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Metal Marines ist ein Strategiespiel für das SNES, eine Konsole. Obwohl es immer heißt, dass Strategiespiele auf der Konsole wegen der Padsteuerung nicht funktionieren, beweist dieser Titel von Capcom das Gegenteil.
Die Handlung ist mal wieder recht simpel. In der Zukunft wird die Erde von einem bösen Herrscher namens Nikolai I. Zorgeuf aka Zorgeuf the Great regiert. Den Menschen geht es schlecht und die Bewohner anderer Planeten sind auch nicht wirklich angetan von dem Ganzen. Deshalb macht sich ein Trupp Marines auf, den Planet zu befreien. Geleitet werden die natürlich vom Spieler und als Hilfe hat man noch Seargant Onaka Kraft und einen Berater zur Seite. Zorgeuf ist natürlich auch nicht ganz allein, sondern hat noch drei böse Helfer in Form von Commander Bill Garland, Commander Joan Rile und High Commander Liften Schwaltz (Wer denkt sich solche Namen aus?), die natürlich erstmal besiegt werden müssen, ehe man Zorgeuf in den Arsch treten darf. Erzählt wird die Handlung in bildreichen Zwischensequenzen und vor jeder Mission und während dieser, wird man des Öfteren von dem jeweiligen aktuellen Gegner angequatscht. Sie reden vor allem am Anfang sehr viel, wie das eben Bösewichte so machen, während der Mission wird man dann nur noch verspottet oder sie reagieren verärgert darüber, das man ihnen das Leben schwer macht. Joan Rile tritt da aus Frust etwa schon mal ihren Bildschirm kaputt.
Das Spiel findet generell auf Inseln statt. Man selbst hat eine und der Gegner hat eine. Manchmal hat man auch mehrere kleine Inseln, was das bebauen dieser aufgrund von Platzmangel erschwert. Anfangs hat man ein bisschen Geld und ein bisschen Energie, beides sind die wichtigen Rohstoffe. Pro Sekunde bekommt man jeweils einen Dollar und 1 Einheit Energie addiert. Um das ganze zu beschleunigen kann man Gelddepots und Kraftwerke bauen. Der Feind hat von Anfang an eine komplett ausgebaute Insel, je nach Mission finden sich mal mehr, mal weniger Gebäude auf dieser. Er unterliegt allerdings auch zumindest der Energie, kann also nicht immer Dauerangriffe mit Raketen oder Marines durchführen. Auf der eigenen Insel stehen zu Beginn nur ein paar wenige hilfreiche Gebäude. Zuerst muss man seine drei Hauptquartiere platzieren. Hat der Gegner alle drei gefunden und vernichtet ist das Spiel vorbei. Als Spieler hat man natürlich die Aufgabe, die Hauptquartiere des Gegners zu zerstören. Mal hat dieser nur eine, mal auch drei, das ist von Mission zu Mission ebenfalls unterschiedlich. Als weitere Waffen und Gebäude gibt es Anti-Air Raketen zur Verteidigung, normale Raketen zum Angriff, die namensgebenden Metal Marines, Geschützstellungen, ein Radar das die Treffsicherheit der Anti-Air Raketen erhöht, eine Fabrik damit Gebäude schneller gebaut werden und die spektakuläre ICBM, quasi die Smart Bomb des Spiels die alles aus dem Weg räumt und nicht zerstört werden kann. Flakstellungen, Angriffsraketen und Marines lassen sich noch aufrüsten, so werden dann 2 statt nur einer Rakete abgefeuert und die Soldaten können mehr Schaden einstecken. Zusätzlich kann man noch zwischen einer von 3 Waffen für die Marines wählen, wobei die nun nicht so große spielerische Unterschiede mit sich bringen, mit den meisten Gebäuden machen die Marines kurzen Prozess. Lediglich zu viele MG-Stellungen oder voll aufgerüstete feindliche Marines sind ein Problem. Aus der Abteilung „nett aber nutzlos“ sind die Tarngebäude. So kann man ein falsches Hauptquartier in der Gegend platzieren oder Gerümpel auf ein Hauptquartier zur Tarnung packen. Die CPU fällt da nicht wirklich drauf rein und auch diese Dinge zur Gebäudelimitierungsgrenze zählen, lässt man sie besser gleich weg.
Am Anfang ist man natürlich erstmal damit beschäftigt, die eigene Insel zu sichern. Man platziert also großzügig Anti-Air Stellungen, diese nur auf einer Seite, denn der Gegner greift grundsätzlich die rechte Seite der Insel an und der Spieler generell die linke Seite beim Feind. Dadurch weiß man zumindest, wo alles hin soll. Wer nun glaubt, dass dadurch das Spiel einfach ist, irrt sich. Einerseits treffen die Raketen nicht 100%, es kann sein, das 12 Stück von ihnen an der feindlichen Rakete oder dem Truppentransporter vorbeifliegen. Auch das Radar bessert die Situation nur minimal. Zweitens ist man limitiert, wenn es darum geht, Gebäude zu bauen. Man darf nur eine bestimmte Anzahl platzieren, dann ist ende. Dadurch muss man immer ein wenig planen und überlegen, ob man nun wirklich noch eine Anti-Air Stellung baut oder doch lieber eine Baracke für die Marines.
Der Gegner greift willkürlich und unerwartet an, dann sieht man im Vollbild den Angriff. Die Raketen fliegen als erstes, danach der feindliche Truppentransporter. Man selbst ist hierbei nur passiver Beobachter, alles läuft automatisch ab. Das gilt auch für eigene Angriffe, man kann die Marines nicht steuern, sondern platziert sie auf der feindlichen Insel und dann greifen sie selbstständig Gebäude an. Hierbei haben die Marines nur 60 Sekunden Zeit den Bildausschnitt leer zu räumen, danach ist der Angriff vorbei. Bei einem eigenen Angriff gibt man nur vor, mit was man angreift (Maximal 4 Raketen/ICBM und 3 Marines auf einmal) und sieht dann die feindliche Insel in kleine Kästchen unterteilt. Auf gut Glück feuert man die Raketen los und hofft, etwas zu treffen. Das Ganze erinnert nicht nur entfernt an das klassische Schiffe versenken. Fairerweise werden aber alle feindlichen Gebäude, die zwar gesehen, aber nicht zerstört werden, auf der Map eingezeichnet. Beim nächsten Angriff weiß man dann, wo die Raketen hingehören.
Natürlich kostet jeder Raketen- und Marineangriff auch noch Energie, was hierbei dann als Benzin dient. Dadurch wird vor allem die Angriffsmöglichkeit mit der ICBM stark limitiert, da sie zwar enormen Schaden anrichtet (Alles was auf dem Bildschirm ist, wird zerstört, bis auf Hauptquartiere) und nicht von feindlichen Flakgeschützen abgeschossen werden kann, aber eben auch Unmengen an Energie verschlingt.
Insgesamt werden bei Metal Marines 20 Missionen geboten. Sind die ersten 5 Missionen noch recht leicht, zieht der nicht wählbare Schwierigkeitsgrad schnell enorm an. Mission 8 ist dann der erste Schocker, die Mission ist bockschwer und die riesige Insel die man hat, lässt sich kaum vernünftig verteidigen. Bei den nachfolgenden Missionen schwankt der Schwierigkeitsgrad dann zwischen herausfordernd aber mit Übung schaffbar und verdammt schwer. Vor allem die letzte Mission ist eine enorme Herausforderung, da der Feind auch eine ICBM und genug Energie für einen Angriff hat. Zusätzlich hatte ich zumindest den Eindruck, das man hier von der CPU beschummelt wird, denn trotz vieler Flakstellungen, gelang es mir nicht, die Truppentransporter abzuschießen und das jedes Mal. Mit etwas Geduld kann man das Spiel aber recht gut durchspielen. Fairerweise gibt es nach jeder geschafften Mission ein Passwort. Leider fehlen andere Spielmodi. Es gibt kein Skirmish und auch keinen Mehrspielermodus. Als Tipp möchte ich hier die Master Edition des Spiels erwähnen, die für den PC erschienen ist. Viele neue Missionen, LAN Modus und Skirmish runden das Spiel ab.
Grafisch ist das Spiel recht bunt und comichaft. Das Spielgeschehen wird aus einer isometrischen Perspektive angezeigt. Die Zwischensequenzen und die Figuren sind allesamt im Animestil gehalten, die Marines erinnern ein wenig an die Figuren aus Probotector. Die Inseln sind je nach Schauplätz Abwechslungsreich gestaltet. Grüne Wiesen oder eine Schneelandschaft wenn es nach Kanada und Grönland geht oder viel Sand und Oasen in Afrika, Spielerische Auswirkungen hat dies natürlich nicht, aber es sorgt für Abwechslung. Die Zwischensequenzen sind leider nur minimal animiniert, aber das stört nicht weiter. Was etwas stört sind leichte Ruckelanfälle und mitunter starkes Geflacker, teilweise verschwinden schon mal die Raketen. Das SNES ist wohl nicht leistungsfähig genug für diesen Titel. Die Musik ist in Ordnung und natürlich ein wenig auf militärisch getrimmt. Sie ist nicht nervig, bis auf das Angriffslied, bleiben sie aber auch nicht wirklich hängen. Mehr als ein Angriffslied wäre aber ganz nett gewesen. Die Soundeffekte sind in Ordnung, die Explosionen könnten aber schon etwas wuchtiger klingen.
Metal Marines überzeugt als herausforderndes und interessantes Strategiespiel, das witzige Gegner in einer absurden Handlung verpackt präsentiert. Das Gameplay hat man schnell erlernt, das Spiel zu meistern ist allerdings nicht so schnell geschafft und genau darin liegt der Reiz. Es erinnert dadurch ein bisschen an Advance Wars. Ein Mehrspielermodus oder eine Skirmish Option wären allerdings wünschenswert gewesen.
Publisher: Namco/Mindscape Developer: Namco Erscheinungsjahr: 1994 Erschienen für: SNES, PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Schwer 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 6/10 | 8,5/10 | | Gameplay | 8,5/10 |
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