. Die Zombies im eigentlichen Spiel sind auch recht grobpixelig. Die Mega CD 32X Version, für die man eben zusätzlich noch das 32X benötigt, sieht grafisch etwas besser aus, dafür haben die Videos starke Aussetzer. Die Musik ist mehr oder weniger vergessenswert und die Soundeffekte der Waffe sind auch nicht gerade bombastisch. In technischer Hinsicht, ist das Ganze recht schwach, was aber eben an den technischen Limitierungen des Mega Drives und Mega CD liegt.
Wie soll man ein Spiel bewerten, das weniger Spiel und mehr ein Film ist? Die Spielszenen sind halbwegs in Ordnung, es ist eben ein Railshooter, der aber in Sachen Abwechslung zu keiner Sekunde an Spiele wie House of the Dead oder Virtua Cop ranreicht. Da sie recht kurz gehalten sind, nerven sie aber nicht allzu sehr. Die Videosequenzen sind dagegen einfach herrlich trashig und unterhaltsam. So hatte ich beim ersten durchspielen dann doch meinen Spaß, ein zweites Mal würde ich Corpse Killer aber nicht mehr spielen.
Publisher: Digital Pictures Developer: Digital Pictures Erscheinungsjahr: 1994 Erschienen für: Mega CD, Mega Drive Mega CD 32X, Saturn, 3DO, PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 6/10 | | Gameplay | 5,5/10 |
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Letzte Aktualisierung ( 23.02.2009 )
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