Home arrow Wrestling arrow WCW Starrcade 1994 11 Februar 2012  
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WCW Starrcade 1994 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
13.11.2008

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Starrcade war bekanntlich der wichtigste PPV des Jahres der WCW und vorher schon von NWA:JCP. Stattgefunden hat der Event dieses Mal am 27.12.1994 in Nashville, Tennessee. Rund 8200 Zuschauer füllten das Nashville Auditorium und sahen eine Wrestlingshow, der nur ein Begriff gerecht wird: Retro.
Denn sieht man mal von einem Match ab, steht in jedem mindestens ein Wrestler, der schon seit ewig langer Zeit dabei ist. Abgesehen von Alex Wright, Jean Paul Levesque, Harlem Heat, Vader und Kevin Sullivan waren alle beteiligten Wrestler vorher in der WWF. Im Falle von Jean Paul Levesque, sowie Vader, Johnny B. Badd und Booker T. hat man sogar vier Wrestler, die später den Weg zur damaligen WCW-Konkurrenz finden würden.

Nach der US Hymne, geht es erstmal zu einer längeren Promo, ein weiterer alter Superstar der WWF hat nämlich zu dieser Zeit den Weg zur WCW gefunden gehabt: Macho Man Randy Savage. Scheinbar hatte die WCW Angst vor den Matches und bringt erstmal eine weitere Promo. Pro Wrestling Illustrated, eines der ältesten Wrestlingmagazine vergibt jedes Jahr unzählige Auszeichnungen und es wird gezeigt dass Hogan Wrestler des Jahres wurde. Das allein ist ja schon Diskussionswürdig, denn die Hälfte des Jahres war er inaktiv…

Kurz bevor man von all dem Gesülze einschläft, fängt es dann doch noch mit dem ersten Match an.
Jim Duggan ist United States Champion und trifft auf Vader. Jim Duggan ist ein ganz netter Brawler, aber mehr auch nicht, in die WCW und zum Titel kam er wohl eh nur, dank Hogan, der damals in der WCW praktisch bestimmen konnte, wer seiner Kumpels (und das waren alle) in die WCW kommt und wer Titel gewinnt.
Das Match startet schon beim Einzug Duggans mit einem ordentlichen Brawl außerhalb des Rings. Duggan macht Vader erstmal platt und schnappt sich dann seinen Manager Harley Race. Und das Match ist auch nichts weiter als ein Brawl, wo Duggan erstmal die Oberhand hat, das spektakulärste ist hierbei ein Bodyslam.
Vader kommt aber zurück, auch dank der Hilfe von Harley Race. Immer wieder spektakulär ist der Moonsault von Vader (Wie macht der das mit seinem Gewicht?!), der hier aber nicht trifft. Duggan hat aber trotzdem keine Chance. Am Ende gewinnt Vader das Match und den Titel.
Ein netter Brawl, Duggan gab sich viel Mühe, Vader hatte keinen Bock, was man auch verstehen kann, ist er ja innerhalb eines Jahres von Main-Eventer zum Midcarder abgestuft, wo er nun mal absolut nicht hingehört. 4,5/10

Jean-Paul Levesque trifft auf AlexWright. Hinter Levesque verbirgt sich natürlich Hunter Hearst Helmsley, den man heute besser unter dem Namen Triple H kennt. Der langjährige Main Eventer der WWF/E war in der WCW nie mehr als ein Midcarder.. Alex Wright wird als „Wunderkind“ vermarktet und ist bis heute der einzige deutsche, der sich in einer amerikanischen Wrestlingliga etablieren konnte. Beide waren hier sehr jung, sehr unerfahren und zeigen das am Anfang mit vielen Armholds und ein paar Schlägen. Das Publikum schläft mehr oder weniger ein und wacht nur bei ein paar schnellen Aktionen auf.
Insgesamt ist das Match aber einfach langweilig und dauert mit 14 Minuten viel  zu lang. 7-8 Minuten wären in Ordnung gewesen und ein besseres Ende hätte kaum geschadet. Alex Wright gewann durch einen Roll-Up. Insgesamt nichts Besonderes. 4/10

Arn Anderson trifft auf World Television Champion Johnny B. Bad. Statt Arn Anderson sollte eigentlich der Honky Tonk Man (ein weiterer alter Bekannter aus der WWF) antreten, aber der verließ kurz zu vor die WCW. Scheinbar hat man auf die Schnelle nichts Besseres gefunden. Arn ist aber auch keine tolle Wahl. Einerseits war er hier schon etwas älter und andererseits war er einfach ein Tag-Team Wrestler.
(Nebenbei gesagt, fällt bei diesem und dem vorigen Match sehr stark auf, wie sehr Bobby Heenan von einem anständigen Co-Kommentator abhängig ist. In der WWF ging Gorilla Monsoon immer sehr gut auf die Heelsprüche Heenans ein. Tony Shiavone macht das nicht und so wirken die Sätze Heenans meist lächerlich und plump).
Das Match fängt mit sehr viel Stalling und Takedowns an. Es ist recht öde und Arn hat wohl auch keine große Lust, er verlässt sich auf sein Standard Repertoir, während Badd nie wirklich gut war. Viel Spektakuläres passiert auch im weiteren Verlauf nicht. Es ist absolutes Basic Wrestling. Am Ende fühlt sich Arn schon als Sieger nach einem Pin, aber Badd hatte ein Bein auf dem Seil, springt dann sofort topfit auf und rollt Anderson ein, während dieser mit dem Schiedsrichter diskutiert. So trägt er den Sieg davon und behält den Titel.
Schreckliches ödes Match. 2/10

Zurück zu den PWI Awards. Die Nasty Boys wurden zum Tag Team des Jahres gewählt (?!) und grunzen natürlich erstmal rum. Das witzigste daran ist wohl, das Brian Knobbs noch heute so aussieht wie 1994 (oder 1990) und immer noch der rumgrunzende Nasty Boy ist.

Im Anschluss treffen die Nasty Boys auch gleich mal auf Harlem Heat. Diese waren zu der Zeit Tag-Team Champions, was hier aber gar nicht deutlich gemacht wird, sie kommen auch ohne die Titel zum Ring und es schein ein Non-Title Match zu sein. Nebenbei gesagt finde ich Harlem Heat grässlich überbewertet, vor allem Stevie Ray war nicht mal ein durchschnittlicher Wrestler.
Los  geht es natürlich mit einem Brawl und dann wird weiter gebrawlt. Ein paar Aktionen wie Bodyslams gibt es auch. Das Match ist total konfus, der Ringrichter auch hat keine Ahnung, denn die meiste Zeit prügeln sich alle vier gleichzeitig. Harlem Heat kommt dann mit ein paar Aktionen zurück und es gibt das 1x1 des Tag-Team Wrestlings. Beide konzentrieren sich auf Jerry Sags, der aber dann urplötzlich mit einer Aktion beide Gegner auf den Ringboden befördert. Er ist auch platt und kippt um, Knobbs versucht ihn zum taggen zu erreichen….wie oft hat man das schon gesehen? Zu oft. Brian Knobbs kommt rein und räumt auf. Am Ende gewinnen die Nasty Boys durch Disqualifikation, da Sister Sherri (Sherri Martel, kennt man auch noch aus der WWF) eingreift, was aber sowieso misslingt.
Ein netter Brawl mal wieder, mehr nicht und außerdem zu lang. 3,5/10

PWI Awards zum dritten. Sting wurde zum populärsten Wrestler des Jahres gewählt. Danach folgt noch ein Interview mit Sting zu seinem Match bei diesem Event.

Aber erstmal zu etwas anderem.
Etwas, das bei der WCW vor allem in den folgenden Jahren sehr beliebt war, war das einbringen von bekannten Persönlichkeiten als Wrestler. Karl Marlone, Dennis Rodman, Jay Leno…auch 1994 gab es das und Mr. T stieg in den Ring. Das hat er schon mal, nämlich 1985 und 1986 bei…na klar, der WWF. Mr. T und Hogan sind befreundet, also fand er auch den Weg in die WCW. Er trifft auf Kevin Sullivan. Dieser ist kein guter Wrestler und Mr. T ist ja sowieso keiner. Wieso trägt Mr. T eine Schlafmütze beim Einzug? Aber das er bei diesem bislang langweiligen Event lieber schläft, kann ihm niemand verübeln.
Das Match ist natürlich keins. Mr. T macht den Clubber Lang und boxt Sullivan platt. Dann kommt der Weihnachtsmann zum Ring (hat sich wohl verspätet) und verschenkt T-Shirts, aber man kann sich ja denken, das da jemand dahinter steckt. Es ist Dave Sullivan, der dann seinen „Bruder“ Kevin KO schlägt, so das Mr. T gewinnt. Keine 4 Minuten hat das gedauert – zum Glück. 0/10
Das Match war wohl sowieso nur als Überleitung zu der grässlichen Sullivan – Sullivan Fehde geplant.

Hey, nur noch zwei Matches, ich übersteh das hier leichter als gedacht…

Aber vorher noch eine Promo mit Hogan, wo er mal wieder einen neuen Weltrekord aufzustellen versucht: „Wie oft kann man Brother in einem Interview sagen?“

Sting trifft auf Avalanche. Wie zu erwarten rastet die Halle aus beim Einzug Stings. Er war schon unglaublich populär. Avalanche kennt man aus der WWF (alles andere wäre ja jetzt eine Überraschung) als Earthquake. Earthquake, Avalanche…ich wette da haben sie bei der WCW Tage gebraucht um auf den Namen zu kommen…
Viel rumgepose zum Start, noch mehr Stalling und ein paar Schubser. Dann schiebt Avalanche Sting in die Ecke und versucht ihn dort zu bearbeiten…man sieht viel zu gut, dass er meterweit vorbei schlägt. Es sieht lächerlich aus.
Der Kampf gestaltet sich aus Schlägen, dann folgt ein Aufgabegriff, dann gucken sich beide grimmig an, es wird posiert, Schläge, Aufgabegriff und alles noch mal wiederholen weil es so schön ist. Schon verwunderlich, denn Sting ist ein toller Wrestler und Avalanche einer der besseren „Big Man“. Aber gut, wer hat schon Lust, so kurz nach Weihnachten schon wieder zu arbeiten.
Die Stimmung ist die meiste Zeit auch eher nicht vorhanden. Stinger Splash und Scorpion Deathlock könnten das Ende sein, aber nö…einerseits liegt der Ringrichter am Boden und andererseits stürmt Kevin Sullivan zum Ring. Sting und Sullivan prügeln sich, dann kommt Avalanche und Sting wird platt gemacht – bis Hogan angestürmt kommt. Dann ist das Match plötzlich vorbei und Sting gewinnt durch DQ. Das ganze Match hat 15 Minuten gedauert. 10 Minuten davon wurden mit Aufgabegriffen und Posing verbracht, der Rest war ansatzweise Wrestling. Grässlich und das Ende war sowieso Mist. 1/10

Das letzte Mal kommen die PWI Awards und Jimmy Hart ist Manager des Jahres.

Dann folgen ewig lange Promos zu der „Fehde“ zwischen Hulk Hogan und dem Butcher. Hinter dem Butcher verbirgt sich Zodiac aka Booty Man aka Man with no Name aka Ed Leslie aka….sagen wir einfach, es ist Hogan Kumpel Brutus Beefake, der in der WCW eine Million verschiedene langweilige Gimmicks hatte. Was der im Main Event von Starrcade verloren hat, weiß niemand. Dass dieses Match nichts werden kann, weiß man dagegen jetzt schon. Allein die Intro beider Wrestler durch Michael Buffer dauert Stunden und Hogans schreckliches langweiliges Einzugslied, das niemals an Real American rankommt, wird gleich noch mal eingespielt.
Rumgeschubse, Schläge, Headlocks bestimmen den Anfang des Kampfes. Immerhin startet das Match anders als 95% aller Hogankämpfe, denn hier wird er nicht von Anfang platt geprügelt um dann „urplötzlich“ den Hulk zu machen. Beide prügeln sich um den Ring, ohne das es wirklich intensiv wirkt. Aber es ist ja klar, das Butcher dann ran darf und wir sehen…den Sleeperhold. Eine der langweiligsten Aktionen überhaupt, wird minutenlang durchgezogen und natürlich fällt Hogans Arm zweimal…was dann folgt muss man gesehen haben. Der Arm fällt ein drittes Mal oder doch nicht, Butcher jubelt, Hogan guckt blöd und legt  sich in und spielt den toten Mann. Butcher pinnt ihn also, Hogan kommt bei 2 raus, schüttelt wild seine letzten 5 Haare durch die Gegend und macht den Hulk. Sullivan und Avalanche wollen Butcher zur Rettung kommen, haben aber natürlich keine Chance. Der Legdrop, der Sieg…gähn.
1/10
Am Ende kommt noch der Macho Man raus und es sieht so aus als würde er sich auch gegen Hogan und auf die Seite der Faces of Fear stellen, aber natürlich tut er nur so.

Während die erste Jahreshälfte praktisch nur gute bis sehr geniale PPVs der WCW zeigte, wurde es ab Hogans Einzug und sein Titelgewinn im ersten Match immer katastrophaler,…beim Publikum kam Hogan zwar an und auch der Macho Man war erstmal umjubelt aber wrestlerisch war das alles grausam. Die talentierten Wrestler wurden demontiert oder rausgeworfen und man befand sich wieder in den 80ern, nur das die Wrestler eben 10 Jahre älter waren. WCW Starrcade 1994 belegt das auf eine sehr eindrucksvolle Art und Weise.

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3/10
Letzte Aktualisierung ( 20.12.2009 )
 
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