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Donkey Kong Country PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
06.05.2006

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Kommen wir mal zur Abteilung Hype. Wenn ein Entwickler denkt, er habe gerade ein bahnbrechendes Spiel in der Mache, wird meist die Marketingmaschine angetrieben. Zeitschriften überschlagen sich mit Lobpreisungen und Spieler in aller Welt kriegen feuchte Träume wenn sie nur daran denken, was für ein geniales Spiel da bald erscheint. Ist dann der Tag des Release erreicht, macht sich schnell Ernüchterung breit. Zwar sehen die Spiele meist furchtbar toll aus, aber scheinbar hatte man neben der Arbeit an der tollen Grafik keine Zeit mehr fürs Gameplay. Es gibt viele Spiele die in diese Kategorie reinpassen. Am bekanntesten sind wohl Rise of the Robots und Black & White. Auf Platz 2 nach Rise kommt für mich aber eindeutig dieses affige Spiel und ich weiß genau, dass mir kaum jemand zustimmen wird.

Donkey Kong hat eine lange Geschichte. Sie führt zurück in die 80er, als in der Spielhalle Donkey Kong erschien. Das war auch die Geburtsstunde des allseits geliebten Klischeeklempners Mario. Anfang der 90er kam das SNES heraus und Rare wollte Donkey Kong wiederbeleben. Diesmal sollte es ein Jump n’ Run werden. Nun war dieses Genre zur damaligen Zeit überbevölkerter als München während der Oktoberfestzeit und so brauchte man schon etwas womit man auffällt. Rare setzte auf Grafik und veröffentlichte Fotos die für einen 16-Bitter schon wirklich genial aussahen und hier sind wir wieder beim Punkt angekommen, wo ich mich drüber auslassen könnte, das einfach viel zu sehr Wert auf Grafik gelegt wird. Aber lassen wir das und kommen zum Spiel:

Die Story ist recht uninteressant. Donkey Kong hatte einen riesigen Bananenvorrat und der wurde ihm geklaut. Unser Affe will seinen Besitz zurück und deshalb darf man sich mit ihm und seinen kleinen Freund Diddy jetzt herumschlagen. Welchen Sinn macht eigentlich ein Bananenvorrat wo die Dinger sowieso schnell verschimmeln? Interessant ist zumindest die 2-Spieler Option. Donkey Kong Country kann man sowohl Kooperativ als auch gegeneinander spielen. Das ist aber auch nur praktisch eine minimale Überarbeitung des 2-Spieler Modus von Sonic 2. Die Level sind auch gleichzeitig das Hauptproblem des Spiels: Sicher gibt es sehr viele davon, aber sie sind einfach furchtbar lahm. Es gibt keine große Herausforderung, weil alles nach Schema F abläuft und auch sonst sieht man nur Sachen, die man so schon in anderen Spielen besser sah. Da wären z.b. die Tiere auf denen man reiten kann. Ist es innovativ auf einem schlecht steuerbaren Frosch durch die Gegend zu hüpfen? Sicher nicht. Ist die aus Indiana Jones geklaute Lorenfahrt toll? Nicht wirklich, auch hier sieht man wieder das mangelhafte Leveldesign. Hier hätte Rare mindestens ein halbes Jahr weiterarbeiten sollen um es auf den gleichen hohen Standard wie beispielsweise Sonic oder Super Mario World zu bringen. Auch das Aufsammeln von Gegenständen ist nichts neues. Das man für 100 Bananen ein Leben kriegt, erinnert wieder an den schnellen, blauen Igel. Die Tiersymbole für ein Bonusspiel sind nett. Aber Bonusspiele in Jump n’ Runs gehören einfach dazu. Wie gesagt ist DKC keine absolute Katastrophe, das Problem ist einfach nur, das Rare scheinbar stur alle Regeln der Plattformer in ihrem Spiel unterbringen wollte und dadurch vergessen hat, etwas eigenständiges und gutes zu entwickeln.

Kommen wir mal zum eigentlichen Highlight des Spiels: Die Grafik. Diese sieht für das SNES wirklich sehr gelungen aus. Schöne vorgerenderte Szenen, auch die Animationen der Affen und Gegner sind ausgezeichnet. Die Musik ist auch stimmig und dem Thema des Spiels angepasst. Es klingt wirklich reichlich affig, was nicht negativ gemeint ist. Die Soundeffekte sind ebenfalls gelungen. Das SNES hatte aber auch einen sehr guten Soundchip. Bei Donkey Kong und Diddy ist die Steuerung sehr gut gelungen, sobald man jedoch Reittiere verwendet wirkt sie etwas steif und nicht 100%ig perfekt.

Bleibt zum Abschluss zu sagen, das Donkey Kong Country eines der überhypetesten Spiele aller Zeiten ist und von Spielern und Magazinen gnadenlos überbewertet wurde. Abgesehen von der guten Grafik findet sich hier keinerlei Innovation, dafür bekommt man einen unausgewogenen Mix aus Sonic und Mario, mit durchschnittlichem Leveldesign und praktisch keinen eigenen Ideen. Rare hat sich später mit den Nachfolgern Donkey Kong Country 2 und 3 bzw. Donkey Kong Country 64 ziemlich gesteigert. Trotzdem muss man sagen, das Rare zur damaligen Zeit (man denke an Killer Instinct) einfach immer nur durch gute Grafik und unterdurchschnittliches Gameplay auffiel. Aber Grafik ist ja alles…

 

Publisher: Nintendo

Developer: Rare

Erschienen für: SNES

Erscheinungsjahr: 1994

Anzahl Spieler: 1-2

Schwierigkeitsgrad: Mittel

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Grafik9,5/10  Spielspass
Sound9/10
5,5/10
Gameplay 5/10
Multiplayer 6/10
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Letzte Aktualisierung ( 25.02.2007 )
 
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