Home arrow Spiele arrow Sega arrow Mega Drive arrow Make my Video: Kriss Kross (Sega CD) 04 September 2010  
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Make my Video: Kriss Kross (Sega CD) PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
14.11.2009

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Hachja, die 90er, das Jahrzehnt der kurzlebigen Trends und der beschissenen Musik. Kriss Kross war ein solch kurzlebiges One-Hit Wonder. Alle die alt genug sind, kennen es sicher: Jump, Jump. Das Lied der Frösche könnte man sagen.

Nun könnte man aus Hüpf, Hüpf und Lizenz sicher ein Jump n‘ Run machen, aber leider befanden wir uns schon im Zeitalter des Sega CDs, das vor allem von Digital Pictures mit größtenteils unglaublichem Softwaremüll beliefert wurde. Make My Video war eine Serie, in der unzählige kurzlebige Bands wie Marky Mark oder C+C Music Factory neben INXS digital versoftet wurden. Fragt mich nicht, warum ich nicht in Besitz der INXS Disc bin, denn die wäre davon wohl am erträglichsten. So aber haben es wird mit den Kids aus dem Ghetto zu tun, die nie gelernt haben, sich richtig anzuziehen (Man kann ja froh sein, das der „Kriss Kross Klamottenstyle“ nie Anklang fand, ansonsten müsste man gerade in diesem Jahrtausend wo alle schrottigen Trends wieder ausgegraben werden um ein Revival bangen)

Man wirft die Disc ins Sega CD und wird von einem DJ begrüßt und holy shit, was das für einer ist. So viel Overacting und übertriebenes Gehabe in einer Person habe ich selten gesehen. Warum redet er mit einem Totenkopf? Warum klebt sein Name auf einem Schild an seinen Schuhen.  Warum fängt er an rumzurappen und das so schlecht, dass sich selbst Will Smith dafür schämen würde?
Fragen über Fragen, die wir besser gar nicht beantwortet haben wollen. Nach dem trashigen Intro, das zumindest für einige Lacher sorgt, kommt man zur Auswahl. Drei Songs von Kriss Kross (Hatten die wirklich so viel?) stehen zur Auswahl: Nebst Jump noch Warm it Up und I Missed the Bus, die ich nicht mal kenne. Aber nicht nur das Musikstück muss ausgewählt werden, sondern auch der Anrufer. Es gibt einige unterschiedliche, die alle unterschiedliche Bedingungen darüber stellen, wie das Musikvideo aussehen soll oder welche Szenen auf jeden Fall drin sein müssen.
Manche wollen bestimmte Szenen, andere bestimmte Effekte und dies gilt es dann zu erfüllen.
Die Videosequenzen mit dem DJ Boyd und den Anrufern sind bester Trash, die meisten Anrufer klingen wie die Chipmunks und versuchen irgendwie krampfhaft wie Klischeekids aus dem Ghetto zu klingen. Man muss das echt live erlebt haben um es zu glauben. 

Hat man das überstanden, kommt man zum eigentlichen „Spiel“. Dies ist ein Videoeditor. Mit den A, B, C Tasten wählt man eines von drei Videos aus und kann lustig umherspringen. Eines davon ist das jeweilige Originalvideo, die anderen 2 sind ein Sammelsurium an Public Domain Schrott von Schwarz/Weiß Slapstick Footage über Zeichentrickserien zu Raketenstarts. Mit den Richtungstasten wählt man zusätzlich Effekte aus. Ob das Bild nun Rot, Grün oder Blau sein soll, blinken oder eingefroren erschienen, liegt ganz in der Hand des Spielers. Witzig finde ich hierbei die Optionen Bigpix und Smear, als wär das Video nicht schon grobpixelig und schlecht aussehend genug.

Hat man das gesamte Video dann editiert, kommt die Stunde der Wahrheit. DJ Boyd meldet sich wieder zu Wort und entscheidet ob das Video in Ordnung ist oder nicht. Ist es das, darf man es sich direkt wieder ansehen, komplett, ohne die Möglichkeit es abzubrechen. Danach folgt noch ein Kommentar und man sieht, welchen Platz in der High Score Liste man erreicht hat.

Alternativ wechselt man in den U-Direct Modus, hier wählt man ein Lied und kann dann ein Video erstellen so wie man es will, was nicht viel anders als der normale Spielmodus ist. Mit dem Unterschied, das man sein Werk am Ende sogar abspeichern kann. So kann man dann den kleinen Bruder an einen Stuhl fesseln und ihn dem puren Horror aussetzen. Schon interessant, das uns der sonst so strenge Jugendschutz in Deutschland vor so etwas nie bewahrt hat.

Theoretisch könnte man behaupten, das es ein interessantes Konzept ist. Videos zu Songs erstellen, ist zumindest ein bisschen kreativ, wenn es richtig umgesetzt ist. Das ist es hier aber eben nicht. Egal was die Leute fordern, so wirklich großen Einfluss hat es nicht. In meinem zweiten Video hab ich in bester Track & Field Manier einfach nur willkürlich auf den Tasten rumgedrückt. Das Ergebnis war ein verwirrender Acid-Trip ohne Drogen und brachte mir Platz 1 in der Bestenliste ein. Ein Zufall? Nicht wirklich, auch im zweiten Anlauf mit anderem Song und anderem Anrufer gelang mir das.

Neben der High Score Liste hat diese Ausgabe von Make my Video kein weiteres Spielziel und so ist der „Spielspaß“, wenn er überhaupt existiert, nach spätestens 15Minuten aufgebraucht.

Über die Technik muss man keine Worte verlieren. Die Musik ist Red Book Audio und klingt dementsprechend gut (also qualitativ, die Musik an sich ja eigentlich weniger). Die Videos sind in typischer Sega CD Qualität, grob aufgelöst, farbarm und einfach schlecht aussehend, wobei dies durch die Videoeffekte noch verschlimmer wird.

Theoretisch könnte man als Fazit schreiben, dass  Make my Video: Kriss Kross zumindest für Fans der Band einen Blick wert wäre, aber gibt es solche überhaupt? Als 15minütiger Partyspaß mit Freunden und einer Kiste Bier ist das ganze wohl noch brauchbar, ansonsten ist es einfach nur Datenmüll mit schrecklicher Musik, die uns an die grässlichen 90er erinnert.

Publisher: Sony Imagesoft
Developer: Digital Pictures
Erscheinungsjahr: 1992
Erschienen für: Sega CD
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Nicht vorhanden

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Grafik5,5/10  Spielspass
Sound8/10
2/10
Gameplay 3/10

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