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Nach dem Sega schon ein Ghostbusters Spiel 1989 für das Master System veröffentlichten, begaben sie sich auf die Mission auch ein Spiel für ihre damals noch recht neue Konsole, das Mega Drive, zu erschaffen. 1990 war es dann so weit. Der erste Schock kommt schon, wenn man das Spiel startet. Denn die schrägen Töne, die da im Titelbildschirm erklingen, erinnern nur entfernt an das Ghostbusters Titellied. Es klingt so als wurde es von einem unmusikalischen Schimpansen produziert. Eine bessere Version gibt es später im Spiel zu hören, die sonstige Musik ist aber furchtbar nerviges Gedudel. Wir landen im Menü, in den Optionen kann man den Schwierigkeitsgrad einstellen und dann stellen wir fest, dass es keinen Modus für zwei Spieler gibt. Stattdessen wählen wir allein unseren Geisterjäger aus. Peter, Raymond (Wurde er jemals so in den Filmen oder der Serie genannt? War doch immer nur Ray) und Egon. Ja, Winston wurde mal wieder unter den Teppich gekehrt. Was haben alle gegen ihn? Die drei verbliebenen unterscheiden sich in zwei Fähigkeiten: Ausdauer und Geschwindigkeit, wobei die Unterschiede im Spiel sehr minimal sind. Nebenbei sehen die Figuren nicht wirklich gut aus, sie erinnern nur an vage an ihre Vorbilder. Vor allem Egon sieht reichlich doof aus. Danach geht es zur Handlung, die nichts mit den Filmen oder der Serie zu tun hat. Stattdessen sind die Ghostbusters praktisch arbeitslos, weil keine Geister auftauchen. Bis es eines Tages zu einem Erdbeben kommt, das übernatürlichen Ursprungs ist und mal wieder eine Menge gruseliger Gestalten nach New York schickt. So rollen schnell die Anrufe erschreckter Bürger an und die Ghostbusters machen sich auf den Weg. Nach der Cutscene sieht man New York mit vier auswählbaren Gebäuden. Jede davon ist eine Mission und das Gameplay ist immer das gleiche: Man betritt das Haus und läuft erstmal einige Zeit recht konfus rum. Die Gebäude sind labyrinthartig aufgebaut und scrollen in alle Richtungen. Mitunter erinnert es etwas an Metroid ohne dessen geniales Leveldesign aufbieten zu können. Das Hauptspiel ist es jeweils 1-2 Hauptbosse zu finden und einzufangen. Man stellt schnell fest, dass dieses Spiel mit Ghostbusters nicht viel zu tun hat. Denn eigentlich fangen diese die Geister ja ein um sie dann in den Verbannungscontainer abzuladen. Im Spiel trifft man nur selten auf echte Geister. Stattdessen hat man es mit merkwürdigen Wasserblasen, Feuermonstern, Tassen, Messern, Gabel und Kronleuchtern zu tun. Diese fängt man nicht ein, sondern man schießt sie einfach weg. Mit der Serie oder den Filmen haben die Monster und Geister gar nichts zu tun, mit Ausnahme des Marshmallow Man der es dann doch in das Spiel schaffte. Manchmal taucht auch Slimer auf, schießt man ihn ab, lässt er einen Gegenstand fallen, der entweder die Lebens- oder die Waffenenergie auffüllt. Auch die Bossgegner besiegt man durch abschießen, mit dem Unterschied, das wenn man den Boss besiegt hat, ein Geist erscheint, den man einfangen muss, so ganz klassisch wie man es von den Geisternjägern kennt. Nur leider ist die Steuerung absolut furchtbar und so wird das ganze zu einer nicht gerade einfachen Angelegenheit. Das Leveldesign ist mitunter recht merkwürdig. Das Gebäude eher wie Labyrinthe mit Plattformen aussehen, lasse ich mir noch eingehen. Aber es ist schon merkwürdig, wenn man in ein Haus stürmt, das erstmal recht normal aussieht, dann nach der Hälfte aber zu einer Eiswüste aussieht und quasi im Keller einen See bietet. Es wirkt so als habe man einfach alle Ideen auf einen Haufen geworfen. Zumal es keinen Unterschied macht, ob man nun auf normalem oder eisigen Untergrund geht. Das Leveldesign ist auch einfach nicht schön designed, es ist konfus und verwirrend, man geht durch Türen, manchmal geht man durch eine Tür und landet wieder am Anfang und darf von vorne anfangen. Es langweilt und nervt sehr schnell sich durch diese katastrophalen Gebäude zu kämpfen. Es wirkt fast so als wollte man dadurch die Spieldauer strecken, denn insgesamt gibt es auch nur sechs Levels, was schon etwas wenig ist. So kann man das Spiel auch trotz allem, in weniger als einer Stunde durchspielen. Vielleicht wäre das ganze etwas spaßiger, wenn ein zweiter Spieler dran teilnehmen könnte, aber diese Option gibt es eben nicht. Leider macht die Steuerung auch keine gute Figur. Sie ist irgendwie hakelig und zu langsam. Bis der Geisterjäger mal seine Waffe in eine Richtung bewegt und schießt, wurde man vom schnellen Geist schon erwischt. Solche „cheap hits“ gibt es zuhauf in diesem Spiel. Dabei hat Ghostbusters durchaus einige interessante Ansätze. Durch die Aufträge verdient man Geld. Fängt man den Geist am Ende jedes Bosskampfes ein, kann man sich noch einen Bonus zusätzlich verdienen. Ebenfalls finden sich Tresore in den Levels, die man ausräumen kann. Mit dem Geld kann man dann in zwei Shops zum einkaufen aufkreuzen. Im ersten gibt es Gegenstände wie die Peking Ente, welche die Lebensenergie auffüllt, genauso wie es einen Gegenstand für die Energie gibt. Gute Waffen nutzen Energie, deshalb sollte man sich da einen Vorrat anschaffen. Eine Infrarotbrille gibt es auch, obwohl es eigentlich eher ein Nachtsichtgerät ist, nützlich für dunkle Orte. Im Waffenshop gibt es einige Waffen, wie einen Dreifachschuss und Schutzschilder, die kosten natürlich richtig viel Geld und sollten nur eingesetzt werden, wenn man sie auch wirklich benötigt. Da das Spiel bereits 1990 erschien, ist klar, dass auch die Grafik nicht wirklich gut ist. Fast alle Spiele der ersten Mega Drive Generation sind grafisch eher schlicht. Auch wenn es natürlich Ausnahmen wie Revenge of Shinobi gibt. Mit diesem kann Ghostbusters zu keiner Sekunde mithalten. Die Figuren sehen nicht wirklich wie ihre filmischen Vorbilder aus, die großen Köpfe mit den kleinen Körpern darunter wirken sogar etwas gruselig. Bei den Levels muss man sich an viel schwarz gewöhnen. Echte Hintergründe gibt es nur recht selten. Auch die Gegner sehen nicht sonderlich toll aus, selbst der Marshmallow Man könnte besser aussehen, er hat allerdings den besten Effekt in einem der Levels, wo er durch die Fenster schaut und öfter mal seine Faust durch die Wand rammt. Mehr gibt es nicht, weder das Geister abschießen/einfangen noch sonstige Animationen sind gelungen und von grafischen Effekten wie Parallax Scrolling brauchen wir gar nicht erst reden. Das Highlight ist da schon fast die Einblendung des Geisterjägers mit einer Zeitung nach jeder erfolgreichen Mission. Ich bin ja nun wirklich ein großer Ghostbustersfan und mag eigentlich alles, was mit ihnen zu tun hat (Außer es steht Extreme davor), aber dieses Spiel hat mir keinen Spaß gemacht. Es wirkt einfach nicht wie ein Spiel rund um die Geisterjäger, aber auch wenn man das ausklammert hat man ein Spiel das in wenigen Ansätzen wie den Shops interessant wirkt, ansonsten aber einfach nur absolut langweilt und ein hingeschludertes 08/15 Gameplay bietet. Ich kann das Spiel einfach niemandem empfehlen. Publisher: Sega Developer: Sega Erscheinungsjahr: 1990 Erschienen für: Mega Drive Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 6,5/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 5/10 | | Gameplay | 5,5/10 |
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