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WWF SummerSlam 1994 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
02.11.2007

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Wer glaubt, dass ich keine Qualen für meine Leserschaft aufnehme, nur um ihnen interessante Berichte bieten zu können, der irrt sich. Das zeigt sich heute ganz besonders. Der WWF SummerSlam 1994 ist kein so schlechter Event, aber leider hab ich ihn nur als Fernsehaufnahme und das bedeutet, ich muss mir den schrecklich gruseligen Kommentar von Carsten Schaefer geben

Die große Storyline dieser Zeit ging um den Undertaker. Dieser war nach seinem „Tod“ beim Royal Rumble 1994 (als er von 43tausend Heels in den Sarg gezwungen wurde und es dann noch diese lächerliche „seine Seele steigt in den Himmel“ (Eher: Marty Jannetty wird an einem Seil zur Hallendecke gezogen) Szene. Danach war er nicht mehr in der WWF gesehen, aber viele Fans auf der ganzen Welt (Sicher) haben glaubhaft in den Shows und im Magazin versichert den Undertaker gesehen zu haben.
Dann kam der Million Dollar Man an und meinte, dass er den Undertaker habe und auch Paul Bearer präsentierte einen Undertaker. Im Main Event vom SummerSlam treffen beide nun aufeinander.

Nebenbei gab es hier auch den letzten Auftritt von Macho Man Randy Savage. Er verzog sich danach in die WCW und ist seitdem einer der wenigen Wrestler, die gänzlich von der WWE ignoriert werden, es gibt zahlreiche Gerüchte, was damals vielleicht vorgefallen is,t aber niemand weiß so genau warum Randy Savage auf der Liste der Ignorierten steht.

Oh mein Gott, ich merk grad dass es eine neue Kommentierung ist und sogleich wichst sich Schaefer einen drauf ab, dass die WWF die erste Show im damals neuen United Center abhält. Es ist unglaublich, dass dieser Tölpel immer noch kommentieren darf.

Gehen wir zum ersten Match. Die Headshrinkers treffen auf I.R.S. und Bam Bam Bigelow. Ursprünglich sollte es ein Titelmatch werden, aber die Headshrinkers verloren die Titel einen Tag vor dem SummerSlam an Shawn Michaels und Diesel.
Würden wir unser bei Wrestlemania 9 gestartetes Trinkspiel fortsetzen wären das jetzt schon wieder 3 Bier, denn der Million Dollar Man begleitet sein Team natürlich zum Ring.
Die Headshrinkers kommen gleich zu viert, sie haben Captain Lou Albano im Gespäck, wir kennen ihn alle als Super Mario aus der Super Mario Bros. Super Show (Ich wette viele haben diesen Trash verdrängt, aber zum Glück gibt es ja mich.)
Was anderes als einen Brawl muss man hier nicht erwarten, ich würde so weit gehen und sagen, dass Bam Bam Bigelow der technisch versierteste hier ist, was er auch nach knapp 2 Minuten mit einem schönen Enzuigiri beweist. Es ist sogar ein wilder Brawl, wo die beiden Heels von den Samoanern gut vermöbelt werden, aber eben trotzdem nicht so leicht zu schlagen sind. I.R.S. ist tatsächlich nicht mehr als ein Sparringspartner, er kann eigentlich kaum einen Move anbringen. Die Headshrinkers zeigen ihren merkwürdigen Finisher, allerdings lenkt der Million Dollar Man den Ringrichter ab, alle stürmen in den Ring, auch Albano und Afa. Es entsteht eine wilde Prügelei und die Headshrinkers werden disqualifiziert. Ein netter Opener, mehr aber eben nicht, die Samoaner werden dominant dargestellt, ein cleaner Sieg für sie wäre wohl sinnvoller gewesen. 5/10

Da die WWF damals Familienunterhaltung war, hat man sich was ganz tolles ausgedacht: Zur damaligen Zeit war die Nackte Kanone schon tot, macht aber nichts: Man schickte Leslie Nielsen trotzdem als Frank Drebin durch die Halle, um nach dem Undertaker zu suchen. Diese Zwischensequenzen bringen gar nichts, sind nicht lustig und fressen nur Zeit. BUH

Alundra Blayze muss ihren Championtitel gegen Bull Nakano verteidigen. Zur damaligen Zeit wurde Frauenwrestling in der WWF noch einigermaßen ernst genommen und war besser als das, was die meisten Männer abzogen. Das Publikum quittiert das auch mit einer guten Stimmung, obwohl die ständigen USA, USA Rufe natürlich irgendwie lächerlich sind.
Alundra versucht es erstmal mit schnellen Manövern, wird aber recht bald auf den Boden der Tatsachen befördert. Bull Nakano ist einfach schwerer, kräftiger und überzeugt vor allem durch Submissionmoves. Den Boston Crab (mit einem Arm ausgeführt) kann Alundra noch durch die Seile entkommen, der Standing Sharpshooter (Der Reaktion des Publikums nach war das in den USA was völlig neues) ist da schon eine Nummer härter. Am Ende kann sich Alundra dann doch mit viel Glück durchsetzen, als sie einem Top Drop Leg Drop ausweichen kann und Nakano in den German Suplex bringt. Das Ende wirkte etwas zu hektisch und unglaubwürdig, aber es war ein sehr tolles Match insgesamt. 7/10
(Nebenbei gesagt hat Carsten Schaefer scheinbar große Probleme mit der Zeit, einerseits will er so tun, als ob der Event gerade stattfinden würde, andererseits spricht er dann doch zu oft in der Gegenwart, was scheinbar 1998 war. So wirkt es auch komisch, dass er meint dass er hofft Alundra und Bull Nakano im Programm zu sehen zu bekommen).

Die Outsiders treffen nun aufeinander. Diesel ist Intercontinental Champion und setzt diesen gegen Razor Ramon aufs Spiel. Diesel kommt mit dem Heartbreak Kid zum Ring, Razor Ramon mit Footballspieler Walter Payton. Razors Entrancetheme ist wohl immer noch eines der coolsten überhaupt (obwohl es ja nur ein simpler Beat ist) und generell gab es damals noch Entrancethemes, heute wird meist nur billiger Nu Metal oder Hip Hop Müll benutzt, der den Wrestlern keine Persönlichkeit gibt.
Nach einem hektischen Beginn, war es ja klar, dass Shawn Michaels für Unruhe sorgt und nicht nur draußen tatenlos rumsteht. Währenddessen wird die erste richtige Aktion angesetzt: Ein Sleeperhold, den Razor recht gut sellt, dann fliegt er nach draußen. Walter Payton rennt zu Razor, Diesel steht im Ring, der Ringrichter ist abgelenkt, also kann HBK um den Ring wuseln, löst mal hier ein Ringeckenpolster und motzt gegen Payton. Die beiden jagen sich um den Ring, der Ringrichter spielt mal wieder den Spaßverderber und hält Payton zurück, was Michaels für einen Angriff auf Ramon nutzt. Wieder zurück im Ring geht es langsam mit vielen Submissionsmoves weiter. Ein Abdominal Stretch und der Griff ins Seil, ich frag mich ja immer wieso dadurch ein Griff plötzlich 10x schmerzhafter wird. Am Ende gewinnt Razor Ramon aber doch, da Diesel ihnn festhält und Shawn seine Sweet Chin Music zeigt. Ramon duckt sich, Diesel wird getroffen und kippt um. Das Ganze war die Einleitung einer Fehde der beiden, die sich bis in das Jahr 1995 zog, schlussendlich allerdings in einer Reunion endete, wo beide zu Faces wurden. Insgesamt ein unterhaltsames Match, auch wenn es etwas zu lang war, aber Shawn Michaels sorgt durch seine Rumpelstilzchen Art und das Eingreifen für Abwechslung, während Walter Payton eher etwas desinteressiert wirkte. 6,5/10

Tatanka gegen Lex Luger. Die Story hinter dem Ganzen ist, dass Tatanka Lex Luger beschuldigt hat sich an den Million Dollar Man verkauft zu haben (Nein, nicht so, ihr Perverslinge, gemeint ist natürlich dass Lex der Million Dollar Corporation beitrat), was dieser bestritten hat und das Match soll wohl zeigen wer Recht hat…oder so.
Interessanterweise wird Tatanka schwer ausgebuht, während Lex der Publikumsliebling ist, scheinbar haben die Fans schon was gewusst.
Zu Matchbeginn diskutieren die beiden erstmal. Vielleicht ist das sogar besser, als wenn sie versuchen zu wrestlen. Oh Gott, sie fangen doch an zu wrestlen.
In der Zwischenzeit diskutieren die „Kommentatoren“. Carsten ist zehnmal schlimmer als Schlaubi Schlumpf.
Ein paar Headlocks, ein Flying Crossbody, immerhin werden ja Moves gezeigt aber alles ist sehr langweilig und vorhersehbar. Tatanka nervt mit seinem lächerlichen „Kriegstanz“, das ist einfach zu stereotypisch. Nach ein paar Minuten Basic Wrestling kommt dann der Million Dollar Man zum Ring. Lex Luger reagiert sofort darauf, was Tatanka die Chance zu einem Einroller gibt und ihm zum Sieg verhilft. Danach folgt der Heelturn Tatankas, der einfach nur billig ist, weil Tatanka den Heel nicht spielen kann. Gebracht hat ihm das auch nichts, er verschwand schon bald aus der WWF. Das Match war langweilig und der Heelturn unspektakulär. 3/10

Jeff Jarrett trifft auf Mabel. Country gegen Rap. Mabels Manager Oscar ist wohl so ziemlich der beschissenste, schlechteste und dümmste Rapper, also wenn ihr ein gutes Argument gegen diese „Musik“ wollt, zeigt jedem diese „Performance“. Natürlich ist das Publikum voll auf der Seite der Ghettokinder. Mabel ist zum großen Teil dafür verantwortlich, dass die Jahre 1994 und 1995 unerträglich wurden. Miese Matches und ein krampfhafter Main Event Push der zum King of the Ring Sieg führte. Kein Wunder, dass der WWF die Zuschauer wegliefen.
Der Entrance dauert ewig…
Ewig…
Mabel ist ein absoluter Antiwrestler und Jeff Jarrett auch nur Durchschnitt. Das kann ja nichts werden. Was für ein grausames Match. Jeff Jarrett will einen Top Rope Move zeigen und verfehlt Mabel um praktisch einen halben Meter, dabei ist er so fett (und so lila, das ist ein Million Dollar Target), dass dies nicht möglich sein sollte. Schlaubi Schaefer schwärmt derweil davon, dass Men on a Mission (Das Tag-Team Mabels) ja so viel macht und in Ghettos fährt und Kindern Mut macht und blablabla.
Kein Wunder, dass man schnell den MVP ins Publikum schickt bevor das noch komplett einschläft. Am Ende gewinnt Jarrett durch einen Pin nach dem Mabel auf seinen fetten Arsch fiel und nicht mehr hoch kam. Was für ein Clusterfuck von Match. 1/10

Es ist wieder Zeit für eine lächerliche Zwischensequenz mit Leslie Nielsen. Schnell weiter.

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa, endlich ein Match das verspricht richtig genial zu werden. Owen Hart trifft im Käfig auf seinen Bruder Bret Hart. Owen legte ja einen tollen Heelturn hin als kleiner Bruder, der besser ist, aber vom größeren immer unten gehalten wird. Nach Wrestlemania X ist das nun das zweite Aufeinandertreffen der beiden.  Und um den World Championtitel vom Hitman ging es auch noch.
Schlaubi Schaefer philosophiert schon wieder darüber, dass Bret ja der bessere ist weil er mehr Titel hat und mehr Erfahrung und hört gar nicht auf zu schwadronieren, da wäre mir selbst Vince mit seinem ständigen „Awesome Maneuver“ lieber…
Das Match beginnt ein wenig langsam, aber schon mit Aktionen, die in anderen Matches erst am Ende folgen. Ein 10 Punch in der Ringecke und nach einem DDT versucht der Hitman schon über den Käfig zu klettern, wird aber von Owen zurückgezogen und muss dann einen hübschen Enzuigiri einstecken.
Es folgt eine längere Sequenz wo sie abwechselnd Moves zeigen und dann zur Tür springen, um versuchen das Match zu gewinnen. In der Anfangszeit zeigen die beiden eher wenige Moves, beide versuchen eher sofort den Käfig zu verlassen und die machen das sehr spannend. Schon nach 5-6 Minuten hatten beide jeweils 10 gute Möglichkeit und wurden nur im letzten Moment zurückgehalten.
Schlaubi Schaefer lamentiert derweil darüber dass dieser Käfig (der alte blaue Stahlkäfig) ja richtig böse ist weil er viele Tonnen wiegt und unbeweglich ist (witzigerweise sah man, wie sich das Teil sofort verbiegt als sich Owen leicht dagegen drückte) und meckert gegen den anderen Käfigtyp, dass der Maschendrahtzaun ja mehr nach Hühnerkäfig aussieht und dort die Matches immer lächerlich wirken. Ich will ja nichts sagen, aber die WWF ist Ende der 90er auch zum „Hühnerkäfig“ gewechselt.
Das Match ist unglaublich spannend und intensiv. Bret und Owen bearbeiten sich mit schweren Aktionen, so befördert der Hitman seinen Bruder gegen die Käfigwand. Dann krabbelt er in die falsche Ecke und wundert sich das dort keine Tür ist.
Nach einem monströsen Superplex  liegen erstmal beide KO am Boden, wieder versucht Bret durch die Tür zu kommen, wird aber aufgehalten und Owen setzt den Sharpshooter an. Aber Owen ist schon eine arme Sau, denn es ist Brets Finisher und so kann er ihn kontern.
Am Ende gewinnt dann auch der Hitman, beide Wrestler hängen an der Käfigwand und bearbeiten sich, ehe sich Bret einfach fallen lässt und so den Sieg davon trägt.
Ein unglaubliches Match, das vielleicht beste Käfigmatch, dass es in der WWF je gab, mit Sicherheit das WWF Match des Jahres 1994 und ein absolutes Highlight, das mit über 30 Minuten auch schön lang war. 10/10
Am Ende werden dann noch die anderen Harts die am Ring sitzen involviert, weil Owen Hart und Jim Neidhart praktisch gegen alle anderen fehdeten und natürlich ist Owen stinksauer über seine Niederlage.

Im Prinzip hätte das der Main Event sein sollen und es wäre ein bombastischer Abschluss für den SummerSlam gewesen. Aber wir haben da ja noch ein Match und ich glaube selbst wenn dort Kampf Gott gegen Satan stattgefunden hätte, gegen das Käfigmatch stinkt alles ab.
Undertaker gegen Undertaker. Der Fake Undertaker vom Million Dollar Man wird von Brian Lee gespielt. Den richtigen erkennt man an seinem neuen Outfit: Lila statt Grau.
Die Einzüge dauern ewig, Paul Bearer hat sogar noch ein paar Kapuzenheinis (das sollen Druiden sein, warum auch immer) dabei, die einen Sarg raus schieben.
Das ganze Brimborium inklusive leuchtender Urne dauert satte 10 Minuten.
Es ist auch deutlich spannender als das Match, was danach kommt, man merkt es auch am Publikum das tot ist, als sich die beiden Untoten in Slow-Motion rumprügeln. Schlaubi Schaefer lamentiert währenddessen das Cartoons viel brutaler wären als Wrestling und nennt Spion gegen Spion. Irgendwie macht der Kommentar keinen Sinn.
Ein paar Schläge, ein paar Tritte, echte Moves gibt es nicht. Der Faketaker macht den Chokeslam der echte verkauft ihn kaum, dann muss dieser noch den Tombstone einstecken, aber scheinbar wirken die Moves nur wenn sie vom echten Undertaker kommen. Deshalb kontert dieser den zweiten Tombstone, zeigt seinerseits drei und gewinnt.
Der falsche Taker wird in den Sarg gepackt. Stinklangweiliges Match das trotz einer Laufzeit von nur 9 Minuten mindestens dreimal so lang wirkt. Im Anschluss folgte die wohl langweiligste Phase des Takers (neben seiner „Ich bin jetzt Biker und hör Shit Bizkit-Zeit)
1/10

Der WWF SummerSlam 1994 hatte seine Höhen und seine Tiefen. Das Undertaker Match, wie gesagt, war eine Katastrophe, genauso wie Jarrett – Mabel und Tatanka – Luger. Der Rest kann aber überzeugen und das Match Bret gegen Owen Hart ist sowieso ein absolutes Muss.

Letzte Aktualisierung ( 02.11.2007 )
 
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