Anfang der 90er waren Spielautomaten ja der letzte Schrei und man konnte mit einem tollen Spiel massenhaft kleine Kinder ausnehmen.
Ein Spielautomat spielt auch in Kid Chameleon eine Hauptrolle. Der heißt Wild Side, funktioniert ungefähr wie das Holodeck der Next Generation Enterprise und niemand weiß, was in diesem Automaten vorgeht, weil jeder, der ihn betritt nicht wiederr rauskommt.
Schuld daran ist der Endgegner des Spiels mit dem unglaublich einfallsreichen Namen Heady Metal. Warum er das macht, wird nicht so wirklich geklärt, das ist auch egal, denn jetzt betritt Kid Chameleon die Bühne. Er sieht ein bisschen aus wie Marty McFly und will Heady Metal das Handwerk legen.
Natürlich darf diese Aufgabe der Spieler übernehmen und spielt nun ein recht konventionelles Jump n’ Run, das aber darüber hinaus doch einige interessante Ideen aufzubieten hat. Unterwegs findet man nämlich öfter mal einen Helm, der den Kid verwandelt, so wird er z.B. zu einem Samurai, der mit seiner Waffe wesentlich stärker ist. Daneben gibt es noch Helme um kleiner zu werden oder um Wände durchbrechen zu können. Das ist wichtig um überhaupt durch die Level zu gelangen. 2 Helme finde ich besonders gelungen. Zum einen ist das „Juggernaut“ von dem man in einen Panzer verwandelt wird, der mit Schädeln schießt und zum anderen „Maniaxe“, ein Jason-Verschnitt der Äxte wirft.
Neben den Helmen gibt es noch Diamanten zu sammeln. Hat man genügend davon, kann man sie per Tastendruck aktivieren und erhält so besondere Fähigkeiten, die von Helm zu Helm unterschiedlich sind. Bei Maniaxe gibt es z.B. für 20 Diamanten den Circle of Death, damit kann man jeden Gegner bei Berührung töten und für 50 gibt es ein Extraleben.
Durch die Helme ist man auch ein bisschen geschützt. Trägt man einen Helm und verliert alle Lebenspunkte, stirbt man nicht, sondern wird wieder in den Kid zurückverwandelt, erst wenn man da die restlichen Lebenspunkte verliert, stirbt man.
Die Level sind gefüllt mit verschiedenen Gegnern und um es noch schwerer zu machen, hat man ein Zeitlimit für jede Runde. Allerdings ist das so großzügig bemessen, das man selbst dann nicht in Zeitnot gerät, wenn man jeden Level nach Geheimräumen durchsucht.
An sich wäre das Spiel so wirklich sehr nett, es bietet sogar einen 2-Spieler Modus, aber es hat einen entscheidenden Nachteil: Mit seinen 103 Leveln ist Kid Chameleon riesig und man braucht viel Zeit um es durchzuspielen. Leider haben die Entwickler weder eine Batterie noch eine Passwortfunktion eingebaut, was bedeutet, man muss alles an einem Stück durchspielen. Das ist wirklich total dämlich und ich frage mich warum das den Entwicklern nicht aufgefallen ist. Auch ist der Schwierigkeitsgrad recht hoch. Die ersten paar Level rennt man zwar noch problemlos durch, aber es wird recht schnell unglaublich schwer.
Grafisch präsentiert sich das Spiel ganz nett, ohne jetzt wirklich genial auszusehen. Aber die Level sind zumindest abwechslungsreich designed.
Musik und Soundeffekte sind leider nur Durchschnitt und von recht schlechter Qualität, das klingt alles sehr dumpf und matschig. So schlecht war der Soundchip des Mega Drives wirklich nicht.
Bleibt noch abschließend zu sagen, das Kid Chameleon ein Jump n’ Run mit einigen netten Ideen ist, aber durch die fehlende Passwortfunktion einen entscheidenden Nachteil hat. Trotzdem kann man es sich mal ansehen, man wird nicht enttäuscht.
Publisher: Sega
Developer: Sega
Erscheinungsjahr: 1992
Erschienen für: Mega Drive
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Schwer

| Grafik | 6.5/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 |
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