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Konami mag es mit Namen zu verwirren. Das sich hinter dem hierzulande als Probotector erschienenen Spiel Contra in editierter Fassung befindet, wissen mittlerweile die meisten. Die ersten beiden Teile erschienen auf dem NES. Teil drei war der erste auf dem SNES. Contra Spirits ist dabei der originale japanische Titel. In Nordamerika dagegen hieß das Spiel Contra III: The Alien Wars und in Europa Super Probotector: Alien Rebels. Verwirrt? Gut! Persönlich besitze ich die japanische und die europäische Variante und ziehe die japanische vor, denn abseits des Titels gibt es noch mehr Unterschiede. In Contra kämpft man wie gehabt gegen Soldaten, während in Probotector mal wieder die Blechbüchsen ausgepackt werden. Die japanische Version ist zudem um einiges einfacher. Im Vergleich geben die Levelbosse zumindest auf Easy schneller auf, außerdem hat man unendlich Continues, während man in der Pal Version auf 3 limitiert ist. Dank wählbarem Schwierigkeitsgrad, den es nun gibt, sollte man mit ein wenig Übung aber auch in der Pal-Version schnell und locker zumindest den leichtesten Schwierigkeitsgrad bewältigen können. Dieser sorgt aber dafür, das man nicht letzte Stufe des Endgegners erlebt und auch nicht das echte Outro. Zu sehen bekommen das nur jene, die das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchspielen – und Versionsunterschiede und unendlich Continues hin oder her, das Spiel ist verdammt herausfordernd. Der größte Unterschied ist, dass man nun noch häufiger auf extreme Zwischenbosse trifft. In den Vorgängern war es in den Levels meist so, das man von links nach rechts durch Horden von Feinden rennt, dann kommt der Levelboss und fertig. Der erste Level von Contra Spirits behält dieses Schema noch bei und bringt auch die altbekannten Mauern der Vorgänger wieder. Ähnlich wie bei Super Contra, dem NES Vorgänger, werden Level 2 und 5 aus der Vogelperspektive gespielt, hierbei dreht sich die ganze Landschaft durch Tastendruck und man bekommt den Eindruck, das wurde auch nur gemacht, um mal wieder mit Mode 7 protzen zu können. Level 2 ist mehr oder weniger ein Spaziergang und da man unzählige Bomben und Extrawaffen einsammelt, schon fast ein Bonuslevel. So richtig los geht’s erst in Teil 3 wo man auf einen Haufen Zwischenbosse wartet und selbst vor dem eigentlichen Stageboss (ein riesiges Metallskelett, Terminator lässt grüßen) kommt noch ein Zwischenboss. Für Abwechslung wird auch in den anderen Levels (insgesamt sind es sechs) gesorgt. In Level vier ist man so beispielsweise auf einem Hoverbike unterwegs. Es gibt also mehr als nur normale Run-and-Gun Level. Die Steuerung geht dabei zum Glück schön leicht von der Hand. Eine Taste zum Springen, eine zum Schießen, eine für die Bombe. Drückt man die R-Taste geht man in einen erweiterten Feuermodus, wo die Spielfigur fest an einer Position stehen bleibt und man mit dem Richtungskreuz zielen kann. Drückt man L und R zusammen, wirbelt der Protagonist durch die Luft und feuert dabei in alle Richtungen. Unbesiegbar ist man dabei nicht, aber man räumt viele Feinde aus dem Weg. In der Draufsicht verändert sich die Steuerung ein wenig, springen kann man hier nicht. Dafür kann man mit L und R die Ansicht drehen und ein Schutzschild aktivieren. Was wäre ein Contra ohne viele Waffen? Langweilig. Standardmäßig hat man das Maschinengewehr, das nun immer mit Dauerfeuer ausgestattet ist. Dazu gibt es Raketen, zielsuchende Raketen, einen Flammenwerfer, einen Laser und einen fünffach Schuss. Der Held kann nun auch zwei unterschiedliche Waffen gleichzeitig bei sich haben. Per Tastendruck kann man immer wechseln. Als weiteren Gegenstand zum einsammeln gibt es ein temporäres Schutzschild. Das Leveldesign ist insgesamt sehr gelungen, das Gameplay abwechslungsreich und manche Zwischenbosse auch sehr kreativ. So gibt es eine schwebe Kugel mit zwei rotierenden Stangen, an diesen muss man sich festklammern um dann einen Punkt an der Kugel zu treffen, damit man diese zerstört. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad recht hoch ist und ein feindlicher Treffer den sofortigen Verlust eines Lebens mit sich bringt, ist Contra Spirits niemals unfair. Jeder Zwischen- oder Endboss hat ein Verhaltensmuster, das man nur herausfinden muss und dann kann man ihn mit Leichtigkeit besiegen. Auch die Levels sollte man lernen um schadlos zum Ende zu kommen. Natürlich darf man hier auch zu zweit ran und so ist das Spiel direkt noch spaßiger. Vor dem Start hat man hier die Wahl zwischen Modus A und B. Der einzige Unterschied ist, das man in den Levels mit Draufsicht bei Modus A im Splitscreen spielt und so getrennt aufräumen kann. Im Modus B gibt es keinen Splitscreen, man kämpft praktisch Seite an Seite im gleichen Bildausschnitt. Grafisch ist das Spiel sehr gelungen. Die Figuren sind sehr detailliert und haben gute Animationen. Auch die Levelhintergründe sehen immer sehr schön aus. Große Explosionen und viele Special Effects gibt es auch. Da ist es direkt enttäuschend, dass die Bombe nur bunte Kugeln produziert. Allerdings muss man sagen das Contra Spirits das SNES und vor allem die lahme CPU der Konsole ordentlich auslastet. Slowdowns gibt es an einigen Stellen, auch wenn sie nicht zu gravierend sind. Zwischen den Levels, bei den Punkteabrechnungen gibt es ein paar Bilder zu sehen und sowohl das Intro als auch das Outro sind sehr schön gemacht. Musikalisch gibt es passende, nach 80er Jahre Actionfilmen klingende Musik und auch die Soundeffekte sind ganz in Ordnung. Etwas merkwürdig in der deutschen Version sind die menschlichen Schreie, welche die Spielfiguren loslassen, wenn sie sterben. Roboter sollten doch anders klingen. Egal ob nun Contra Spirits, Contra 3 oder Super Probotector, das Spiel ist wohl ohne Frage eines der besten Actionspiele, das je herauskam und auch eines der letzten wirklich guten Contra Spiele. Sobald es Richtung 3D ging wurden die Spiele immer mieser. Wer also gute Action mag und auch nicht vor Herausforderungen zurückschreckt, ist mit diesem tollen Spiel mehr als nur gut bedient. Publisher: Konami Developer: Konami Erscheinungsjahr: 1992 Erschienen für: SNES Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 9/10 | | Spielspass | | Sound | 8,5/10 | 9/10 | | Gameplay | 8,5/10 | | Multiplayer | 9/10 |
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