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Wrestling hat wohl eben soviele Fans wie Gegner. Diese „Sportart“ polarisiert wie kaum eine andere, was fragwürdig genug ist, denn wo man hierzulande scheinbar kein Problem mit dem „echten“ und brutalen Boxen hat und dieses sogar Nachmittags gezeigt wird, gehen die „Jugendschützer“ beim Thema Wrestling gleich auf die Barrikaden. Es wäre zu brutal sagt man…gleichzeitig sagt man, es wäre Fake. Egal wie man es nimmt, Respekt für jene Männer die tagtäglich in den Ring steigen, sollte man schon haben. Beyond the Mat macht aus dem Fakt, dass der Gewinner vorher feststeht, das Matches größtenteils komplett choreographiert und die Wrestler nur Charakterrollen sind keinen Hehl. Im Gegenteil, in dieser Dokumentation geht es gerade um diese Themen. Wie läuft es hinter den Kulissen ab und wo kommen diese Wrestler eigentlich her? Hauptsächlich geht es um 3 Wrestler, zur damaligen Zeit (1998) stellten sie die Vergangenheit und Gegenwart dar: Terry Funk, Jake Roberts und Mick Foley und neben der WWF wird die ECW als Kontrast gestellt. Terry Funk ist die lebende Legende des Sports. Mittlerweile über 60, tritt er immer noch in Matches an. Seinen Rücktritt erklärt er seit 20 Jahren praktisch jeden Tag und in Beyond the Mat sieht man ihn beim Arzt, der ihm erklärt, dass er am Ende ist, sein Körper nicht mehr kann. Terry nimmt das zur Kenntnis, aber nur um kurz darauf bei einem Event der ECW in den Ring zu steigen. Obwohl Terry Funk die Hardcorelegende ist und einige der krassesten Matches aller Zeiten bestritt, in denen Blut floss und Stacheldraht noch das harmloseste war, ist er außerhalb seiner Wrestlingrolle ein ganz normaler Mann. Ein Familienvater, den wir hier auch bei der Hochzeit seiner Tochter sehen. Bei Mick Foley ist es ähnlich. Zur damaligen Zeit ist er in der WWF als Mankind auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Auch er ist eine Hardcorelegende und bestritt mit Terry Funk einige legendäre Matches. Auch er ist Familienvater und seine Frau ist besorgt um ihn, während er erklärt das alles nicht so schlimm ist. Als Wrestler weiß man ja, was man sich zutrauen kann. Mick Foley ist in Beyond the Mat auch die interessanteste Person. Er gibt einem tiefe Einblicke in das Was und Warum, wieso er sich das alles antut und wie er seinen Kindern erklärt, warum er gerade 15x mit einem Stuhl geschlagen wurde. Sieht man ihn so im Ring, möchte man ihn für einen gestörten halten, einen schmerzgeilen Irren. Aber einmal aus dem Ring ist er ein ganz normaler Mensch und führsorglicher Vater zweier Kinder. Einen größeren Kontrast kann es wohl nicht geben. Die tragische Figur dieses Films ist Jake Roberts. Damals, in den 80ern war er ein großer Star in der WWF. Bei Wrestlemania 3 hatte er sogar Alice Cooper an seiner Seite. Vom großen Ruhm blieb nicht mehr viel. Drogenabhängig und völlig ausser Form kämpft er nun in kleinen Independentshows, lebt von seinem einst großen Namen und wichtiger als Geld ist es, dass die Veranstalter jener Show Crack für ihn besorgen. Neben diesen drei Figuren sieht man in Beyond the Mat noch einige weitere bekannte Wrestler wie The Rock oder New Jack. In die WWF kriegt man einen recht tiefen Einblick, zur damaligen Zeit war diese Wrestlingliga die größte weltweit und machte einen Umsatz von fast einer Milliarde Dollar. Den Chef Vince McMahon sieht man dann auch gleich in einem Gespräch mit einem möglichen neuen Wrestler: Darren Drozdov, ehemals Footballspieler bei den Denver Broncos. Am Ende des Gesprächs kriegt er den Job. Einzig wegen der Tatsache, dass er sich auf Kommando übergeben kann und Vince meint, das könnte man super am Ende seiner Matches einbringen. Sein vorläufiger Spitzname? Puke. Die Show spielt eben eine große Rolle. Beyond the Mat ist eine interessante Doku über Menschen, die ganz normal sind, aber trotzdem ihre Gesundheit jeden Tag aufs neue riskieren und über ein Geschäft, das Milliarden schwer ist und doch von nur wenigen Menschen wirklich verstanden wird.
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