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Ring of Honors fünfter PPV wurde am 7.3.2008 ausgestrahlt, fand allerdings live bereits am 29.12.2007 in New York City statt, genauer gesagt im Manhatten Center, wo ja schon unzählige Wrestlingevents abliefen. Nach dem Intro (schön unterlegt mit Slayers Raining Blood) hat man erstmal die Hangmen Three im Ring und Adam Pearce ruft Delirious raus. Die Hangmen Three mögen ihn nicht und haben ihm zuvor schon die grüne Maske geklaut.
Delirious kommt jetzt mit einer roten zum Ring und trifft nun im ersten Match auf Brent Albright. Das Match ist ein schneller Opener mit einigen tollen Aktionen. Nachdem Delirious einige Moves zeigte, reisst er Pearce die grüne Maske runter und setzt mit einem Sleeperhold nach, allerdings kann sich Pearce befreien, Delirious in die Seile befördern und zeigt einen Powerslam, der keine Wirkung hat. Nach einigen Schlägen des Maskierten kontert wieder Pearce und zeigt zwei Backbreaker gefolgt von einem Dragon Suplex. Pearce geht weiter in die Offensive, kann aber den Sieg noch nicht für sich holen und macht dann den allseits bekannten Fehler: Er klettert auf den Ringpfosten, will eine Aktion zeigen und verletzt damit höchstens den Ringboden. Delirious konnte gekonnt ausweichen. Danach entsteht ein kurzer Brawl und Delirious gewinnt das Match am Ende indem er einen Bodyslam in einen Roll-Up kontert und sich so den Sieg sichert. Als Opener auf jeden Fall recht gut, da die Fans von Anfang an in der richtigen Stimmung waren.
Sofort stürmen die beiden anderen Mitglieder der Hangmen Three in den Ring und verprügeln Delirious. Jetzt wird’s richtig wild denn El Generico und Kevin Steen eilen Delirious zur Rettung und dann kommen auch noch Age of the Fall zum Ring – die greifen nicht ein, sondern Jimmy Jacobs labert erstmal lustig drauf los. Das sieht schon lustig aus, wie sich außerhalb des Rings ein paar Typen prügeln und er redet davon, dass er den Tag-Team Titel will. Ein bisschen was geht noch und die Vulture Squad stürmt auch noch heran. Das ganze führt zum nächsten Match zwischen The Hangmen Three (Adam Pearce & BJ Whitmer), The Age of the Fall (Jimmy Jacobs & Tyler Black), The Vulture Squad (Jack Evans & Ruckus) und Kevin Steen & El Generico. Das Ganze als Scramble Match. Zwei Wrestler im Ring, der Rest draußen, geht oder fliegt einer der beiden raus, darf ein anderer rein. Tags gibt es nicht und sonderlich viele Regeln auch nicht, es entsteht eine wilde Massenschlägerei. Adam Pearce und Kevin Steen sind mal im Ring, bis Steen Pearce mit einer Enzugiri rauswift. Die Age of the Fall attackiert dann Steen bis die Vulture Squad eingreift und einige nette Aktionen und vor allem massig Standing Moonsaults gegen Tyler Black zeigen. Das Match ist große Klasse und vor allem extrem schnell, das ist schon unglaublich. Der Kampf war schon fast vorbei als BJ Whitmer mit einem Frogsplash auf Generico landet, aber eher der Ringrichter bei 3 landete, war Ruckus da. Am Ende können sich aber El Generico und Kevin Steen mit einer genialen Combo durchsetzen. Generico zeigt einen Swinging DDT gegen Black, sofort ist Steen zur Stelle und zeigt den Package Piledriver gegen Tyler der dann auch noch den Brainbuster einstecken muss. Das Match war sehr genial, das Ende sehr toll aber es hätte wohl ruhig ein wenig länger sein dürfen.
In einer Promo gehen die Briscoe Brothers gegen Age of the Fall vor. Das war mit eine der besten Promos die dieses Team bislang abgegeben hat. Sehenswert.
Weiter geht es mit einem Three Way Dance zwischen Sara del Rey, Lacey und Daizee Haze. Die drei kennt man natürlich auch von Shimmer. Das Ganze startet mit einigen schnellen Aktionen, bis Lacey erstmal aus dem Ring fliegt und Del Rey sich mit Haze beschäftigt. Als die in der Ringecke landet, hat Lacey die Idee das sie und Del Rey doch einfach mal zusammenarbeiten könnten. Gesagt getan aber es klappt nicht, denn als Lacey von der einen in die andere Ringecke auf Haze zurennen, kriegt sie einen kräftigen Tritt von Sara ab. Direkt danach kommt auch schon das Highlight des Matchs. Del Rey hat Lacey in einem Deatchlock, als Daizee angerannt kommt und sich mit einem Octopus Stretch um Sara wickelt. Das sah genial aus. Haze zeigt auch weiter nette Aktionen, so einen Missile Dropkick der beide Gegnerinnen auf den Boden befördert. Am Ende gewinnt auch Daizee Haze das Match, als sie zuerst Del Rey mit dem Mindtrip außer Gefecht setzt und diesen Finisher auch noch auf Lacey anwendet. Das Match hatte einige spektakuläre Aktionen, wie auch Del Reys Double Royal Butterfly, allerdings haben die drei insgesamt schon einige bessere Matches auf die Beine gestellt. Einige Aktionen sahen etwas merkwürdig aus, so auch der Mindtrip an Del Rey. Das Match war sonst schon unterhaltsam, aber mehr auch nicht.
Erick Stevens trifft nun auf Davey Richards Erick Stevens grunzt und prügelt sehr hat drauf los, so das Richards erstmal nichts weiter machen als auf dem Ringboden zu liegen. Die Cover gehen aber nur bis 2. Mehr gibt es zu den ersten Minuten dieses Matches nicht zu sagen. Bis Stevens mit einem Dragonscrew kontern kann. Richards zeigt dann eine sehr nette Aktion, als er Stevens in den Tree of Woe hängt, Anlauf nimmt aber dann abbremst und seinem Gegner einfach zwischen die Beine schlägt. Aber sonst passiert hier nicht viel. Basic-Wrestling, ein bisschen Brawl und insgesamt ein sehr langsames Tempo. Das Match leidet auch darunter, dass sich das Publikum mehr damit beschäftigt ist, Daniel Puder auszubuhen als etwas zum Match beizutragen. Erick Stevens ist derweil wieder am Zug und prügelt wild rum. Auch hier wieder ein netter Moment, als er Hammertime schreit und Richards mit einem Polish Hammer umhaut. Dummerweise lässt sich Stevens dann auch von Puder ablenken, was Richards zu einer Missile Dropkick und dem Kamura nutzt, der ihm auch den Sieg einbringt. Erick Stevens attackiert dann noch Daniel Puder verbal, was natürlich als Faceturn und Fehdeneinleitung dient. In erster Linie bin ich aber froh, das Puder längst wieder aus ROH verschwunden ist. Das Match an sich war ein recht durchschnittlicher Brawl, der mir persönlich etwas zu lang war. 2-3 Minuten weniger und es wäre ok gewesen, diese 2-3 Minuten hätte man dann dem Tag-Team Scramble spendieren können.
Claudio Castagnoli gegen Chris Hero steht nun auf dem Programm. Hierbei ist noch Castagnolis Vertrag auf dem Spiel. Verliert der Schweizer, geht sein Vertrag direkt an Sweet ´n´ Sour Inc., die Gruppierung in der auch Chris Hero ist und die wollen Castagnoli aus Ring of Honor beseitigen. Interessanterweise waren vorher beide zusammen Tag-Team Champions unter dem Namen Kings of Wrestling. Schon allein deshalb legt Castagnoli los wie die Feuerwehr mit einigen European Uppercuts und einer beeindruckenden Springboard into Back Senton. Nebenbei gesagt hat Hero ein herrlich geschmackloses Outfit in Lila und Grün mit Sternchen. Nachdem Hero einige Aktionen zeigt, kommt Castagnoli zurück und zeigt einen Springboard European Uppercut. Hero erhält wieder die Oberhand als er die Ricola Bomb in eine Hurancanrana kontert, wobei allerdings was schief geht und Castagnoli auf dem Kopf landet, was schon sehr fies aussieht. Hero zeigt dann den Cravate Codebreaker gefolgt von einer Body Scissor. Allerdings kann sich der Schweizer abermals hochkämpfen und zeigt die Ricola Bomb zum Sieg. An sich war ja klar, das Castagnoli hier gewinnen wird, so war die Hoffnung auf ein sehenswertes Match groß. Leider gab es einige misslungene Aktionen wie die Hurancanrana und man muss es so deutlich sagen: Die Absperrungen zum Zuschauerraum sind deutlich zu nah am Ring, was Aktionen nach draußen immer etwas dumm aussehen lassen, da einfach zu wenig Platz dafür ist. Abgesehen davon, war das Match aber sehr unterhaltsam. Trotzdem erwartet man von Wrestlern die nun mal zur Weltspitze gehören einfach mehr.
Wo wir schon bei Weltspitze sind, haben wir nun den American Dragon Bryan Danielson und Takeshi Morishima im Ring. Beide waren schon ROH World Champions und mögen sich einfach mal gar nicht, was hier schon deutlich wird als Morishima Danielson beim Einzug attackiert und in die Ringabsperrung befördert. Das ganze Match läuft auch unter Relaxed Rules Match, was so eine Art „Halbes No-DQ“ Match darstellt. Der Referee lässt vieles durchgehen, wird es aber zu hart, kann eine Disqualifizierung erfolgen. Nennen wir es einfach No-DQ und fertig. Morishima bearbeitet Danielson außerhalb des Rings weiter und setzt dafür sogar einen Tisch ein und schon blutet der American Dragon. Das ganze passt ja wunderbar zu Slayers Lied für diesen Event, so wie das Blut über Danielsons Gesicht läuft und auf seine Brust tropft. Zurück im Ring steckt er auch erstmal eine Missile Dropkick ein, die von Morishima (ein 300 Pfund Monsterbrocken) natürlich schon sehr beeindruckend aussieht. Morishima zerstört Danielson, der sich nebenbei fast zu Tode blutet, aber trotzdem will er nicht aufgeben und kann einen Running Knee Strike anbringen und eine Kniecombo. Das ganze bis Morishima eine brutale Lariat zeigt. Aber Danielson gibt nicht auf und beide prügeln sich wild umher bis Morishima einen Tritt zwischen die Beine zeigt und dafür tatsächlich verwarnt wird. Was den Japaner nicht sonderlich interessiert, er tritt weiter Danielson zwischen die Beine, der Ringrichter will ihn stoppen, wird aber einfach weggeworfen und so disqualiziert er Takeshi einfach. Danielson gewinnt das Match, obwohl er die meiste Zeit verprügelt wurde. Morishima lässt von Danielson nicht ab, unzählige Ringrichter und Offizielle stürmen heran und der Japaner wird zum Hulk und prügelt alle beiseite. Jetzt wird’s noch mal richtig krass. Danielson ist zurück mit der Ringglocke und attackiert Morishima und kündigt lautstark an „I’m gonna blind that son of a Bitch“. Was natürlich eine Rache ist, da Morishima Danielson einige Zeit vorher schon am Auge verletzt hat. Wow, das ganze nach dem Match war noch wesentlich intensiver und krasser als der Kampf. Insgesamt sehr unterhaltsam, vom technischen Standpunkt her hatten beide zwar bessere Matches (etwa beim Manhattan Mayhem II) aber das hier war einfach ein intensiver Krieg.
Tag-Team Action ist jetzt angesagt in einem 2 out of 3 Falls Match zwischen den Champions, The Briscoes und den No Remorse Corps bestehend aus Rocky Romero und Roderick Strong. Die Herausforderer zeigen vom Start weg einige schöne Moves und auch hervorragende Teamarbeit, da sie die Briscoes doch ziemlich unter Kontrolle halten auch wenn diese beiden ab und an kontern können. Sie waren ja lange Zeit das mit Abstand dominierende Tag-Team bei Ring of Honor. Die Briscoes befördern Romero in die Ringecke, dann rennt einer der beiden hinterher, landet aber im Stiefel des Gegners, der sofort auf Marc zu rennt. Dieser kann ausweichen, schickt ihn dann sofort wieder zurück in die Ecke wo Jay Briscoe einen Drop Toe Hold zeigt und sofort stürmt Marc mit einem Knee Strike hinterher, befördert dann Strong mit einem Elbow auf den Hallenboden und stürmt gleich wieder, synchron zu seinem Bruder auf Romero zu und zeigen einen Runnin Kick. Das Geschehen verlagert sich nach draußen, als die No Remorse Corpse draußen stehen, fliegt Jay mit einer Senton aus dem Ring auf die beiden drauf. Im Ring zurück kommen die No Remorse Corps aber wieder zurück als Roderick ein Torture Rack zeigt der sofort in einem Backbreaker endet. Sehr schöne Aktion. Das Match wogt hin und her, wirklich die Oberhand kann sich keiner holen. Den ersten Pinfall können sich auch die Herausforderer nach dem Gibson Driver holen. Die Corps setzen Jay Briscoe weiter zu, bis dieser mit dem Falcon Arrow kontern kann und das Tag mit seinem Bruder Marc schafft. Der zeigt einige nette Aktionen wie eine Corkscrew Press und kann dann auch den Pinfall zum 1:1 erreichen. Roderick Strong und Jay Briscoe standen dann wieder im Ring und zeigten eine schöne Sequenz als Jay fortlaufend aus den Seilen heraus einen Kick zeigte und Strong mit einem chop antwortete. Jay landete dann auf dem Boden, Roderick geht auf den Ringpfosten und plötzlich springt Mark aufs dritte Seil und zeigt an Strong einen sehr schönen Ace Crusher. Dieser führt noch nicht zum Sieg aber der Jay Driller tut es. So gewinnen die Briscoes am Ende 2:1 und behalten ihre Titel. Das Match war mit über 20 Minuten auch schön lang und wurde recht spannend gehalten, auch wenn nach dem 1:1 die Briscoes eindeutig die Oberhand hatten und das Ende schon etwas plötzlich kam.
Das letzte Match steht an, der Main Event und natürlich geht es um den Championtitel. Champion Nigel McGuinness trifft auf Austin Aries. McGuinness hat eine leichte Schulterverletzung und natürlich konzentriert sich Aries sofort darauf, es gibt einen schönen Matchstart, bis sich Nigel zu sehr von den paar Fans ablenken lässt, die ihn ausbuhen. Er ignoriert das Match, geht nach draußen und das ist ein Fehler, denn sofort kommt Aries durch die Ringseile angeflogen und der Champion kracht mit dem Gesicht gegen die Absperrung. Was natürlich zur Folge hat, das er zu bluten anfängt. Zurück in Ring konzentriert sich Aries weiter auf den Arm. McGuinness kann aber zurückkommen und beide tauschen einige Aufgabegriffe aus. Sie schenken sich hier beide nichts. McGuinness will scheinbar wieder das Publikum auf seine Seite bringen und das mit Willen und einigen tollen Manövern wie dem Tower of London außerhalb des Rings. Aries will den Titel und nichts anderes. Gerät allerdings in der Mitte des Matches ziemlich ins Hintertreffen. Aber auch nach einem weiteren Tower of London ist der Pin noch nicht erfolgreich. Aries kommt zurück nach dem er zwei Versuche McGuinness’ seine Jawbreaker Lariat anzubringen, blocken kann. Das Geschehen verlagert sich nach draußen und dann zeigt Aries einen Brainbuster auf die Absperrung. Wahnsinn. Aries zurück im Ring will einen 540° zeigen aber landet nur auf den Knien des Briten. Das muss wehgetan haben. McGuinness kommt wieder zurück, beide prügeln und abermals will er seine Jawbreaker Lariat anbringen und Aries kontert wieder, dieses Mal mit einer eigenen Flying Lariat. Nach über 22 Minuten schafft es Nigel dann doch noch diesen Finishing Move anzubringen und gewinnt in einem unglaublich dramatischen, spannenden und grandiosen Match.
Insgesamt war Rising Above ein sehr starker Event, der einige gute kurze Matches und am Ende zwei lange epische Schlachten liefert, dazu das gute Aufeinandertreffen zwischen Danielson und Morishima und insgesamt hat man hier einige der besten Wrestler heutzutage gesehen. So viel wahnsinniges Talent auf einmal, kann in den USA auch nur Ring of Honor aufweisen.
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