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Zu Totally Tool Wrestling habe ich praktisch gar keine Infos. Es war auch nur eine recht kurzlebige Geschichte, da man von 2004 bis 2006 lediglich 3 Events (jedes Jahr also einen) veranstaltete. Totally Tool Wrestling ist Comedy Wrestling und kennt dabei keinerlei Grenzen. Stattgefunden hat dieser Event am 15. Juli 2006 im Eagles Club, in Berwyn Chicago, wo auch Shimmer regelmäßig veranstaltet. Die eingesetzten Wrestler kann man durchaus von einigen kleineren Independentligen her kennen. Nach einer kurzen Vorstellung kommt ein Typ zum Ring, mit der Bushwackers Musik, er macht wohl den Ringsprecher und kündigt das erste Match an Hier treffen Stetson Sterling (mit schmalzigem Countrylied – Dan Lawrence verbirgt sich dahinter) und Chief Wigwam (mit Tatankas Entrance Theme – Gary Havok) aufeinander. Sie spielen also direkt mal Cowboy und Indianer und bringen noch einen Special Guest Referee ins Spiel: Gott persönlich. Den sieht man natürlich nicht, aber man hört ihn. Los geht es mit einem Headlock vom nicht wirklich indianisch aussehenden Chief, danach zeigt er einige Schläge, ehe der Cowbow mit einer Running Clotheline auch mal was zeigen darf. Nach einem schlecht aussehenden Kick, zeigt Stetson den School Boy und gewinnt direkt. Nach dem Kampf schickt Gott Wigwam aus der Halle, weil „There is no room for you here“ Wrestlerisch absolut katastrophal, aber durch einige Kommentare von Gott noch nett. Der „normale“ Ringrichter sieht ein wie Razor Ramon Hard Gay aus, ein japanischer Comedycharakter, der auch in einigen dortigen Wrestlingligen wie etwa HUSTLE auftrat. Der Commander, eine Gestalt in schwarzer Robe kommt zum Ring und bedroht das Publikum „If you don’t shut up, i’m going to leave“. Eine nette kleine Comedyeinlage, die auch zur Ankündigung des nächsten Kampfs genutzt wird In einem „Fall count somewhere“ Match trifft Triple N (Not necessarily Nailz) (Jason Duke) auf G.I. Boz. (der direkt mal mit Real American zum Ring kommt) (Ryan Boz) Triple N legt mit harten Kicks los und schnappt sich dann das Shirt von Boz um selbigen damit zu würgen. Gleichzeitig kreischt er merkwürdig rum, so wie das Nailz das damals auch immer tat. Aber Boz kommt schnell mit Elbows und Scoop Slams zurück. Der Kampf verlagert sich nach draußen, wo der Commander mit den spanischen Kommentatoren (die man natürlich nicht hört, weil sie durch ihre Masken nicht sprechen können) spricht. 3N und Boz prügeln sich da drumherum. Irgendwie will 3N seinen Gegner dann pinnen, aber der Commander macht schnell klar, das diese Stelle nicht „somewhere“ ist. 3N grunzt wieder rum und eine Papierrolle fliegt auf den Commander der sich davon bedroht fühlt und gegen das arme Papierding kämpft. Weiter geht es mit Schlägen, Tritten und Clothelines. Leider ist die Kameraführung relativ schlecht und man erkannt vieles nicht mal. Danach verlagert sich das Geschehen ins Publikum und nach einem Brawl dort, will 3N wieder einen Pin ansetzen – aber es ist die falsche Stelle. Wo ist Somewhere? 3N ist genervt und fängt dann eine Runde Blackjack mit Chief Wigwam an, der in der Ecke sitzt. G.I. Boz kommt dann irgendwann wieder auf die Beine, er schlägt 3N beiseite, spielt eine Runde Würfeln mit Chief, dann kommt sein Gegner wieder ran, prügelt ihn und spielt auch eine Runde. Danach setzt sich der Brawl durch den ganzen Eagles Club fort, immer auf der Suche nach „Somewhere“. Von einer Treppe geht es auf die Straße, von dort zurück in den Club und die Küche – Viel Wrestling gibt es nicht, ein paar Schläge und Tritte müssen reichen. Dem Commander wird das zu viel und es geht zurück in den Ring, wo einfach schon mal der nächste Kampf angekündigt wird. Das ganze ähm...Match hatte ein paar lustige Momente, war aber insgesamt doch etwas zu lang. Da gibts endlich ein bekanntes Gesicht mit Larry Sweeney von Sweet n‘ Sour Corp. Nach einer Promo ist klar, dass es jetzt zu einem Arm-Wrestling Match kommt und der Gegner ist der Iron Sheik (Mit Ric Flairs Musik). Wo sie den wohl ausgegraben haben? Er labert erstmal einige Minuten merkwürdiges Zeug, von dem man nur die Hälfte versteht (Was bei dem, was Sheik so redet, aber auch besser ist) Das was dann folgt, erinnert an eine Mischung aus Stallones „Over the Top“ (auch wenn die Mütze fehlt) und die Armdrückszene aus dem Bud Spencer Film „Sie nannten ihn Mücke“ Der Sheik gewinnt das Ganze, Sweener erweist sich als schlechter Verlierer und will ihn attackieren, aber der Iraner setzt sich mit einem Schlag der 5 Meter daneben geht und einem ganz merkwürdigen Camel Clutch zur Wehr. Tag-Team Action steht jetzt auf dem Programm. Fake Fake Razor Ramon (Eddie Venom) kommt zum Ring. Der Fake vom Fake der seinerzeit 1996 in der WWF wütete. Nach einer kleinen Rede kündigt er seinen Partner an und wer könnte das anderes sein als Fake Fake Diesel (Truth Martini)? Und die beiden treffen auf die New New Rockers (Sylas Young & Dysfunction), die aber mit Judas Priests Living after Midnight zum Ring springen. Den Song haben die echten Rockers in der AWA verwendet, als sie noch die Midnight Rockers waren. Die neuen neuen Rockers legen direkt los und nehmen den ganz falschen Razor Ramon in die Zange, einem Inverted Atomic Drop folgt ein Double Axe vom Top Rope, was man im weiteren Verlauf noch einige Male sehen wird. Nachdem sich Ramon befreien konnte, wechselt er schnell Diesel ein. Es ist schon bemerkenswert wie ähnlich sich dieser Fake Fake Diesel und der echte Kevin Nash sind, nach einigen High Knees in der Ringecke, wirft er den einen Rocker in die Seile und will wohl einen Big Boot zeigen, aber sein Knie gibt nach. Eine seiner vielen Quadriceps Verletzungen. Ramon muss also gegen die Rockers, die sogar einen Double Dropkick zeigen, der den Bad Guy durch den halben Ring und aus selbigem befördert. Ramon kann sich aber nochmal befreien und wechselt Diesel ein. Der kündgt stolz an, das jetzt das Match vorbei ist, setzt die Jackknife an und – wieder das Knie. Ramon und Diesel diskutieren daraufhin, Razor ist so abgelenkt und fängt sich einen doppelten Superkick ein, danach folgt noch ein Top Rope Splash und die New New Rockers gewinnen. Auch hier gab es wieder einige lustige Szenen und mitunter sogar passables Wrestling zu sehen. Rhino und Zach Gowen treffen aufeinander. Das ist tatsächlich der richtige Rhino und Zach Gowen kennt man ja auch noch aus der WWF. Nachdem Rhino den Ringsprecher gespeared hat, geht der Kampf los und Zach kann direkt ein paar Schläge anbringen. Muss dann aber direkt einen Schlag einstecken und wird von Rhino rausgeworfen. Danach direkt nochmal und dann wird Zach übermütig als er wieder in den Ring kommt. Denn er versucht einen Bodyslam. Aber da Rhino wohl doppelt so schwer ist und Zach eben nur ein Bein hat, geht das nicht so ganz. Nach einem kurzen Intermezzo fliegt Zach ein drittes Mal aus dem Ring und dann fliegt seine Beinprothese in der Gegend rum und plötzlich hat Rhino gewonnen. Sehr merkwürdiges Match. Boxen ist jetzt angesagt. Ivan Drago (Robert Anthony) kommt zum Ring und muss sich Apollo Creed (Bryce Benjamin) stellen. Creed kommt natürlich mit „Living in America“ zum Ring und hat zur Unterstützung einen tanzenden dicken Typ dabei, der wohl so eine Art James Brown dastellen soll. Im Prinzip wird der Kampf aus Rocky IV nachgespielt, nur um einiges lustiger. Apollo tänzelt um Ivan und boxt ihn immer ein bisschen, lenkt ihn auch schonmal ab um dann ein wirklich schweren Schlag anzubringen. Das Highlight ist der „finale Schlag“ von Ivan Drago, ausgeführt in Zeitlupe, kurz vorm Treffer stoppt Apollo das ganze und verlangt die Wasserflasche vom Ringrichter. Denn wenn er schon so schwer getroffen wird, muss er schon ein wenig Wasser in der Gegend verteilen. Apollo kracht schwer auf die Matte (in Zeitlupe) und der Ringrichter zählt ihn an, bei 6 macht Creed ihm klar, das er tot ist. Drago hat gewonnen, aber natürlich ist das ganze nicht so einfach vorbei, denn da kommt auch schon Rocky Balboa zum Ring. Als erstes klaut Rocky Apollo erstmal Boxhandschuhe und die Hose. Rocky boxt wild auf Ivan Drago ein, aber den lässt das ziemlich kalt. Er zeigt ein paar schwere Schläge und befördert Rocky mit einem Shōryū-ken auf die Matte. Rocky entkommt der Niederlage nur knapp, weil die Runde zu Ende ist. Aber auch in der zweiten Runde zeigt Ivan was er kann und Rocky gut unter Kontrolle. Dieser fliegt eigentlich nur durch den Ring. Rocky landet nach einem schweren Zeitlupenschlag wieder auf der Matte, hat aber wieder das Glück das die kurze Runde vorbei ist. Während der Pause ertönt Eye of the Tiger und Rocky ist jetzt „The Jew“ mit Rauschebart. Gegen den hat Ivan natürlich keine Chance und landet nach einigen schweren Treffern auf der Matte. Sehr kreative Idee und eine gelungene Umsetzung machen das ganze zu einem sehr lustigen Boxkampf. Im finalen Kampf der Show trifft Father Guido Sarducci (Eric Priest) auf Mark Kayfabe (Chandler McClure). Mark Kayfabe stellt eine wilde Mischung aus Hulk Hogan, Ultimate Warrior, Jim Duggan, Undertaker und anderen Wrestlern samt Rey Mysterio Maske dar. Während Guido Sarducci eine real existierende Comedyfigur ist: ein kettenrauchender Priester italienischer Herkunft. Auch hier haben wir wieder Gott als Ringrichter. Kayfabe hat Sarducci zu Beginn gut unter Kontrolle, vor allem auch, weil es ihm wichtiger ist das er weder Zigarrette noch Hut verliert, aber er kann dann doch mit einem running Crucifix kontern, der Pin bringt keinen Erfolg und Mark Kayfabe zeigt den Stone Cold Stunner. Der Pin und schnell zeigt sich, auf wesen Seite Gott steht, denn er zählt sehr, sehr langsam und so kann Sarducci auskicken. Noch ein Stunner folgt und Gott hat gerade keine Zeit für den Count. Danach wird es Kayfabe zu blöd und er zeigt den Five Knuckle Shuffle gefolgt vom „You can’t see me“ Taunt von John Cena. Gott macht ihm aber schnell klar, das er alles sieht. Eine folgende Diskussion zwischen Kayfabe und Gott nutzt Sarducci zu einer fiesen Attacke mit Weihwasser. Sarducci hat jetzt alles unter Kontrolle und will zusammen mit Gott die Hart Attack zeigen. Aber Gott versteht da was falsch und sorgt dafür, das Mark Kayfabe eine Herzattacke hat. Gott entschuldigt sich, denn er hat Wrestling ja erst angefangen zu schauen als die nwo aufkam. Mark Kayfabe ist nun tot und Sarducci betet, da ertönt die Musik vom Undertaker und Kayfabe steht auf. Der Chokeslam folgt und das ist der Sieg für Mark Kayfabe. Mark Kayfabe feiert indem er die „Titel in die Mülltonne“ Szene von Alundra Blaze aus der WCW nachspielt. Sehr genial. Es stürmt aber ein Wrestler zum Ring und das ganze sollte wohl eine Fehde der beiden für die nächste Show einleiten, aber die hat es ja bis heute nicht gegeben. Auch dieses Match war sehr lustig und unterhaltsam. Totally Tool Wrestling Vol. 3 ist sicher keine Show für jeden, es wird nur relativ wenig Wrestling gezeigt und gerade bei den ersten Matches sieht das auch noch verdammt schlecht aus. Aber der Fokus liegt eben mehr auf Comedy und da können vor allem die letzten beiden Matches voll überzeugen und die machen das Ganze auch sehenswert.
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