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Tennis war Ende der 80er bis etwa Mitte der 90er der ganz große Hype. Was in erster Linie an interessanten Spielern lag. Typen wie Boris Becker oder Andre Agassi waren irgendwie einzigartig. Mittlerweile ist Tennis zu Recht in der Versenkung verschwunden, es ist einfach langweilig, wenn nur ein paar blasse Typen ohne Ausstrahlung rumhechten und wenn eine untalentierte Russin der größte Hype ist, ist das schon recht ärmlich.
Natürlich erschienen zu dieser Zeit Unmengen an Tennisspielen. Was mich immer wunderte, dass es keines mit Boris Becker gab, der hatte doch eigentlich einen großen Namen. Der wohl größte Tennisspieler dieser Zeit war Pete Sampras. Er hat unzählige Rekorde aufgestellt und so schnappte ihn sich Codemasters als Lizenzträger. Pete Sampras Tennis erschien 1994. Am auffälligsten ist erstmal die Cartridge (Vorausgesetzt man spielt das auch am Mega Drive und nicht per Emulator). Es ist eine J-Cart und hat zwei Gamepadanschlüsse. Das war wohl die genialste Erfindung von Codemasters, denn so konnte man sich den Kauf eines Multiplayeradapters sparen. Im Hauptmenü finden wir vier Punkte. Ein recht überflüssiges Tutorial, ein Turnier, die World Tour und Exhibition. Hinter der World Tour findet sich eine Art Karrieremodus. Das Turnier ist für 4-8 Spieler, die gegeneinander antreten wollen. Im Einzelspiel wählt man die Anzahl der Sätze (1,3,5) und seinen Spieler als auch den Gegner. Leider gibt es neben Sampras keine weiteren echten Sportler, alle sind nur Fantasiegestalten, aber dafür darf man einen eigenen Namen eingeben. Dann wird noch der Platz gewählt und das Match startet. Gras, Sand und Hartplatz sind die Platzarten und es gibt zahlreiche unterschiedliche Hallen verteilt über die ganze Welt. Natürlich dürfen Einzel auch Doppel ausgetragen dürfen und diese können gemischt sein. In der World Tour wird mit einem Passwortsystem gearbeitet, damit man die Konsole auch mal ausmachen kann, hier findet sich auch ein Cheat (Das Passwort ist Zeppelin) um noch zwei weitere geheime Spielmodi frei zuschalten. Da wäre zum einen die Huge Tour, ein riesiger Saisonmodus wo man Platzierungen erreichen muss um an den entsprechenden Turnieren teilnehmen zu dürfen. Hier können auch bis zu 8 Spieler teilnehmen. Unter Crazy verbirgt sich noch ein reichlich abgefahrenes Arcadetennis. Nicht nur das Dizzy (Das Ei aus der Spieleserie) auf dem Netz rumtanzt, es gibt auch massig Symbole zum Einsammeln, mit denen der Tennisball sehr klein, sehr groß wird oder man ihn im Flug steuern kann. Ziel ist es in einem Zeitlimit die meisten Punkte zu holen, wobei niemand genau weiß, wie das mit den Punkten funktioniert. Der Modus ist wirklich Crazy. Warum diese zwei Menüpunkte nicht freigeschaltet sind, weiß wohl niemand.
Das Spiel an sich steuert sich schön einfach, zumal auch nur 3 Tasten benutzt werden. Man kann einen Lob, einen für die normalen Schläge und hechten kann man auch noch. Die Steuerung ist sehr leicht zu erlernen, wesentlich komplizierter ist es da schon, seinen Spieler immer richtig zu positionieren, denn all zu oft schlägt man mal vorbei oder wird vom Ball getroffen. Sehr fair ist es auch, dass man beim Aufschlag daneben schlagen kann und es trotzdem nicht als Foul gilt. Das mag zwar unrealistisch sein, aber gerade für Anfänger ist das einfach nur fair, weil der manuelle Aufschlag nicht immer ganz einfach ist, aber dieser deutlich schneller und härter als der unbrauchbare automatische ist.
Das große Problem im Kampf gegen die CPU ist die KI. Denn von Intelligenz kann man kaum sprechen. Lediglich die vier besten Spieler/innen sind eine Art Herausforderung, aber alles was schwächer ist, besiegt man leicht und locker. Aber hier gilt eben wie bei praktisch allen Sportspielen: Nur im Multiplayer ist es wirklich gut und hat man da einen Gegner der das Spiel beherrscht, erlebt man tolle und spannende Ballwechsel. Nett gemacht sind die kurzen Momente wenn das Publikum Amok läuft und für Stimmung sorgt (Was beim Tennis natürlich verboten ist, da darf man nicht Fan sein und es zeigen) oder der Spieler zum Schiedsrichter geht und sich beschwert, weil das Aus kein Aus war. Für diese Momente bietet das Spiel eine Replayfunktion, wo man sich selbst davon überzeugen kann, wer denn nun Recht hatte. Am Ende jedes Spiels gibt es dann noch eine kleine Statistik über die Punkte, Asse usw.
Technisch ist das Spiel eher Durchschnitt. Die Tennisplätze sehen im Prinzip immer gleich aus, lediglich das bisschen Arena was man sieht, unterscheidet sich leicht. Die Tennisspieler sind recht klein und undetailliert, aber zumindest sind die Animationen in Ordnung. Die Musik ist von der Sorte „Nerviges Fahrstuhlgedudel“ und zum Glück hört man es nur im Menü. Die Soundeffekte sind schön realistisch, der Publikumskrach geht in Ordnung und die Sprachfetzen sind in Ordnung, auch wenn sie stark rauschen und „Player 1“ eher „Plan 1“ klingt.
Pete Sampras Tennis ist ein nettes Tennisspiel, das einige Optionen bietet, auch wenn die Hälfte davon versteckt ist. Mit einer besseren künstlichen Intelligenz hätte das Spiel sicher der Top Hit werden können (Ich lache immer noch über den „93% von Mean Machines“ Aufdruck auf der Schachtel). So ist es aber für Multiplayerpartien das wohl beste Tennisspiel auf dem Mega Drive.
Publisher: Codemasters Developer: Zeppelin Games Erscheinungsjahr: 1994 Erschienen für: Mega Drive Anzahl Spieler: 1-8 Schwierigkeitsgrad: Spielerabhängig
 
| Grafik | 5/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 6,5/10 | | Gameplay | 7/10 | | Multiplayer | 8,5/10 |
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