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Gods PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
26.04.2008

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Vor allem auf dem Amiga hatte Gods ja bereits kurz nach Erscheinen Kultstatus, eigentlich so wie jedes andere Spiel der Bitmap Brothers auch und so wie jedes andere Spiel dieser Entwickler wurde auch das Götterspiel für Konsolen umgesetzt, in diesem Fall für das Mega Drive. Große Unterschiede gibt es kaum, aber doch einige kleinere und die sind nicht immer positiv…

Gods basiert ganz lose auf der griechischen Mythologie. Man spielt Herkules und der will jetzt endlich auch mal unsterblich werden, so wie die Götter. Um das zu bewerkstelligen muss man sich durch eine Stadt prügeln und vier Wächter besiegen. Damit dies nicht ganz so einfach wird, gibt es natürlich noch jede Menge anderes Getier, welches Herkules auf den Pelz rückt.
Damit man nicht ganz so wehrlos ist, kann man Waffen einsammeln die entweder so einfach herumliegen oder hinter Türen in Räumen liegen. Neben Waffen gibt es noch Nahrung, welche die Lebensenergie auffüllt und Edelsteine die man an Ende jeder Stage bei einem Händler gegen nützlichen Plunder eintauschen kann. Dies erinnert an den Shop bei Xenon 2, man kann sich Waffen kaufen, Nahrungsmittel und Extraleben. Später kriegt man noch einen so genannten Familiar dazu, ein kleines Flugwesen, das zumindest kurzzeitig Unterstützung im Kampf gegen die Monster bietet. Bei den Waffen hat man Wurfmesser, Shurikens, Feuerbälle und anderes Wurfmaterial das man, den entsprechenden Gegenstand vorausgesetzt, in drei unterschiedlichen Formationen auf die Gegner feuern kann. Shurikens im alten Griechenland muten merkwürdig an, passen aber perfekt zu den nicht weniger skurril aussehenden Gegnern. Auch das erinnert ein wenig an Xenon 2. Fliegende Flattermonster, kleine Ogerartige Dinger die Projektile abfeuern und Statuen die zum Leben erwachen sind in Level 1 noch gerade zu normal, im Vergleich zu den schrägen, wurmartigen Tieren in Level 3.

Jeder der vier Level besteht aus 3 Abschnitten, an deren Ende erstmal eine Punkteabrechnung stattfindet. Ab bestimmten Punktegrenzen, wie etwa 150.000, bekommt man ein Extraleben. Aber nicht nur deshalb lohnt es sich, die Level komplett abzugrasen - und diese sind riesig. Es geht hier nicht stur von links nach rechts von meist von links nach rechts und dann erstmal weit nach oben oder unten und man steht oft vor vielen Abzweigungen. Eine führt vielleicht nur in eine Sackgasse oder doch zu einer Tür hinter der ein paar Bonusgegenstände warten. Auch gibt es viele versteckte Abschnitte, die man durch Schalter freilegen kann. Schalter gibt es viele. Wobei nicht alle positives bieten. Drückt man einen, können nämlich auch plötzlich Gegner auftauchen. Fies wird es dann, wenn man vor drei Schaltern steht und nur einer öffnet eine Tür, während ein anderer z.B. Stachelfallen erscheinen lässt.
Die Endbosse sind natürlich riesig, so wie sich das gehört und vor allem der finale sieht sehr beeindruckend aus.

Leider ist der Schwierigkeitsgrad alles andere als fair. Zwar ist die Steuerung recht einfach und man benötigt nur zwei Tasten zum springen und schießen, aber die dritte Taste hätte man beispielsweise für die Leitern benutzen können. So springt man und muss hoch drücken und hoffen das Herkules die Leiter erwischt – das klappt mit etwas Übung, aber gerade am Anfang wird man sehr oft vorbeisegeln und auf dem Boden landen. Das ist nicht ohne Folgen, denn es zieht ein wenig Lebensenergie ab und diese ist schon arg limitiert. Etwas anderes, das den Schwierigkeitsgrad enorm in die Höhe reißt sind die plötzlich auftauchenden Gegner, die sich dem Spieler auch noch anpassen. Zwar tauchen die Gegner immer an den gleichen Stellen auf und man kann sich das nach einiger Zeit merken, trotzdem ist es nicht lustig, wenn unerwartet von oben ein paar Flugmonster angesegelt kommen. Im Gegensatz zur Amiga oder PC Version ist die Geschwindigkeit des Spiels auf dem Mega Drive um einiges höher.
Dritter und letzter Kritikpunkt am Schwierigkeitsgrad ist die Tatsache das Gegner schon auf die Spielfigur feuern, ehe jene überhaupt sichtbar sind. Man bewegt sich also mutig nach links auf einer Plattform als plötzlich Projektile angeflogen kommen. Das Ausweichen ist nicht gerade leicht, da Herkules nun eben kein Frosch ist und sich mit dem Hüpfen schwer tut. Feuert man auf die nicht zu sehenden Gegner hat das übrigens keine Auswirkung, man selbst muss sie erst im Bild haben ehe man sie zerstören kann.

Grafisch sieht das Spiel in Ordnung aus, auch wenn man 1993 wohl etwas mehr hätte erwarten können. Hauptsächlich regieren Braun- und Blautöne und viele Grafiken, vor allem auffällig an den Fenstern werden in allen Stages recycled. Die abstrakten Gegner sehen gut aus und die Animationen sind in Ordnung.
Die Musik kann man dagegen nur als grausam bezeichnen. Produziert wurde sie von Nation 12 (dahinter steckt John Foxx von Ultravox) welche für Speedball 2 wesentlich bessere Arbeit abgeliefert haben. Die Musik passt einerseits nicht zum Spielgeschehen und liegt hier in einer grausamen Qualität vor und der Bass kracht ganz fürchterlich. Die Soundeffekte dagegen sind viel zu leise und werden von der „Musik“ sehr übertönt.

Gänzlich überzeugen kann mich Gods nicht. Es ist ein nettes Abenteuer Jump n’ Run und es gibt sehr viel zu entdecken, gerade die zahllosen Räume und geheimen Abschnitte sorgen dafür, das dieses Spiel nicht so schnell langweilig wird. Allerdings ist der enorme Schwierigkeitsgrad schlicht zu frustrierend, da helfen auch die Levelpasswörter nichts, denn die führen lediglich immer zum ersten Abschnitt eines Levels, will man den zweiten oder dritten spielen, muss man sich erstmal dahin durchschlagen. So macht das nicht viel Spaß und die schlechte Musik tut ihr übriges.

Publisher: Accolade/Renegade
Developer: The Bitmap Brothers
Erscheinungsjahr: 1993
Erschienen für: Mega Drive, Amiga, PC, SNES, Acorn Archimedes, NEC PC-9801, Atari ST
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Schwer

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound5/10
6,5/10
Gameplay 7/10

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