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Empire of Steel PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
24.06.2010

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Heutzutage ein praktisch ausgestorbenes Genre, damals zur 8- und  16-Bit Zeit dagegen eines der populärsten war der Sidescrolling Shooter. Vor allem das Mega Drive bietet einige der besten Titel dieses Genres wie die Thunderforce oder Aleste Reihen.
Hot-B Productions kennt man vielleicht durch Over Horizon auf dem NES und auch sie veröffentlichten 1992 einen Shooter für das Mega Drive.

Während das Spiel hierzulande Empire of Steel heißt, nannte es sich in den USA Steel Empire. Es geht zumindest stahlig zu. Während man bei den meisten Shootern entweder militärisch modern im Kampfjet unterwegs ist oder im futuristischen Sci-Fi Raumjäger gegen Aliens kämpft, wird man bei Empire of Steel in eine Steampunk Welt geworfen. Futuristischer Look wechselt sich mit Dampfmaschinen, Lokomotiven, Zeppelinen und anderen altmodischen Flug- und Fahrzeugen ab.

Im Intro wird man über die knappe Handlung aufgeklärt: Styron ist mal wieder ein machtgeiler General, der alles will und deshalb erobert er zusammen mit seinem Motorhead (Lemmy als böse Boss wäre da natürlich noch genialer gewesen) Imperium die Welt.
Nur eine kleine Republik namens Silverhead wehrt sich bislang gegen die Angriffe. Das klingt natürlich ein bisschen nach Asterix, aber was soll’s.

Vor Spielbeginn geht es an die Wahl des Kampfsgefährts. Das Flugzeug Striker Plane ist zwar schneller, verträgt dafür aber nicht so viele Angriffe. Der Zeppelin Z-01 ist dagegen irre langsam, aber besser gepanzert. Vor jeder der 7 Stages darf man immer wieder auswählen, was man steuern möchte. Dies kann durchaus Einfluss darauf haben, wie leicht man durch die Levels kommt. Dadurch bietet es auch einen kleinen Wiederspielwert, da man es zweimal durchspielen kann. Was fehlt, wenn man schon zwei Flugtypen anbietet, ist der Zwei Spieler Modus, das ist schon ein wenig schade.

Während beide Vehikel die gleiche Standardwaffe (die in 20 Stufen aufrüstbar ist) bieten, haben sie unterschiedliche Sekundärwaffen. Das Flugzeug wirft Raketen ab die zu Boden fallen, während der Zeppelin Granaten in einem Bogen durch die Luft schleudert. Durch einsammelbare Icons kann man sich noch zusätzliche Unterstützung von 2 Dronen holen. Eine limitierte Smartbomb, die großen Schaden anrichtet, darf natürlich nicht fehlen.

Grundlegend ist Empire of Steel ein Shooter der ganz klassischen Art. Von links nach rechts geht es durch eine Vielzahl von Endgegnern zum Zwischenboss und dann zum Levelendboss. Aufgelockert wird das durch einige Levels in denen schräg gescrollt wird oder wo keine Gegner warten sondern man in einem irrwitzigen Tempo durch eine einstürzende Mine flüchtet.

Bei den Gegnern hat man es ebenfalls mit Steampunkvehikeln zu tun: Panzer, Flugzeuge, U-Boote, Züge, fliegende Windmühlen(!), alle im Retro-Sci-Fi Look. Meist wird man aus allen Richtungen attackiert und geschossen wird aus allen Rohren. Auch am Boden befindliche Bunker oder Geschütztürme stellen eine Gefahr dar.
Damit man nicht allzu hilflos ist, kann man sowohl nach vorne als auch nach hinten schießen, was vor allem bei den Bosskämpfen extrem hilfreich und praktisch ist.
Zum aufsammeln gibt es viele Icons, welche die Dronen herbeizaubern, die Waffen aufleveln, die Lebensenergie auffüllen und erweitern oder schlicht den Punktestand erhöhen. Sowieso geht es bei dieser Art von Spiel in erster Linie darum, einen möglichst hohen High-Score zu erzielen. So folgt an jedem Levelende dann auch eine Endabrechnung, wo die verbliebene Lebensenergie umgerechnet wird und man einen Bonus erhält, wenn man keine Smartbomb eingesetzt hat.

Leider ist der Look praktisch das einzige, das Empire of Steel wirklich außergewöhnlich macht. Das gesamte Gameplay ist praktisch so wie bei allen anderen Shootern, ohne das man auf wirklich überraschende Features oder Momente stößt. Mitunter hat man auch den Eindruck, dass die Entwickler regelrecht faul waren. Etwa dann, wenn Endbosse wiederholt auftauchen, wie das große Kampfschiffflugzeugvehikel, das man 3x zerstören darf.

Auch technisch muss man kritisieren, dass es teilweise zu extremen Slow-Down kommt. Manche Endbosse feuern bis zu 10 Raketen oder 20 Projektile auf einmal ab, schießt man dann noch selbst wild rum, hat man schon Angst, dass gleich alles stehen bleibt. Das ist schon manchmal etwas nervig.

Grafisch ist das Spiel dagegen gut. Die Präsentation der Zwischensequenzen in Form eines alten ratternden Filmprojektors, mit braungefärbten Schwarzweißbildern ist schön. Das Spiel selbst ist dagegen mit bunten Farben das genaue Gegenteil.
Auch die Levels bieten abwechslungsreiche Hintergründe, die mit Parallax  Scrolling über den Bildschirm wandern. So ist man in einer Mine unterwegs, über einer großen Stadt bei Nacht oder fliegt einen riesigen Berg hoch. Am Ende geht es sogar in den Weltraum. Auch die ganzen Flugzeuge sind nett designed.
Die Musik dagegen ist eher etwas unspektakulär, nervt aber zumindest nicht. Ein bisschen dynamischer und interessanter, hätte sie aber gestaltet werden dürfen. Die Soundeffekte sind die typischen Explosionen und Schussgeräusche, die man so ebenfalls aus praktisch allen anderen Spielen dieser Sorte kennt.

Wären da nicht die Slow-Downs und die generelle Einfallslosigkeit beim Gameplay, hätte Empire of Steel ein richtig starkes Spiel werden können. So ist es immer noch ein recht spaßiges kleines Spiel, das insgesamt etwas zu leicht geraten ist, aber dadurch vielleicht gerade eher Anfänger anspricht, die bei Thunderforce IV das Gamepad durch die Gegend werfen würden. Das nette Setting und Design macht das Spiel aber wohl auch für Shooterfans interessant. Einen Blick kann man ruhig riskieren.

Publisher: Flying Edge
Developer: Hot-B Co. Ltd.
Erscheinungsjahr: 1992
Erschienen für: Mega Drive
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik6,5/10  Spielspass
Sound6/10
7/10
Gameplay 7/10

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