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Evander Holyfield's Real Deal Boxing PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
07.01.2009

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Boxen mag ich an sich ja gar nicht, in Videospielform allerdings, ist das Ganze recht unterhaltsam. Sei es als Arcadegekloppe wie beim famosen Punch-Out oder in einer ernsthafteren Simulation wie Fight Night.

Evander Holyfield als Zugpferd für das Spiel, hat wohl gerade damals 1992 recht viel Sinn gemacht, war er ja über 25 Kämpfe hinweg unbesiegt und hat alle Titel abgeräumt. Das Ziel des Spiels ist es natürlich, ihn zu besiegen und selbst zum größten Boxer aufzusteigen.
Das zumindest, wenn man sich in den Karrieremodus stürzt.
Erstmal muss man sich seinen Boxer erstellen und kann diverse Parameter wie Haar- oder Hosenfarbe sowie die Fähigkeiten wählen. Power, Stamina, Speed und Defense sind die vier Werte, in denen die Boxer bewertet werden. Am Anfang ist man natürlich noch eher ein Schwächling, aber man startet ja ganz unten in der Weltrangliste und trifft erstmal auf ebenso schwache Boxer.
Insgesamt 30 können maximal bezwungen werden, wobei es sinnvoll ist, diverse von ihnen zu überspringen. Denn nach 40 Kämpfen ist die Karriere definitiv vorbei und ab etwa dem 25. Kampf wird unser Boxer alt und verliert immer mehr an Stärke, so ist das Ziel schon fast, so schnell wie möglich an die Spitze der Weltrangliste zu kommen und dann noch einige Male den Titel zu verteidigen.
Besser wird unser Kämpfer nach jedem Kampf. Dann hat man die Chance aus 8 Trainingsmöglichkeiten drei zu wählen. Dabei gibt es so unterschiedliche Optionen wie Gewichtheben, Sparring oder den Speedbag. Je erfolgreicher man wird und je mehr Geld man verdient, desto bessere Trainingsmöglichkeiten offenbaren sich. Als großer Star trainiert man eben nicht mehr wie Rocky in einer dreckigen Halle, sondern geht in den Health Club oder lässt sich Vitaminpräparate verschreiben.

So gestärkt, steigt man dann in den Ring, wo nach einer kurzen Präsentation beider Boxer samt Statistiken die erste Runde eingeläutet wird. Dargestellt wird das geschehen immer aus seitlicher Perspektive. Bewegen kann man sich dabei auch nur nach links und rechts und die Boxer bewegen sich die meiste Zeit an den Ringseilen entlang. Der Ring ist dabei ein simples 3D Modell, das sich mit den Boxern bewegt.
Neben den Boxern wird der Screen durch die Namen der Boxer, einen kleinen Radar, der die Position anzeigt und Statusbalken gefüllt. Die Energieleiste gibt die allgemeine Kondition des Boxers an, daneben gibt es noch zwei Statusbilder für Kopf und Körper. Attackiert man beispielsweise immer den Kopf, leert sich das Statusbild und fängt zu blinken an. Einige weitere Treffer und der Kampf wird unter Umständen abgebrochen und man wird zum Sieger erklärt.

Gesteuert wird das mit drei Tasten. Zwei davon übernehmen die beiden Arme. Jabs und Hooks gelingen in Verbindung mit der Richtungstaste auf den Körper oder den Kopf des Gegners. Taste B ist für das Block zuständig. In Kombination kann man auch Upper-Cuts machen, die besonders großen Schaden zufügen und dafür sorgen können, dass ein Gegner im Gesicht zu bluten anfängt.
Mit wildem Buttonmashing hat man höchstens gegen die ersten 10 Gegner eine Chance. Danach muss man sich eine Taktik überlegen und schauen, wie man durch die Deckung des Feindes kommt und Treffer landet.
Die Kämpfe dauern, je nachdem wo man in der Rangliste steht, 3 bis 10 Runden. Während jeder Rundenpause sieht man, wie oft man zugeschlagen hat, wie oft man traf und wie viele Treffer man selbst einstecken musste. Dazu folgt noch die Rundenbewertung und ein Nummerngirl darf natürlich auch nicht fehlen.
Die Bewertung der Runden, ist dabei selbst für mich als Laie unverständlich und wohl alles andere als realistisch. Denn die meiste Zeit wird auf 10:9 gewertet, selbst dann, wenn man 10x mehr Treffer landete als der Gegner. Mit 2 Knockdowns, darf man sich dann auch mal über ein 10:8 freuen. Insofern sollte man bei den Kämpfen auf jeden Fall auf KO oder TKO kämpfen und nicht auf einen Punkteentscheid.

Am Ende der Karriere wird abgerechnet und je nachdem wie gut man nun war, ist man vielleicht „The Greatest“ und darf mit seiner Karrierestatistik vor Freunden protzen. Dank Batterie wird nämlich sowohl die Statistik als auch der Spielstand gespeichert.

Neben dem Karrieremodus gibt es als nur noch das Exhibitionmatch, wo man sich Kämpfer und Gegner auswählen darf, sowie die Anzahl der Runden festlegt. Hier darf man auch zu zweit antreten oder einen Kampf zwischen zwei CPU Boxern austragen lassen.

Im spartanischen Optionsmenü, darf man nur die Steuerung ändern, sowie die Batterie leeren. Weitere Optionen oder einen wählbaren Schwierigkeitsgrad gibt es nicht. Der Schwierigkeitsgrad im Karrieremodus steigt schnell sehr stark an. Evander Holyfield ist natürlich der stärkste Boxer mit maximalen Stats und dementsprechend ein zäher Brocken. Aber mit etwas Übung kann man auch ihn besiegen.

Grafisch sieht das Spiel recht gut aus. Die Menüs sind übersichtlich gestaltet und die eigentlichen Kämpfe überzeugen durch zwei große Boxer und gute Animationen. Ein nettes Detail ist auch die Halle, die sich mit mehr und mehr Menschen füllt, je erfolgreicher man ist.
Die Musik dagegen ist eher unscheinbar, aber nicht nervig. Die Soundeffekte gehen in Ordnung und sie Schläge klingen recht realistisch. Dazu gibt es ein paar Sprachsamples des Ringrichters und das Publikum tobt oder buht kräftig rum.

Bleibt als Fazit zu sagen, dass Evander Holyfield’s Real Deal Boxing ein spaßiges Boxspiel mit Tiefgang ist und mit dem Karrieremodus einiges an Langzeitmotivation zu bieten hat.

Publisher: Sega
Developer: ACME Interactive
Erscheinungsjahr: 1992
Erschienen für: Mega Drive, Game Gear
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Leicht – Schwer

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Grafik8/10  Spielspass
Sound6,5/10
8/10
Gameplay 8,5/10

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