|
Das erste Final Fight war in der Spielhalle ein großer Erfolg und popularisierte das Beat ‘em Up Genre. Die damals erschienene Super NES Version dagegen war eine Enttäuschung. Neben der damals üblichen Zensur, fehlte der Zweispielermodus (und es gab nur zwei wählbare Charaktere – weshalb Capcom schnell „Final Fight Guy“ auf dem SNES nachschob), was für dieses Genre fatal ist und während man sich in der Arcadeversion schon mal Schlachten mit zig Gegnern lieferte, traf man hier immer nur auf maximal drei. Viele Jahre vergingen und zwischenzeitlich zeigte Sega mit Streets of Rage 1 und 2, wie man das Genre revolutionieren kann. Mitte 1993 schlug dann wieder Capcom zurück, mit Final Fight 2, das SNES-exklusiv ist. Immerhin gibt es nun einen Zwei Spieler-Modus und drei wählbare Charaktere. Haggar, Cody und Guy haben im ersten Teil mit der Mad Gear Gang aufgeräumt und den Frieden in Metro City zurückgebracht. Jahrelang war alles schön friedlich, bis die Mad Gear Gang wieder auftaucht. Jetzt haben sie sich weit über die Welt verteilt, wollen sich aber trotzdem an den drei Helden rächen. Dies tun sie, in dem sie Guys Freundin Rena entführen und dessen Vater noch hinterher. Während Cody auf einer „Trainingsreise“ ist, ist Guy spurlos verschwunden (toller Freund…) und so liegt es an Haggar, seinem Freund Carlos und Renas Schwester Maki die Rettungsaktion zu starten. Die Handlung ist mal wieder extrem uninteressant, gerade weil man wieder auf das etwas arg langweilige „Damsel in Distress“-Schema zurückgreift, aber zum Glück ist bei diesem Genre die Handlung sowieso egal. Beim Gameplay bleibt man gekonnt konventionell. Man prügelt sich von links nach rechts und selten auch mal von oben nach unten durch unzählige Gegner. Ab und zu gibt es ein paar Tonnen oder Kisten die ebenfalls Schläge abhaben wollen und dafür dann Waffen wie Messer oder große Holzstöcke hinterlassen. Die üblichen anderen Gegenstände wie etwa Fleisch füllen die Energieleiste auf. Am Ende jeder Stage wartet dann natürlich ein großer Stageboss. Minimale Abwechslung wird einzig durch Bonus Stages geboten, wo man unter Zeitdruck Fässer oder ein Auto (woher kennt man das nur?) zerstören muss. Insgesamt also nichts Neues. Vor Spielbeginn darf man erstmal seinen Charakter auswählen. Wie immer ist Haggar der Stärkste, dafür langsam, während die anderen schneller unterwegs sind, aber nicht so viel austeilen. Maki ist eigentlich der beste Charaktere, da sie die größte Reichweite hat. Die Steuerung ist simpel, es gibt nur zwei Tasten: Schlagen und Springen. Drückt man beide zusammen oder belegt im Optionsmenü optional eine dritte Taste, kann man einen Special Move ausführen. So macht Maki einen Spinkick der vor allem dann sinnvoll ist wenn man von Feinden umzingelt ist. Carlos dagegen packt ein Schwert aus und räumt auf. Diese Special Moves kosten allerdings Lebensenergie und sollten sparsam eingesetzt werden. Deshalb kämpft man sich mit den gleichen paar Moves durch die Gegend: Es gibt einen Grundschlag und eine Schlagcombo, aus dem Sprung kann man eine Aktion anführen und dann gibt es noch 2 Würfe. Zusätzlich gibt es noch einige Moves die man über Tastenkombinationen wie „Hoch-Runter-weg vom Gegner+A“ ausführt (Haggar zeigt in dem Fall einen Vertical Suplex), allerdings muss man hier die Frage stellen, wer ernsthaft die Zeit hat, solche Tastencombos einzugeben, wenn man von mehreren Gegnern verprügelt wird. Ein einfacheres, intuitiveres System wie bei Streets of Rage ist da einfach viel besser. So wird man die meiste eben stupide mit dem simplen Schlag durch die Gegend wetzen. Warum auch nicht? Die KI ist leider so dermaßen stupide, dass Final Fight 2 einem Spaziergang gleicht. Auch wenn es mehrere Schwierigkeitsgrade gibt, ist es schon fast lachhaft, wie die Gegner meist dumm in der Gegend rumstehen und warten, dass man ihnen die Nase blutig schlägt. Lediglich einige größere Gegner wie etwa Andore greifen offensiv an. Teilweise ist es mir sogar gelungen, drei Gegner zu besiegen, in dem ich meinen Charakter an den linken Bildrand stellte und einfach ins Schwarze prügelte. Die Gegner sind immer und immer wieder in die Angriffe reingelaufen. Auch die Endgegner sind recht leicht zu besiegen, da man ihre Angriffsformationen sehr leicht und schnell durchschaut. Aber vielleicht ist es auch gut, dass es so simpel ist, denn das komplett Outro gibt es nur zu sehen wenn man das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchspielt. Abwechslung wird beim Gameplay also eher klein geschrieben und das ist schon schade. Man hat eigentlich den Eindruck, dass man Final Fight mit anderen Levelhintergründen spielt, da die Gegner auch nur recycled wurden und das sogar so weit, dass ein Endgegner aus Final Fight Arcade, der in der SNES Version fehlte, nun einfach hier auftaucht. Wo wir bei den Levels sind: Die Weltreise ist an sich interessant, allerdings nicht so, wie sie hier umgesetzt wurde. Denn größtenteils könnten die uninspirierten Levelhintergründe auch für eine fiktive oder amerikanische Großstadt herhalten. Klar, in Frankreich sieht man im ersten Bildschirm den Eiffelturm, danach aber nur noch Häuser und einen Flughafen. Von Deutschland sieht man nur eine Kanalisation und die Niederlandestage erinnerte mich eher an einen Level aus Golden Axe. Genauso wenig darf natürlich der klischeehafte Aufzug fehlen. Da hätte man doch eigentlich mehr bieten können. Genauso verhält es sich aber auch bei der Musik. Es ist recht belangloses Gedudel elektronischer Natur, ohne dass sie irgendwas mit den Levels zu tun haben könnte. Hätte man nicht lieber jeweils irgendwas komponieren können, das landestypisch klingt? Aber wahrscheinlich würde auch das, öde klingen. Yuzo Koshiro gibt es eben nur einmal. Die Soundeffekte sind auch nicht der Rede wert. Dagegen ist die Grafik eigentlich recht hübsch. Die Sprite sind recht groß und gut detailliert und die Levelhintergründe sehen an sich sehr nett aus. Dafür lassen die Animationen ein bisschen zu wünschen übrig. Heutzutage würde man wohl sagen, dass Final Fight 2 wie ein Add-on oder ein DLC wirkt, damals war die Welt noch etwas einfacher. Enttäuschend ist dieses Spiel aber trotzdem. Es gibt kaum Neues, außer den Levelhintergründen und 2 neuen Charakteren, die sich aber genauso spielen wie die alten und es fehlen einfach die guten Ideen, die solch ein Spiel kurzweilig machen. Zu zweit ist das Ganze etwas spaßiger, aber es gibt eben einfach diese wesentlich besseren Titel wie Streets of Rage 2, Sengoku 3, River City Ransom oder Turtles in Time. Publisher: Capcom Developer: Capcom Erscheinungsjahr: 1993 Erschienen für: SNES Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 6,5/10 | 5,5/10 | | Gameplay | 6/10 | | Multiplayer | 6,5/10 |
Im Forum kommentieren |