|
American Gladiators war eine ganz nette Sendung, die auch jahrelang im DSF lief. Es geht darum, dass jeweils 2 Männer und 2 Frauen in verschiedenen Spielen gegeneinander antreten und wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt. Damit das alles nicht zu einfach wird, gibt’s noch die Gladiatoren, ein paar Steroidmonster wo die Frauen schon fast gruseliger aussahen als die Männer. Vor allem bei Kindern war das wohl sehr beliebt, weshalb man auch eine riesige Merchandisemaschinerie aufzog. Von Actionfiguren über Spielsets bis hin zu Eis gab es alles und natürlich durfte das offizielle Videospiel nicht fehlen. Mittlerweile läuft in den USA auch eine Neuauflage im Fernsehen.
Der Hersteller dieses Spiel hieß dann Incredible Technologies, kennt kein Mensch aber der Name passt, denn Incredible schlecht ist American Gladiators auf jeden Fall.
Das geht schon los beim Menü. Eigentlich müsste das mit Optionen überladen sein. Eine komplette Sendung oder einen einzelnen Event, vielleicht eine separate Übungsfunktion und ein Optionsmenü für Steuerung und Schwierigkeitsgrad. Das gibt es alles nicht. Stattdessen gibt es One on One, wo man einfach gegen einen CPU Gegner antritt und das Turnier, bei dem man auch zu zweit ran kann und bei einem Turnier in dem man gegen 7 andere Gegner antritt. Aber immerhin darf man noch seinen Namen eingeben und das Geschlecht auswählen und dann geht es sofort los. Wer jetzt das Intro der Serie erwartet oder sonst irgendwas, das Atmosphäre aufbringt, erwartet auch zu viel, es geht gleich mit dem ersten Spiel los.
Assault: Das Ziel hierbei ist es, verschiedene Stationen auf dem Spielfeld zu erreichen, wo überall eine Waffe liegt, mit der man einen Tischtennisball abfeuert, um eine Zielscheibe direkt über dem Gladiator zu treffen. Der Gladiator wiederum hat eine Ballkanone mit der unzählige Bälle auf den Spieler schießt. Wird man getroffen ist das Spiel vorbei und ein Zeitlimit gibt es natürlich auch. Während des Rennens zur Station sieht man das Ganze aus der Vogelperspektive, bei den Waffen wird auf Third Person umgeschaltet und man darf dann quasi blind irgendwo hinschießen und wird meist sofort getroffen, weil die Spielfigur zu lahm ist. Human Cannonball: Hier springt man an einem Seil wie Tarzan über den Abgrund und muss den Gladiator von der Plattform befördern. Klingt einfach, leider hat man eine völlig versaute golfähnliche Steuerung mit 2 Balken. Getroffen hat den Gladiator wohl noch nie jemand Atlasphere: Man befindet sich in einer großen Stahlkugel und rollt über das Feld auf dem sich 4 Felder befinden, die Punkte bringen, sobald man darauf gerollt ist und kurz stehen bleibt. Das spielt man simultan gegen den Gegner und ein paar Gladiatoren. Das macht sogar einigermaßen Spaß Joust: Mit einem überdimensionalen Wattestab muss man den Gegner kaputthauen. Im Gegensatz zur Serie, wo man den Gegner runterwerfen muss, reicht es hier einfach den Energiebalken zu dezimieren. Klingt einfach, ich habe aber keine Ahnung wie die Steuerung funktioniert bzw. ob sie überhaupt funktioniert, denn scheinbar wird alles zufällig ausgeführt, so drückt man nach vorne und die Taste und dann schlägt die Figur mal zu, beim nächsten mal macht sie einen Block. Powerball: Man nimmt einen Ball und muss den in einen der Körbe in der Mitte des Spielfeldes befördern. Klingt einfach und könnte Spaß machen, wenn da nicht die Gladiatoren wären, die sich zu dritt auf den Spieler stürzen, während der simultan spielende CPU Gegner einen Punkt nach dem anderen macht. The Wall: Erklimme eine Wand, während der Gladiator folgt und sobald er den Spieler erwischt hat, ist es vorbei. Der Gladiator ist rund doppelt so schnell wie der Spieler, während der CPU Gegner mal wieder keine Probleme hat und sehr schnell gewinnt. Eliminator ist der alles entscheidende Event. Hier muss man mehrere Hindernisse überwinden und während es bei der Serie richtig schwer ist, ist das hier ein Witz. Einfach schnell die L und R Taste drücken und schon ist man im Ziel.
An sich ist es verwunderlich, wie man hier so viel falsch machen konnte, denn die Spiele sind eigentlich recht simpel und spaßig umzusetzen. Das größte Problem ist der CPU Gegner. Der macht nämlich nur Punkte, wenn er mit dem Spieler simultan im Match ist und das ist eben nur bei 3 Events der Fall, bei den anderen macht er immer 0 Punkte. Da diese aber auch so bockschwer sind, dass man selbst keine oder kaum Punkte macht, wird das ganze schon wieder richtig schwer, denn beim Powerball liegt man am Ende meist 10 Punkte zurück. Beim Eliminator versagt dagegen die KI völlig und der Gegner bleibt einfach mal stehen oder geht anstatt zu rennen. Auch ist es recht unfair, dass sich die Gladiatoren immer nur auf den Spieler stürzen und selbst im 2 Spieler Modus ist es so, dass sie nur auf Spieler 1 losgehen.
Grafisch wird auch nichts geboten. Ich hätte eher gedacht, dass es ein NES Spiel ist und kein SNES Spiel. Auch die Musik und noch viel mehr die Soundeffekte sind richtig beschissen, so als hätte es eine Truppe 10jährige zusammengebastelt.
American Gladiators reiht sich ein in die lange Liste der miesen Lizenzspiele, aber wo die meisten wenigstens noch für 5 Minuten Spaß bringen, ist das hier einfach nur eine Qual.
Publisher: GameTek Developer: Incredible Technologies Erscheinungsjahr: 1991 Erschienen für: SNES, NES, Mega Drive, PC, Amiga Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Leicht - Unfair
 
| Grafik | 4/10 | | Spielspass | | Sound | 3/10 | 2/10 | | Gameplay | 2/10 |
Im Forum kommentieren |