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World Wrestling Legends - 6:05: The Reunion PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
20.11.2010

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In den letzten paar Jahren gab es im Wrestling schon fast einen Boom an Reunion- und Legends Shows, wie etwa WrestleReunion oder die Legends Touren, die auch in Deutschland (Etwa American Wrestling Rampage) veranstaltet werden. Unzählige Has-Beens und Never-Beens werden eingesammelt und zeigen schlechtes Wrestling. Warum das so populär ist, versteht wohl niemand aber im Zuge meiner „Ich seh mir obskure und mitunter sehr schlechte Wrestlingshows an“ Aktion, bin ich nun auch bei so einer Show gelandet. World Wrestling Legend - 6:05 – The Reunion. Der Name bezieht sich auf Saturday Night Wrestling, das von Georgia Championship und später WCW von 1972 bis 2000 immer Samstagabend um 6:05 ausgestrahlt wurde.
Stattgefunden hat diese Show am 5. März 2006 im Hard Rock Cafe in Orlando, Florida. Angeblich sollen 500 Zuschauer vor Ort gewesen sein.
Als Kommentatoren fungieren Jim Cornette, Ron Niemi und Lance Russel, eine echte Legende unter den Kommentatoren, vor allem bekannt durch die Continental Wrestling Association aka Mid-South Wrestling wo er von 1959 bis 1997 Kommentator war.

Zu Beginn kommen ein paar Überbleibsel der Nitro Girls zum Ring und tanzen.

Das erste Match startet und ist so richtig Old-School, denn wir packen die 80er Schurkenstaaten aus. Nikolai Volkoff kommt mit Sowjetflagge zum Ring und hat den Iron Sheik samt Iranflagge im Gepäck. Sein Gegner ist natürlich Jim Duggan. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren Duggan und Volkoff ein Face Tag-Team in der WWF, jetzt ist der kalte Krieg wohl wieder aktiv. Iron Sheik gibt mal wieder eine Promo: Russia No. 1, Iran No. 1 don’t say USA USA (Nur in Iron Sheiks verwirrtem Geist können zwei Länder auf Platz 1 sein), dann rotzt er gekonnt auf das Mikrofon und gibt es Volkoff damit dieser die sowjetische Nationalhymne singen kann. Schockierenderweise redet der Sheik mal nicht von Hulk Hogan und wie er Hulkamania zerstört hat. Duggan kommt dann fahnenschwenkend zum Ring. Alle drei sind zusammen insgesamt 174 Jahre alt gewesen bei dieser Show. Wow, das ist so alt, da kann nicht mal TNA mithalten.
Volkoff legt los und grabscht an Jim Duggan rum ehe er diesen mit einem Headbutt auf das Ringpolster bearbeitet. Aber Duggan kann kontern, zeigt selbst einen Headbutt und dann die 10 Schläge in der Ringecke. Ein Irish Whip (in Zeitlupe) folgt und Duggen zeigt seinen Three Point Stance samt Clotheline. Der Pin und das Match ist vorbei. Das war kurz, es hat ungefähr eine Minute gedauert.

Rick Steiner bellt eine Promo und dann folgt sein Match wo er auf Mr. Jones aka Virgil aka Vincent aka Shane aka Curly Bill trifft. Virgil war schon früher ein grässlicher Midcarder und Steiner hat auch nur im Tag-Team mit seinem Bruder was getaugt. Das kann ja toll werden.
Virgil attackiert seinen Gegner als dieser sich gerade die Jacke ausziehen will und bringt einige sehr lächerlich aussehende Slapstick-Schläge an. Irish Whip dann, aber Steiner kann sich unter der Clotheline wegducken und selbst eine anbringen, gefolgt von einer zweiten, gefolgt von lautem Gebelle und ein extrem schlecht ausgeführter T-Bone Suplex folgt. Der Pin geht nur bis zwei so dass Rick noch einen Firemans Carry Takedown bringen muss. Ein erneuter Pin und schon ist das Match vorbei. Auch das hat nur etwa 1:20 Minuten gedauert. Bei den alten Herren reicht es wohl nicht für mehr. Wrestling kann man das jedenfalls auch nicht nennen.

Mit hochrotem Kopf grunzt Brian Knobbs eine Promo und lässt sich ein Bild auf den Arm malen. Ich habe keine Ahnung, was er gesagt hat und das ist wohl besser so.

Koko B. Ware (ohne Papagei) trifft auf Disco Inferno. Der John Travolta für Arme attackiert Koko als dieser sich die Jacke ausziehen will. Hatten wir das nicht schon? Sehr kreativ. Viele Schläge und Tritte folgen, bis Koko ein Reversal gefolgt von einem Hip Toss. Bodyslam, Snapmare und ein Tritt zwischen Infernos Beine. Das ist immerhin mehr Wrestling als in den zwei Matches zuvor. Ein Whip in die Ringecke folgt, allerdings verschätzt sich der Papageifreund hier etwas und springt dann daneben. Inferno ist nun wieder am Drücker und zeigt wieder Schläge und Choking ehe er seinen Kamm grabscht und sich die Haare frisiert. Es geht weiter mit Schlägen, das ist schon sehr schlapp gerade. Ein Front Facelock und ein furchtbar aussehender Russian Leg Sweep folgen und Inferno will nun den People’s Elbow zeigen, der funktioniert nur bei The Rock. So kann B. Ware wieder in die Offensive gehen mit Schlägen und einem normalen als auch einem Inverted Atomic Drop. Nach etwas Geplänkel in der Ringecke folgt ein schlecht aussehender Bulldog mit dem Koko B. Ware den Sieg einfahren kann. Das beste Match bislang, was aber nicht viel sagt, furchtbar ausgeführte Wrestlingmoves gepaart mit zwei Wrestlern die völlig außer Form sind. Die Kommentatoren finden es aber total klasse.  

Greg „The Hammer“ Valentine, Jimmy Hart und DNA der mir gar nichts sagt geben ein Interview.

Greg Valentine kommt nun auch zum Ring und trifft auf Jimmy Snuka. Nimm man Jimmy Hart dazu kommt man nun auf 181 Jahre. Man kann sich vorstellen wie ein Wrestlingmatch zwischen einem 63jährigen und einem 56jährigen wohl aussieht.
Lockups in die Ringecken die keine Aktionen hervorbringen starten das Match bis Valentine ein paar Schläge anbringen kann. Snuka kann kontern mit einigen Schlägen und Valentine rollt sich erstmal aus dem Ring.
Weiter geht’s im Ring mit einem Reversal und einem Elbow von Snuka der daraufhin wieder merkwürdig posiert und Valentine schiebt sich wieder aus dem Ring. Meine Güte ist das langweilig.
Wieder im Ring fängt sich Greg einige Chops ein, ehe er auch mal einen Elbow anbringen kann und es folgt ein Handkantenschlag vom zweiten Seil der Snuka umhaut. Valentne setzt mit zwei Elbows nach, die von den Kommentatoren als „Atomic Skull Crusher“ bezeichnet werden. Er verbiegt nun Snukas Kopf, zeigt dann einen Snapmare und will einen Elbow anbringen aber wie immer wenn zu viel geposed wird: Es geht daneben. Einige Zeitlupenschläge später will Valentine den Figure 4 Leglock zeigen, wird aber von seinem Gegner in die Ringecke gekickt. Snuka setzt wieder einige Chops an, geht aufs zweite Seil, springt und grabscht Valentine an den Kopf. Merkwürdige Aktion, die Kommentatoren bezeichnen es als Headclaw aber es sah nur lächerlich aus. Dann springt Jimmy Hart in den Ring, wird aber von Snuka bearbeitet und nach einem Headbutt will er einen Splash gegen Jimmy Hart zeigen, wird aber zurückgehalten. Mitten in dem ganzen Chaos, irgendwann ist wohl das Match beendet worden, kommt DNA zum Ring. Aber es passiert nichts, die stehen alle nur blöd im Ring und schlagen die Zeit tot.
Furchtbar schlechtes Match, sehr merkwürdiges Ende, was für ein Bullshit.

Hui es wird jung, denn nun steht das Match zwischen Vampiro (war 39 Jahre alt) und Eddie Colon (24 Jahre alt) mit seinem Vater Carlos an. Haben die sich in der Show geirrt? Eddie Colon ist seit 2008 als Primo in der WWE.
Vampiro merkt man direkt an, dass er keine große Lust hat und das er Colon nicht allzu ernst nimmt. Ein paar sehr stiffe Kicks und ein Chokeslam direkt zu Beginn erinnern an die Squash Matches der frühen 90er. Einige Schläge später kann Eddie aber doch ein paar schnelle Aktionen in Form einer Hurricanrana und einer Headscissor anbringen. Ein paar Schläge und eine Headscissor später fängt er sich zwar einen Superkick ein, aber Eddie macht einfach weiter und kickt Vampiro in die Ringabsperrung und legt mit einem Sprung zwischen den Ringseilen hindurch nach. Vampiro kommt aber wieder zurück und befördert Eddie in die Ringabsperrung, dann wird er von Carlos Colon attackiert, der fängt sich aber einen Schlag ein. Zurück im Ring attackiert Vampiro weiter mit Schlägen, Eddie kann zwar auch immer wieder ein paar anbringen aber Vampiro hat auf No-Selling geschaltet, so dass es wieder wie ein Jobber Match aussieht. Viele Schläge und Kicks später kann Eddie aber sogar einen Sunset Flip vom Top-Rope zeigen der nur zum Two Count reicht. Es folgen einige weitere schnelle Two-Counts bis Vampiro mit einem Drop Toe Hold zurückkommt und eine Powerbomb zeigt. Dann mischt sich wieder Carlos Colon ein, wird aber von Doug Dillinger zurückgehalten. Vampiro fängt sich währenddessen wieder einige Schläge ein, kann nach einem Whip in die Ecke allerdings Eddie gekonnt ins Gesicht kicken. Eine kurze Clotheline folgt und der Pin, wobei Vampiro die Beine auf den Seilen und so gewinnt. Man merkte, das Vampiro keine große Lust hatte, er betrieb No-Selling, es gab aber zumindest ein paar recht schöne Aktionen zu sehen.
Nach dem Match verprügeln die beiden Colons Vampiro noch ein bisschen.

Kamala (mit Kim Chee) kommt zum Ring und trifft auf Jake „The Snake“ Roberts der aussieht als wär er grad von einer durchsoffenen Nacht aufgestanden, was wohl auch der Fall war. Sein glasiger, irritierter Blick wird nur von seinem versifften Unterhemd und der Jogginghose übertroffen. Obwohl Jake eine ordentliche Wampe hat und auch sonst völlig kaputt aussieht, redet Cornette davon, das er „back in shape“ ist…(Back in drinking shape vielleicht) Kamala ist aber auch recht gut beinander. Bierbauchmania is running wild, brother!
Es geht los mit einem Armholds aber wirklich viel zu sehen gibt es am Anfang nicht. Nach viel Rumgeplänkel tritt Roberts dem Ugandian Giant gekonnt auf die Füße, warum es Wrestler gibt, die ohne Schuhe in den Ring steigen verstehe ich nicht, die müssen doch erwarten, das sowas passiert. Einige Schläge folgen und dann stehen sie wieder nur im Ring rum und machen nichts. Kamala kann dann ein paar Schläge zeigen, aber bislang ist das alles ganz furchtbar anzusehen. Viele weitere Schläge und ein minutenlanger Chokehold später sind wir bei einem „Armpit Nervehold“. Ein sehr bizarrer Aufgabegriff möchte ich anmerken. Roberts kann sich mit einem Schlag befreien fängt sich aber einen Stupser (Ein Tritt war das nicht) von Kamala ein. Der legt mit einem Bigsplash nach, will aber nicht pinnen sondern guckt blöde. Roberts klammert sich in die Seile, während Kim Chee Jakes Sack mit der Schlange holt, er weist Kamala an einen Big Splash darauf zu zeigen (Sowas haben wir vor 20 Jahren schon in der WWF gesehen) aber Roberts kann den Sack in letzter Sekunde wegziehen. Kim Chee fängt sich den DDT ein, dann holt Roberts die Schlange raus, Kamala flüchtet, der Ringrichter flüchtet, das Publikum tobt. Das Match ist vorbei. Wer hat gewonnen? Man weiß es nicht. Furchtbar. FURCHTBAR und dann auch noch so ein stupides Ende. Das ist schlimmer als das was Vince Russo so abliefert.

Jetzt gibt es als kleine Intermission Szenen aus alten Wrestlingtagen von Georgia Championship Wrestling und Championship Wrestling from Florida. Das ist ganz nett und wesentlich spektakuläreres Wrestling als man bei der Show bislang sah.

Jetzt wird es alt. Bruno Sammartino hält eine Promo im Ring, dann kommt Dorry Funk Jr. dazu und Mike Graham auch noch. Dann kommen J.J. Dillon, Tully Blanchard und David Flair (Also praktisch die Four Horseman ohne Arn Anderson und dem schlechten Sohn von Ric Flair als Ersatz) dazu. Das ist auch unser nächstes Match. 334 Jahre stehen im Ring, wobei Sammartino und Dillon nur die Manager abgeben. Es erinnert an den Film The Wrestler, Wrestler die nicht wissen, wann sie aufhören sollten, bis auf David Flair der ist 27 war nie ein richtiger Wrestler und ich hätte ihn hier auch kaum wieder erkannt. Warum müssen die Rentner halbnackt antreten? Warum ist das in so einer guten Auflösung, warum werde ich mit so einem gruseligen Anblick gequält?
Ein Lockup zu Beginn zwischen Funk und Blanchard die dann durch den Ring tänzeln. Beide starren sich an, noch ein Lockup und ein Side Headlock von Tully. Wobei Funk dann irgendwie seinen Gegner schnell zu einem One-Count einrollen kann. Lockup zum dritten und Funk prügelt einfach auf beide Gegner ein. Zurück im Ring trifft Blanchard nun auf Graham der sich aber schnell einige Schläge, Elbows und einen Snapmare einfängt, dann aber mit Elbows, einem Side Headlock sowie einem Shoulder Block zurück kommt. Die legen da ein ganz schönes Tempo vor. Headlock Takedown und der Headlock wird erstmal durchgezogen wobei Blanchard das Gewicht verlagern und so zwei Pinversuche anbringen kann. Aber Graham kann den Headlock weiter halten. Blanchard kann sich nach einiger Zeit ins Seil retten und wechselt direkt Flair ein. Der fängt sich aber erstmal einige Aktionen ein und wird nach einem Knee-Drop gepinnt, aber er kommt bei zwei raus und Graham zeigt wieder mal einen Headlock. Yay. Dory Funk wird eingewechselt und zeigt….einen Headlock. Das wird jetzt wirklich langweilig. Der Kommentator scheint nebenbei auch besoffen zu sein, er labert darüber das Dory Funk der Meister des „Forearm Uppercut, lot of people call it the European Upper…ah Foreman…ah (kurze Stille) nobody does it better then Dory Funk Jr.“. Ich liebe es, wenn eine Wrestlingshow so schlecht ist, das sogar die Kommentatoren geistig verwirrt dadurch werden. Flair kann sich befreien und nach einigen Tritten wechselt er Blanchard ein. Der zeigt einen Snapmare und einen Sleeperhold. Welcome to Restholdmania. Da Selling nicht groß geschrieben wird, stehen sich beide aber schnell wieder gegenüber und prügeln aufeinander ein, bis Graham wieder eingewechselt wird. Biiiiig Baaaaaaaaaaaaack Boooooody Drop wie Vince McMahon sagen würde folgt und Blanchard rettet sich zu einem Partner, der sich aber direkt auch ein paar Schläge einfängt. Graham setzt den Figure Four Leg Lock an. Aber J.J. Dillon lenkt den Ringrichter ab, wodurch sich Blanchard einen Schuh schnappt und Graham damit KO schlägt. Zum Sieg führt das aber nicht. Auch der Suplex von Blanchard führt nicht zum Erfolg. Nach einem weiteren Suplex (der mit Hilfe der Seile ausgeführt wurde und merkwürdig aussah) liegen beide Wrestler KO rum. Beide Wrestler wechseln ihre Partner ein. Dory Funk räumt auf bis ein Brawl zwischen allen vier entsteht, der absolut chaotisch ist. In all dem chaotischen Gewusel, rollt Funk Flair ein und holt so den Sieg. Das Match fing gut an, verlor sich dann in zu vielen Headlocks und anderen Griffen und endete im totalen Chaos. Nicht schön anzusehen.

Jetzt könnte es ein gutes Match geben: Diamond Dallas Page trifft auf Kanyon. Die beiden hatten ja eine Fehde in der WCW, wo Kanyon DDP imitierte und sich als „Positively Kanyon“ über ihn lustig machte. Kanyon beging im April 2010 leider Selbstmord. Ein toller Wrestler der leider immer unter Wert verkauft wurde. DDP will seinen Einzug durch das Publikum machen, was hier nur über Umwege geht, genauso wie Kanyons Attacke mitten während dem Entrance etwas merkwürdig aussieht (Anstatt Kanyon als erstes in den Ring zu schicken und dann zwischen den Fans hindurchzuschicken, hätte er ja irgendwo zwischen den Zuschauern auf DDP lauern können)
So entsteht erstmal ein Brawl zwischen den Zuschauern, dank wakeliger Kamera sieht man kaum was davon. DDP prügelt auf Kanyon ein, setzt sogar eine Mülltonne ein. Es geht dann zum Ring und nach weiterem Gebrawle auch in selbigen. Dann läutet die Ringglocke, was erstmal verwirrt, soll wohl bedeuten, dass das Match jetzt offiziell beginnt und schon kommt Kanyon mit Schlägen zurück. DDP kontert jeweils mit zwei Clothelines, der Pin geht aber nur bis zwei. DDP wird aber übermütig, will die 10 Schläge in der Ringecke zeigen, fängt sich aber einen LowBlow ein (und grunzt erstmal laut) und dann noch einen Flapjack aufs oberste Ringpolster.  Während der Meister des Diamond Cutters benommen im Ring liegt, grabscht sich Kanyon einen Tisch und will einen Suplex auf diesen zeigen, das gelingt aber nicht. So attackiert er weiter seinen Gegner, sogar sein Shirt wird als Würgehilfsmittel eingesetzt. DDP kann kurz zurückkommen, landet aber schnell wieder in einem Kick. Der Pin führt nur zu einem Two-Count und eine weitere Reihe von Pinversuchen folgt. Snapmare, Second Rope Leg Drop und wieder nur ein Two-Count. Kanyon hat genug vom Pinnen und versucht es mit einem Sleeperhold. Jetzt wird der ultimative Old-School Spot ausgegraben: DDPs Arm wird gehoben und fällt zweimal. Ehrensache, das DDP rauskommt, sich mit Elbows befreien kann und dann eine Aktion zeigt, was auch immer das war, es sah aus wie er Ansatz zu einem eigenen Sleeperhold, ging aber dann in einen Slam über. Wie es das Klischee verlangt, liegen nun beide KO am Boden. Beide kämpfen sich hoch, DDP bringt einige Schläge an und befördert Kanyons Kopf 10x aufs Top Rope. Whip-In, Big Boot und…statt dem Leg Drop gibt es einen Elbow Drop. Aber auch das reicht nicht zum Sieg. Kanyon kann dann urplötzlich einen Russian Leg Sweep zeigen an den er direkt einen Pin anschließt. Dann greift er nach einem Stuhl und will DDP attackieren, stattdessen trifft aber nur das Ringseil, wodurch der Stuhl gegen seinen eigenen Kopf fetzt. Auch diesen Spot hat man schon öfter gesehen, ist aber immer wieder lustig. Der Pin geht nur bis 2, DDP fängt sich nochmal einen Low Blow ein. DDP fliegt aus dem Ring, Kanyon steht auf, verbindet seine Hand mit einem Schlagring und fällt dann theatralisch auf den Ringboden. „He plays Possum“ und wartet auf DDP, der langsam in den Ring zurück klettert, als er Kanyon ergreift, fängt er sich prompt einen Schlag ein, aber das reicht auch noch nicht zum Sieg. Nach einem weiteren Intermezzo geht es auf die Rampe und DDP wirft seinen Gegner von dort aus auf den Tisch der nicht durchbricht, sondern auch noch sehr stabil aussieht (Autsch). DDP zieht ihn in den Ring, will den Diamond Cutter zeigen, fängt sich aber schon wieder einen Tritt zwischen die Beine ein und einen DDT. Reicht es zum Sieg? Nein. Die machen wohl Überstunden heute. Kanyon mit dem Bodyslam, den DDP nun in den Diamond Cutter verwandeln kann und der Sieg.
Das beste Match des Events so lang, auch wenn es doch etwas zu lang war und vor allem so viele vorhersehbare Spots eingebaut wurden.
Danach labert DDP noch ein wenig, die Kommentatoren sind sehr verwirrt darüber, denn DDP fragt Kanyon ob es nun stimmt, ob Kanyon wirklich homosexuell ist oder nicht. Es gab damals die Gerüchte und angeblich wurde Kanyon auch deshalb aus der WWE rausgeworfen. Kanyon bestätigt das ganze hier nochmal.

Six Man Tag-Team Action steht nun auf dem Programm. Angeführt von Jim Cornette kommt der Midnight Express (Dennis Condrey, Bobby Eaton und Stan Lane) zum Ring und sie treffen auf Brad Armstrong, Scott Armstrong und Bob Armstrong, die Bobby Heenan dabei haben. 325 Jahre sind die 6 Wrestler insgesamt alt. Nimmt man noch Heenan und Cornette, der nebenbei der jüngste hier ist dazu kommt man auf 431 Jahre. Welcome to Jurrasic Park.
Los geht’s mit einem furchtbar misslungenen Scoop Slam,  einem Drop Kick und einem Sunset Flip  von Brad Armstrong. Aus einem Side Headlock kann sich aber Condrey befreien und eine Clotheline zeigen. Danach trampelt er zweimal über Bob und wechselt Bobby Eaton ein (Condrey mit schütternem Haar, Bierbauch und Falten ist der „Loverboy“ und Eaton ist längst nicht mehr so „Beautiful“, das steht aber noch auf ihren Hosen). Brad kann ein paar Schläge anbringen und wechselt Scott ein, der einen Drop Kick zeigt und sich dann mit Cornette anlegt. Heenan taucht auch noch dazu auf und so schindet man etwas Zeit bis es im Ring mit Armstrong und Stan Lane und etwas Mattwrestling weiter geht. Nach einem Shoulderblock fliegt Lane aus dem Ring, wandert um diesen und klettert zur anderen Seite rein, während Cornette motzt und meckert. Condrey kommt wieder rein, findet sich in einem Side Headlock von Scott  wieder, der nun Bob einwechselt. Das Match ist sehr behäbig geführt und es wird mehr Zeit Stalling verbracht. Brad prügelt auf alle 3 Gegner ein, dann wird wieder mehr Zeit dem motzenden Cornette verbracht. Brad wieder im Ring, fängt sich einen Tritt ein und in Zeitlupe setzt Condrey einen Snap Suplex an, der zum Two Count führt. Dafür dass es bislang eine mehr als schlechte Veranstaltung war und das Match hier gerade verdammt langweilig ist, ist das Publikum immer noch guter Laune. Unglaublich. Es geht weiter mit Tag-Match Klischees: Die Armstrongs diskutieren mit Ringrichter Earl Hebner, der Midnight Express rollt derweil über Brad hinweg. Brad wird aus dem Ring geworfen, wo Cornette mit seinem Tennisschläger wartet. Autsch. Stan Lane zeigt dann mal wieder einen Wrestlingmove, einen Russian Leg Sweep und feiert darüber gleich mal ab. Ja, das hast du fein gemacht.
Danach sorgt der Express wieder dafür, dass der Ringrichter abgelenkt ist und sie attackieren mit Cornette Brad Armstrong. Zumindest solange bis Bobby Heenan um den Ring geschlichen ist und aus 5 Metern Entfernung Cornette drohend den Finger entgegen streckt. Woraufhin dieser die Flucht ergreift. Condrey und Eaton bearbeiten Brd Armstrong weiter, Leg Trip von Condrey, Eaton wird eingewechselt und zeigt einen Elbow Drop. Während die Kommentatoren darüber reden, wie viel Spaß sie hier haben:  „We should do this every week“ – Bitte nicht. Brad kann nach 2 Versuchen einen Suplex zeigen und der Hot-Tag Spot folgt. Bob kommt rein und räumt erstmal auf. Danach brawlen alle 6 im Ring. Brad setzt einen Sleeperhold bei Stan Lane an, solang bis Cornette in den Ring stürmt und mit dem Tennisschläger zuschlägt, was Brad nicht wirklich sellt sondern nur grunzig aus seiner Maske guckt. Cornette flüchtet, Heenan erschreckt ihn, der sich den Tennisschlager grabscht und zu Bob Armstrong wirft, der trifft damit Lane und so erfolgt der Pin.
Furchtbar. Die meiste Zeit wurde nur blöd rumgestanden, die Kamera hat öfter auf Cornette als auf den Ring geschaltet und Wrestling gab es so gut wie gar keins zu sehen. Schrecklich. Das Publikum macht mir mittlerweile Angst. Jedes andere Wrestlingpublikum würde Müll in den Ring werfen, „This is Bullshit“ chanten oder sonst was machen, aber nicht klatschen und jubeln, als würde man hier eine 5 Sterne Show von Pro Wrestling NOAH sehen.

Gleich ist es überstanden. Der Main Event ist da. Scott Steiner trifft auf Buff Bagwell. Beide labern erstmal irgendwas und Buff hat tatsächlich seine alte nWo Hose an. Let’s do the Time Warp Again, denn das hätte wirklich ein Main Event eines schrottigen PPVs der WCW aus dem Jahr 1999 oder 2000 sein können.
Steiner legt mit Schlägen und Tritten los bis Bagwell einen Drop Kick zeigen kann und mit einem Inverted und einem normalen Atomic Drop nachsetzt. Nach einer Clotheline flüchtet Scott aus dem Ring, Buff folgt ihm und befördert ihn gegen den Ringpfosten und küsst dann das Valet das Scott zum Ring brachte. Zurück im Ring kann Steiner mit einem Tritt und einem Belly to Belly Suplex wieder einige Aktionen anbringen und würgt ihn mit dem Seil. Irgendwie scheint es nun einen Schnitt gegeben zu haben, denn Bagwell kniet nun am Ringboden. Was mag da passiert sein? Raus aus dem Ring geht es, wo sich Buff eine Ohrfeige von der Tussi die er vorher küsste einfing und es geht zurück in dem Ring wo Steiner Tritte, Clothelines und einen Elbow Drop zeigt, ehe es zu einem Sleeperhold geht. Scott lässt den los, was Buff die Chance gibt Scott zu attackieren, der aber schnell wieder mit einer Clotheline kontern kann. Danach gibt es einen Whip und beide treffen sich mit Clothelines. Bagwell legt mit einem Elbow und einer Clotheline (Viele Clothelines schon wieder) nach und zeigt einen Swinging Neckbreaker. Er klettert auf die Ringecke, was ein Fehler ist, denn schon ist Scott da und kann ihn greifen, Bagwell aber kämpft zurück und zeigt einen Facebuster zum Two Count. Buff will wieder auf das Seil, posiert dort aber zu lang und wird von Scotts Valet runter geschubst, was Scott die Chance zu einem Suplex und seinem Steiner Recliner gibt und Buff gibt auf. Ganz nettes Match, das zweitbeste nach DDP-Kanyon sogar.  Schockierend.

Was soll man als Fazit sagen? Wie eingangs erwähnt, sind diese Legends Shows immer recht enttäuschend und 6:05 – The Reunion war keine Ausnahme. Zwei nette Matches, der Rest war furchtbar und man merkte einfach überdeutlich, dass die meisten Wrestler viel zu alt und manche auch seit langer Zeit nicht mehr aktiv waren.

Bewertung
3/10
Letzte Aktualisierung ( 23.11.2010 )
 
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