|
Ein Jahr nach dem ersten Teil der noch zur Trilogie werden Streets of Rage Reihe erschien der zweite Teil. Auch in der Spielewelt ist ein Jahr vergangen, nachdem Axl, Adam und Blaze Mr. X besiegt haben und die Stadt von Gangstern bereinigt haben. Dass so ein Bösewicht, wie es Mr. X nun einmal ist, eine Niederlage nicht auf sich sitzen lässt, plant er die große Rache. Er baut nicht nur sein Syndikat wieder auf sondern entführt auch direkt Adam. Dessen kleiner Bruder, von allen nur Skate genannt wird, benachrichtigt Axel und Blaze und ehe man sich versieht, geht es wieder heiß her in den Straßen. Da Adam fehlt und zwei Charaktere etwas wenig wären, schließt sich Skate den beiden an und zusätzlich kommt Axels Freund Max Thunder (geiler Name, oder?) auch noch dazu. Die vier Charaktere unterscheiden sich natürlich wie gehabt in Schnelligkeit und Stärke, wobei Max das große Muskelmonster gehörig zuschlägt, dafür langsam ist, während Skate zwar schnell, sonst aber praktisch nutzlos ist. Allerdings kann man nicht nur rein nach diesen statistischen Werten gehen, da sich die Kämpfer auch bei ihren Moves stark unterscheiden. So mag Max zwar richtig fest zuschlagen, den besten Move im Spiel hat aber Axel mit seinem Grand Upper, dem Blaze mit ihrem Vertical Slash kaum nachsteht. Das Moverepertoire wurde gehört erweitert, es gibt nun einige neue Special Moves. Max hat beispielsweise zwölf Moves neben dem konventionellen Schlag, um Gegner zu beseitigen. Auch der Special Move wurde verändert. Brauste in Teil 1 noch ein Polizeiwagen heran, der mit der Panzerfaust für Freude sorgte, haben die Kämpfer nun einfach zwei extrem starke Aktionen. Drückt man einfach nur die A-Taste wird der normale Move gezeigt. Bei Blaze etwa ein starker Backflip, der mehrere Gegner gleichzeitig ins Grab befördert. Drückt man gleichzeitig noch eine Richtungstaste, wird der direkte Special Move ausgelöst. Dieser trifft zwar nur einen Gegner, aber gerade gegen Stagebosse ist dies eine extrem wirksame Waffe. Anders als der Special Move bei SoR1 ist man hier nicht auf eine bestimmte Anzahl limitiert, sondern jede Ausführung kostet ein wenig Lebensenergie. Generell ist die Steuerung sehr einfach und schnell begriffen. Auch die stärksten Kampfaktionen werden durch eine Taste plus Richtung ausgeführt. Tastenkombinationen lernen muss hier niemand, was den Spielspaß erhöht, da man Mitspielern vorher nicht alles erklären muss. Nach wie vor gibt es Schläge und Aktionen aus dem Sprung heraus sowie den Grapple, aus dem man eine Vielzahl von Aktionen wie einen Suplex zeigen kann. Etwas schade ist es da schon fast, dass es keine Löcher mehr im Leveldesign gibt, durch die man Gegner mit etwa dem Backflip werfen kann. Insgesamt gibt es acht Stages, die nochmal jeweils in mehrere Abschnitte unterteilt sind. Meist geht es von links nach rechts, manchmal aber auch von oben nach unten. Es geht auf der Straße los, dann geht es über einen Vergnügungspark in ein Baseballstadion, auf ein Schiff und weiter bis man endlich auf der Insel von Mr. X ankam. Beim Leveldesign zeigte man sich größtenteils konservativ und ja, es gibt auch hier einen Aufzugabschnitt (genauer gesagt sogar zwei), aber dann gibt es doch einige recht einfallsreiche Stages, wie das eindeutig von H.R. Giger inspirierte Gruselhaus im Vergnügungspark. Bei den Gegnern trifft man auf die altbekannten Peitschendominas und Punks sowie eine Vielzahl neuer Gegner, die schon mal ein Jetpack nutzen oder auf Motorrädern angefahren kommen. Etwas intelligenter sind sie auch geworden. Ständig wird man von ihnen umzingelt und sie heben teilweise auch Waffen auf, die am Boden rumliegen. Messer, Stahlrohre und Katanas kennt man bereits. Der Pfefferstreuer wurde durch eine handliche Granate ausgetauscht. Zum auffüllen der Lebensenergie gibt es Äpfel und Brathähnchen und um das Punktekonto zu erhöhen Geldsäcke und Goldbarren. Ich frage mich ja, wer das alles in die Kisten, Mülltonnen und sogar Spielautomaten legt und warum. Der Schwierigkeitsgrad steigt natürlich kontinuierlich an. Am Anfang trifft man auf maximal drei nicht allzu starke Gegner. Später kann es dann aber vorkommen, dass sich 5-6 sehr starke Feinde um die Spielfigur versammeln. Hierbei spielt der wählbare Schwierigkeitsgrad eine Rolle. Auf Easy ist das Spiel wirklich einfach, wogegen es auf Hardest schon anders zugeht. Per Cheat kann man noch weitere Schwierigkeitsgrade wie Very Easy und Mania, das eine große Herausforderung ist, freischalten. Unfair wird das Spiel aber nie, da man irgendwie alle Gegner besiegen kann, auch wenn nicht alle einer festen Bewegungsabfolge folgen sondern sich auch mal völlig unplanmäßig verhalten. Wie immer macht die Prügelei natürlich zu zweit am meisten Spaß. Anders als im ersten Teil gibt es hier leider kein optionales anderes Ende, dafür aber einen neuen Spielmodus: Duel. Hier verwandelt sich Streets of Rage in einen Versus-Fighter wo beide Spieler gegeneinander in einem Best of 3 Kampf antreten. Das ist ganz nett, etwas interessanter hätte ich da aber einen Duel Modus wie bei Golden Axe 2, wo man gegen immer und stärker werdende CPU Gegner kämpft gefunden. Trotzdem ist es ein netter Bonus. Streets of Rage war eines der ersten 16-MBit großen Module auf dem Mega Drive und das zeigt sich auch bei der Grafik. Konnte hier der Vorgänger kaum überzeugen, ist es hier das genaue Gegenteil. Alle Figuren sind recht große und detailliert gestaltet. Die Hintergründe sind detailreich und bunt. Auch mit Parallax-Scrolling wird nicht gespart, was vor allem im Baseballstadium und der Alienwelt mit dem Nebel im Vordergrund richtig gut aussieht. Auch die Animationen sind nun wesentlich besser gelungen. Was soll man zur Musik sagen? Die ist wieder von Yuzo Koshiro und ich möchte fast behaupten, dass es der beste Soundtrack ist, den er je produziert hat. Die Musik ist schlichtweg genial und jede Stage hat den passenden Sound. Auch die Soundeffekte sind nun wesentlich besser. Lediglich die kurzen Sprachfetzen die es gibt (Etwa bei den großen Moves wie dem Grand Upper), sind nicht ganz so gelungen. Streets of Rage 2 ist ohne Frage das beste Beat ‘em Up auf dem Mega Drive, das beste Beat ‘em Up aller 16-Bit Konsolen und eines der besten Beat ‘em Ups aller Zeiten. Das Gameplay ist phänomenal, es ist unterhaltsam, bietet geniale Musik und vor allem zu zweit macht das Spiel einfach verdammt viel Spaß. Einer der absoluten Pflichttitel auf dem Mega Drive eben. Publisher: Sega Developer: Sega Erscheinungsjahr: 1992 Erschienen für: Mega Drive, Master System, Game Gear, Arcade Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 9,5/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 | | Multiplayer | 9,5/10 |
Im Forum kommentieren |