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Als 1987 Double Dragon in die Spielhallen und später Heimcomputer/Videospiele hereinbrach startete der Boom des Beat ‘em Up Genres. Unzählige weitere Spiele wurden in kürzester Zeit veröffentlicht, am prominentesten war darunter Final Fight. Da die Umsetzung dieses Spielhallenhits erstmal nur exklusiv für das SNES erfolgte, musste Sega natürlich nachziehen und veröffentlichte 1991 Streets of Rage. In einer einst wohl recht netten Großstadt herrscht das Chaos nachdem ein Verbrechersyndikat unter der Leitung eines bis dato anonymen Bosses kurzerhand die Stadtregierung (Wie Ted DiBiase schon feststellte: „Everybody has a price“) aufgekauft. Auch die Polizei bleibt davon nicht verschont. Nur drei ehemalige Cops wollen sich das nicht weiter mit ansehen und wollen eine Spezialeinheit gründen. Dies wird boykottiert, da die Polizei eben auch vom fiesen Mob gekauft wurde. Lediglich ein anderer Cop (der aber mehr im Hintergrund bleibt) schließt sich den dreien an, die die Sache nun selbst in die Hand nehmen. Vor dem Spielstart wählt man einen der drei Charaktere, die sich natürlich in ihren Eigenschaften unterscheiden. Adam Hunter ist der Schläger, der gut austeilt aber langsam ist. Blaze Fielding dagegen ist schnell und kann hoch springen, dafür hat sie nicht so viel Muskelkraft und Axel Stone ist der typische Durchschnittscharakter. Nebenbei finde ich die Charakterbiographien der drei sehr witzig, so ist das Hobby von Blaze Lambada, was zur damaligen Zeit ein kurzer Hype war und nicht nur Mr. Miyagi mag seinen Bonsai sondern auch Adam. Hat man seinen Kämpfer gewählt, geht es auch schon direkt auf die Straße. Streets of Rage folgt dabei dem altbekannten Konzept: Von links geht es nach rechts durch eine scrollende Landschaft, die immer mal wieder stehen bleibt. Dann stürmen mehrere Gegner auf den Spieler zu und die gilt es zu erledigen. Sind die ersten Gegner noch einfache Prügelknaben die kaum Schaden anrichten, wird es später schon etwas gefährlich, wenn sie mit Messern, Rohren oder sogar Katanas angreifen. Neben den normalen Punks gibt es noch eine große Zahl weiterer Gegner, wie eine SM-Domina mit Lederpeitsche, Wrestler, große dicke Fleischklöpse die Feuer spucken und andere Freaks, bei denen man sich nur fragen kann, wo die herkommen. Die Kämpfe laufen immer mit einem Zeitlimit ab, das sich zurücksetzt, sobald alle Gegner beseitigt sind. Wirklich in Zeitnot kommt man allerdings nie und man kann sich viel Zeit beim bekämpfen der Bösewichte lassen. Obwohl unserer drei Kämpfer eigentlich Cops sind und in bester Indiana Jones Manier die Feinde auch einfach umschießen könnten, entscheiden sie sich doch gegen Pistolen und Gewehre und greifen einfach mit Händen und Füßen an. Zum Glück können sie Judo oder andere Martial Arts Stile. Neben normalen Schlägen und Tritten, gibt es auch Combomoves sowie spezielle Griffe. Man geht einfach direkt auf einen Gegner zu, die Spielfigur greift diesen automatisch und je nach Position kann man einen Angriff von vorne oder von hinten starten oder den Gegner werfen. Blaze etwa zeigt bei einem Grapple von hinten einen Standing Snap Kick und Adam einen Jumping Reverse Kick. Auch Suplexes sind möglich. Aber auch die Gegner können die Spielfigur packen, will man dann nicht rumgeworfen werden, sollte man einen Konterangriff starten. Wie oben schon erwähnt, haben die Gegner Waffen, auch man selbst darf sich alles greifen, was man entweder den Feinden abnimmt oder in Verstecken (In der Landschaft kann von der Mülltonne zur Telefonzelle alles zerstört werden) findet. Flaschen, Messer, Rohre, Baseballschläger und Pfefferstreuer. Letzteres ist wohl eine der ungewöhnlichsten „Waffen“. Man wirft das Pfeffer auf einen oder mehrere Gegner die dann wie betäubt sind und offen für Angriffe. Insgesamt durchwandert man in Streets of Rage acht lange Levels. Von der Stadt geht es zum Strand mit nettem Wassereffekt, über eine Brücke zum Schiff um dann beim beliebtesten Kampfplatz des Beat ‘em Up Genres zu landen: Der bewegende Aufzug. Gibt es ein Spiel aus diesem Genre, das ohne so einen Abschnitt auskommt? Am Ende wartet dann natürlich immer ein besonders großer Obermotz. Wird dieser zu gefährlich oder ist man auch sonst in zu großer Gefahr, kann man die Spezialattacke starten. Der erwähnte vierte Helfer taucht in seinem Polizeiwagen auf und feuert mit der Panzerfaust Richtung Feind. Das sieht gut aus und erinnert ein wenig an die Magieangriffe von Golden Axe. Natürlich ist dieser Special Move limitiert. Mit etwas Glück findet man aber mal ein Icon, durch das man einen weiteren erhält, genauso wie man immer eines erhält, wenn man ein Leben verloren hat. Daneben finden sich natürlich noch Extraleben und Geldsäcke (für den Punktestand) sowie Äpfel und Fleischstücke auf dem Weg, welche die Lebensenergie auffüllen. Ein Spiel wie Streets of Rage macht natürlich am meisten Spaß mit einem weiteren Mitspieler. Das wird zum Glück auch geboten. Zu zweit kann man auch noch einen Teamangriff starten, mit dem man richtig Schaden austeilt. Das ist auch nötig, da sich das Spiel denkt „Wenn Spieler 1 Unterstützung bringt, mach ich das auch“ und fortan trifft man auf wesentlich mehr Gegner und zwei statt einem Stageboss. Einen besonderen Anreiz erhält der Zwei Spieler Modus auch noch durch ein optionales „böses Ende“. Eine etwas merkwürdige Entscheidung traf man, wenn ein zweiter Spieler in ein bereits laufendes Einzelspielerspiel einsteigen will. Dann kann dieser nämlich nicht frei wählen, sondern kriegt eine Figur abhängig davon, welche Spieler eins nahm. Wenn dieser also beispielsweise mit Axel spielt, bekommt Spieler zwei automatisch Adam. Grafisch sieht das Spiel ganz nett aus, ohne ein Grafikfeuerwerk abzufeiern, wie es der Nachfolger, Sonic oder etwa Ristar taten. Zwar ist alles schön bunt (und im frühen 90er Stil, Pink und Lila Neonfarben dominieren die Landschaft) aber nicht sonderlich detailliert. Auch die Charaktere könnten etwas größer und interessanter gestaltet sein. Ebenso sind die Animationen teilweise etwas zu abgehackt. Wesentlich besser als die Grafik ist da schon der Sound. Wer sagt, das Mega Drive können keinen guten Sound abliefern, soll sich anhören was der Gott des Mega Drive Soundchips Yuzo Koshiro hier wieder abfeiert. Ähnlich wie beim Nachfolger oder anderen Spielen wie Revenge of Shinobi ist die Musik genial, passt zum Spielgeschehen und wird nie nervig, eher im Gegenteil. Die Soundeffekte können dafür leider nicht so ganz mithalten. Streets of Rage wurde natürlich von seinem genialen Nachfolger überflügelt, was aber nicht bedeutet, das dieser erste Teil schlecht ist. Hier und da merkt man, das es noch ein wenig am Feintuning fehlt und die KI agiert gerade bei den Bosskämpfen einfach mal cheatend und ignoriert Angriffe des Spielers. Gerade aber zu zweit kann das Spiel nach wie vor überzeugen und macht Spaß. Publisher: Sega Developer: Sega Erscheinungsjahr: 1991 Erschienen für: Mega Drive, Master System, Game Gear Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar

| Grafik | 6,5/10 | | Spielspass | | Sound | 9/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 8,5/10 | | Multiplayer | 8,5/10 |
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