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WWF Super Wrestlemania PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
19.12.2010

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Das erste 16-Bit Videospiel rund um die World Wrestling Federation erschien im Jahr 1992 und wie schon die NES Spiele zuvor, erschien auch dieses wieder von Acclaim, produziert von Sculptured Software auf dem Mega Drive und SNES.
Man muss ja kurz darauf eingehen, das sich beide Versionen recht stark unterscheiden:
Die SNES Version hat bessere Grafik und Ton, zusätzlich gibt es 10 statt 8 Wrestler. Dafür bietet die Mega Drive Fassung Finishing Moves und den WWF Championship Modus. Auch bieten beide Versionen unterschiedliche Wrestler und so hat man schnell den Eindruck, das Acclaim darauf hoffte, das es Wrestlingfans gibt die beide Konsolen besitzen und sich so beide Spiele zulegen. Eine recht dreiste Abzocke.

Wenden wir uns also der Sega Version zu. Die acht enthaltenen Wrestler sind: Hulk Hogan, Ultimate Warrior, Randy Savage, Ted DiBiase, Shawn Michaels, Papa Shango, IRS und der British Bulldog. (Die SNES Version bietet dagegen die Legion of Doom, die Natural Disasters, den Undertaker, Sid Justice, Jake Roberts, Hulk Hogan, Ted DiBiase und Randy Savage)
An Spielmodie gibt es ein 1 gegen 1 Match und Tag-Team Matches. Die Survivor Series bei der zwei Teams zu je 4 Wrestlern (also alle verfügbaren Kämpfer) gegeneinander kämpfen, bis ein Team komplett eliminiert wurde. Abschließend noch die  erwähnte Championship, wo man der Reihe nach alle Gegner besiegen muss um den World Title zu gewinnen.
Schade das es nicht noch einen Championship Modus rund um die Tag-Team Titel gibt.
Bevor es zur Wrestlerwahl geht, darf man noch den Schwierigkeitsgrad festlegen und entscheiden ob der oder die Gegner manuell oder automatisch gewählt werden.

Danach geht es direkt in den Ring. Sämtliche Showelemente die zum Wrestling gehören werden kurzerhand weggelassen. Keine Einzüge oder vorherige Promos wie es sie bei WWF Superstars auf dem Game Boy gab. Stattdessen stehen beide Wrestler im Ring und werden von Howard Finkel angekündigte.

Das Gameplay gestaltet sich simpel und besteht nur aus Buttonmashing. Taste A sorgt für den Grapple, B für Schläge und C für Tritte. Drückt man B+C zusammen rennt der Wrestler los. Man ist in seinen Aktion extrem limitiert und alle Wrestler haben das exakt gleiche Moveset. Insgesamt gibt es etwa 20 Aktionen, wobei da Pins mitgezählt sind. Aus dem Grapple hat man beispielsweise vier Aktionen zur Verfügung: Headbutt, Bodyslam, Suplex und Irish Whip. Vom Top Rope dagegen nur einen Elbow Drop und während der Gegner am Boden liegt, kann man auch nur einen Elbow Drop zeigen oder man tritt ihn. Submission Moves gibt es gar nicht erst.
Das Match gestaltet sich so überaus simpel und im Prinzip kann man den Gegner besiegen indem man einfach nur auf die B-Taste hämmert und so diesen mit Tritten bearbeitet. Nach 3 Tritten fällt er auf die Matte und man kann ihn dort mit weiteren Kicks bearbeiteten und das Spiel wiederholen. So gewinnt man jedes Match.
Die Grapples dagegen werden zum reinen Glücksspiel. Bei den nachfolgenden WWF Spielen gab es eine visuelle Anzeige die zeigte, wer gerade am ehesten einen Move ausführen wird. Diese fehlt hier, so das man eigentlich nicht weiß, ob man dem Gegner überlegen ist oder nicht, wer den Move ausführt, wird scheinbar ausgewürfelt.
Die CPU ist extrem stupide und selbst auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade keine Herausforderung, solange man nicht der absolut blutigste Anfänger mit Arthritis in den Fingern ist, wird man von der KI nicht mal annähernd in Bedrängnis gebracht und die „Nur Tritte-Taktik“ funktioniert auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Dazu kommt, dass der Ringrichter extrem langsam den Pin zählt und man Matches generell nur dann gewinnt, wenn man die Energieleiste des Gegners komplett geleert hat. Selbst wenn man vorher 5xseinen Finisher zeigte, solang noch etwas Energie vorhanden ist, kommt der Gegner aus dem Pin.
Gegen einen menschlichen Spieler sieht die Sache natürlich anders aus und dann kann sich fast ein Wrestlingmatch entwickelt.
Man kann natürlich auch den Ring verlassen und den Gegner in die Absperrung werfen, mehr gibt es aber nicht zu tun. Im Gegensatz zu den Nachfolgern fehlen Waffen, das ist schade.

Die Steuerung ist leider alles andere als optimal, da sie sich überaus hakelig gestaltet und mitunter gar nicht auf Tasteneingaben reagiert, ich habe das sowohl am Mega Drive als auch am Emulator überprüft und selbst bei letzterem hat die Steuerung die Macken, es lag also nicht an meinen alten Gamepads. Gerade das Buttonmashing bei den Grapples ist so kein großer Spaß aber auch das Rennen in die Seile wird zum Kunststück, da man B+C absolut zeitgleich drücken muss, ansonsten steht der eigene Wrestler nur blöd rum und macht gar nichts. Genauso hakelig gestaltet sich das durchschalten der Wrestler bei der Survivor Series mit Start+A, in 5 von 10 Fällen pausiert das Spiel und so drückt man krampfhaft weiter bis das Spiel mal versteht das man die Wrestler durch wechseln will. Das man dies auch noch während dem Kampf machen muss, erschwert die Angelegenheit zusätzlich.

Auch grafisch wirkt das Spiel extrem bieder. Die Wrestler kann man zwar direkt erkennen, aber deren Animationen sehen nicht schön aus und sonderlich detailliert sind sie auch nicht. Dem Ultimate Warrior fehlen etwa die Armbänder, während Randy Savage und Shawn Michaels die exakt gleiche Hose haben, nur das eine Pink und die andere Rot ist. Unterboten wird das vom Rest der Arena. Die Zuschauer bestehen aus 3 Figuren die mehrfach wiederholt in 3 Reihen im Hintergrund sitzen und keinerlei Animationen haben. Zwischen Fans und Ring sind die Kommentatoren die ebenfalls eingefroren sind und lediglich etwas geschockt aus der Wäsche gucken. Das einzige was sich im Spiel bewegt sind die Wrestler und der Ringrichter der außer Beine und Kopf aber auch nichts bewegen kann.
Das grafische ist also verdammt schlecht, der Audiobereich unterbietet das noch bei weitem. Das man aus dem Mega Drive Soundchip was rausholen kann, haben Musiker wie Yuzo Koshiro bewiesen, Sculptured Software hatte dagegen scheinbar keine Ahnung. Die einzelnen Entrance Songs der Wrestler klingen absolut brutal und recht verrauscht. Die Soundeffekte sind comichaft und lächerlich. Schläge klingen wie in asiatischen Martial Arts Filmen, rennt man in die Seile ertönt ein peitschenartiges Geräusch und der Publikumskrach ist ganz simples statisches rauschen. Das „Highlight“ ist da schon fast das furchtbar kratzige und verrauschte 1-2-3 des Ringrichters beim Pin.

Im Vergleich zu den beiden Nachfolgern wirkt WWF Super Wrestlemania schon fast wie eine Betaversion die man trotzdem auf den Markt warf. Schon WWF Royal Rumble hat praktisch alles sinnvoll verbessert und bietet mehr Spielmodi, besseres Gameplay, bessere Technik und zumindest eine halbwegs bessere KI. Verrückte Wrestlingfans wie ich es bin, die jedes Wrestlingspiel mal gespielt haben wollen, schauen sich dieses Spiel natürlich an und bestreiten einige Matches, jeder andere sollte aber eher einen großen Bogen darum machen. Selbst WWF Fans die mal wieder nostalgisch werden wollen, sind mit Royal Rumble und Raw wesentlich besser beraten.

Publisher: Flying Edge/Acclaim
Developer: Sculptured Software
Erscheinungsjahr: 1992
Erschienen für: Mega Drive, SNES
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik4,5/10  Spielspass
Sound4/10
4/10
Gameplay 5/10

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