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Die mittlerweile neunte Wrestlemania fand am 4. April 1993 im Caesar’s Palace in Las Vegas statt, es war die erste Wrestlemania, die unter freiem Himmel stattfand. Für das drum herum gab man sich bei der WWF große Mühe, alles bekam ein römisches Flair verpasst, auch war es das Debüt von Jim Ross, der bis heute Kommentator in der Liga ist.Bis zum ersten Match vergehen erstmal 10 Minuten die für nervige Einzüge von Caesar, Kleopatra, dem Macho Man und Bobby Brain dienen. Man musste wohl was füllen. Nebenbei gesagt ist der Macho Man mit seiner Stimme ein furchtbar nerviger Kommentator, er spricht hier nämlich tatsächlich so aufgesetzt wie in seinen Interviews.
Übrigens eignet sich dieser Event für ein Saufspiel: Für jeden Wrestler/Manager der hier auftritt und der später bei der nWo war, trinkt man ein Bier. Spätestens nach der halben Card liegt man unter dem Tisch.
Das erste Match ist gleich um den Intercontinental Champion Titel. Der Titelträger Shawn Michaels trifft auf Tatanka, der zur damaligen Zeit eine ewig lange Siegesserie hatte die ihm weder einen Titel noch Ruhm einbrachte. Der Heartbreak Kid hatte damals Luna Vachon (Irgendwie muss ich bei der immer an eine Klingonin denken) als Managerin und seine ehemalige Managerin, Sherri Martel, macht sich auch auf dem Weg. Zwischen Luna und Sherri leitete man hier eine Fehde ein. Tatanka startet mit voller Kraft, zeigt viele Armbars, während Michaels das fliegen lernt und sogar den Flair Flip in der Ringecke zeigt. Tatanka dominiert und zerstört den HBK, der irgendwie kaum zum Zug kommt. Die wohl dümmste Aktion als Michaels im Armbar ist und nun ist das kein Move wie die Wrestler verknotet am Boden liegen, sie stehen und der Referee daneben, sieht aber nicht wie Michaels ständig versucht nach Tatankas Haaren zu greifen, es hat was slapstickmäßiges. Dann kann sich Shawn befreien, befördert den Indianer in die Seile, zeigt eine Clothesline – und verletzt sich selbst. Tatanka ist wohl ein Steingolem. Danach wird das Match etwas ausgeglichener, es geht hin und her bis Shawn Michaels rausfliegt. Wieder im Ring wird er von Tatanka mit einem Fallaway Slam zerstört, der Referee springt zum zählen, überlegt es sich aber und läutet einfach mal das Match ab. Alle wundern sich und plötzlich ist Tatanka der Sieger durch Count-Out. Merkwürdiges, abgefucktes Ende das keinen wirklichen Sinn ergibt. War wohl eine Notlösung weil man Tatanka nicht verlieren lassen wollte, aber den Titel sollt er auch nicht kriegen. Insgesamt ein etwas zu langes Match, das durch das Ende eben richtig dumm wirkt. 5/10
In einem Tag-Team Match treffen die Steiner Brothers (Rick & Scott Steiner) nun auf die Headshrinkers (Samu & Fatu). Die Steiner Brothers waren noch recht neu in der WWF, kamen erst im November 1992 aus der WCW. Genauso wie die Headshrinkers die auch von der Konkurrenz kamen. Das Match ist ein langweiliges 08/15 Tag-Team Match wo die Heels einen Gegner bearbeiten, der liegt halbtot im Ring, schafft dann aber eben doch noch den Hot-Tag, was Rick Steiner in den Ring bringt, der aufräumt und natürlich ist auch sofort wieder sein Partner fit und räumt mit auf. An dieser Stelle fangen dann auch die Kommentatoren an zu nerven. Jim Ross findet alles genial und alles toll und Randy Savages Stimme ist unerträglich, was uns wieder an das Saufspiel erinnert. Bis jetzt sind das immerhin schon 2 Bier für den Macho Man und Scott Steiner. Am Ende gewannen die Steiner Brothers als Scott seinen Frankensteiner anbringen kann und damit Samu erfolgreich pinnt. 4/10
Doink gegen Crush steht nun auf dem Programm. Crush war als Brian Adams später in der WCW und auch in der nWo, das gibt zum Glück noch ein Bier. Doink war hier noch der geniale Original Doink, der böse fiese Clown gespielt von Matt Osborne. Leider turnte er ja später zum Face und er wurde ein belangloser Midcarder. Was ich bei Crush immer erstaunlich fand, das die WWF uns Crush als neuen Wrestler aus Hawaii vorstellen wollte, obwohl er mit dem gleichen Namen wenige Jahre zuvor bei Demolition war. Die WWF hält seine Fans manchmal für zu blöd und sein Entrance Theme klingt fast wie das von Sid Justice. Das Match dürfte ein Extremtest für jeden Fernseher sein. Strahlend blauer Himmel, gelbe Kulisse, das Outfit von Crush in Neonfarben (Gelb, Orange und Lila), das Outfit von Doink in Blau, Rot, Gelb, Grün und Weiß. Das übersteht man nicht so einfach. Im Match dominiert Crush sehr schnell, während sich der fiese Clown nur mit fiesen Tricks zu Helfen weiß und darf sich dann austoben, es folgen einige schlecht ausgeführte Top Rope Manöver und ein Pile Driver der nicht wirklich gesessen hat. Das Match ist wirklich schlecht. Crush gewinnt wieder die Oberhand, aber Doink flüchtet unter den Ring, in der Zwischenzeit ging der Ringrichter KO. Crush zieht Doink in den Ring und zeigt seinen lächerlichen Finisher als plötzlich von unter dem Ring ein zweiter Doink auftaucht und Crush mit einem Gipsarm umhaut. Die beiden Doinks spielen furchtbar schlecht ein Spiegelbild, weil sie null Timing füreinander haben und der eine fährt dann den Sieg ein. Unglaublich schlechtes Match mit einem absolut lächerlichen Ende, wo uns die WWF mal wieder für dumm verkaufen will. 1/10
Scott „Razor Ramon“ Hall kommt zum Ring (das gibt noch ein Bier) und er trifft auf Bob Backlund, der in diesem Jahr nach langer Abstinenz sein WWF Comeback gab. Backlund war ja von 1978 bis 1984 mit kleinen Unterbrechungen der World Champion, wurde dann aber in einem skandalösen Match von seinem Titel getrennt, damit die WWF Hulkamania einleiten konnte. Bob Backlund wirkte mit seinem „Ich bin Ringer“ Gimmick wie ein Relikt aus der Steinzeit, ist aber trotzdem der Publikumsliebling, auch wenn Razor schon einige Fans hat. Das Match ist im Prinzip ein reiner Squash für Scott Hall, er zeigt Schläge, Tritte, Bodyslams und macht Backlund gut fertig, ehe er dann doch kontern kann und einige Aktionen anbringt, eine dieser Aktionen, es sollte wohl ein Scoop Slam werden, kontert Ramon aber in einen Inside Cradle und holt sich damit den Sieg. Das Match dauerte keine 4 Minuten und wirkte reichlich unnötig, aufgrund der Kürze aber zum Glück nicht allzu nervend. 3/10
Beim nächsten Match haben wir bei unserem lustigen Trinkspiel den Jackpot. Money Inc. („Million Dollar Man“ Ted DiBiase & I.R.S.) treffen auf die Mega-Maniacs (Hulk Hogan & Brutus Beefcake) und alle 4 waren später in der nWo. Das sind 4 Biere die man für dieses Match braucht. Es geht um den Tag-Team Titel, aus heutiger Sicht weiß man, dass die Mega Maniacs eh nicht gewinnen, weil so ein Tag-Team Titel viel zu bedeutungslos für Hulk Hogan ist. Die Story des ganzen ist, dass Money Inc. Brutus Beefcake brutal zusammenschlugen, was zum Faceturn von Manager Jimmy Hart führte. Hulk Hogan kehrte zur gleichen Zeit in die WWF zurück und es war klar, dass er mit seinem (im realen Leben) dicken Kumpel Beefcake die geldgeilen Bösewichter vertrimmt.Nach dem Steroidskandal ist Hogan merklich abgemagert, verglichen mit den 80ern ist er übertrieben gesagt ein Strich in der Landschaft. Aber Hulkamania is still running wild.Das Match kann man zusammenfassen in dem man sagt, es ist ein typisches 80er Jahre Tag-Team Match mit allen Klischees. Die Bösen werden am Anfang vertrimmt, kommen aber schnell zurück und dann prügeln sie einen der beiden guten platt. Der Million Dollar Man darf seinen Millionen Dollar Dream ansetzen, den Hogan viel zu lasch sellt. Hogan gibt natürlich nicht auf, sondern schafft noch das Hot Tag, so dass Brutus Beefcake den Ring räumen kann. Wer jetzt denkt, dass dieses Match vorbei ist, irrt sich. Der ganze Mist dauert fast 20 Minuten ist deutlich zu lang und das einzig sehenswerte ist wohl ein Top Rop Move von Hogan, da er sonst die Ringpfosten meidet wie der Teufel das Weihwasser. Am Ende geht der Ringrichter kaputt, die Mega-Maniacs räumen auf, pinnen den Feind, Jimmy Hart springt in den Ring und zählt den Pin und alle sind so dumm und meinen das Hogan & Beefcake gewonnen haben. In Wirklichkeit gewannen Money Inc. Durch Disqualifikation. Die Mega-Maniacs aber jubeln als wären sie gerade Champions geworden (Hulk Hogan jubelt ja immer minutenlang auch wenn er verloren hat, er braucht das wohl) und es läuft auch deren Musik. Doofes Ende. 3/10
Zum Glück gab’s vier Bier, denn vor dem Main Event folgen noch zwei richtig fiese Matches. Mr. Perfect (Curt Hennig) trifft auf Lex Luger der hier den Narcissist spielt und als Heel keine Sau wirklich interessiert. Später wird er ja zum All-American Superhero, was ein noch größerer Flop war. Da fällt mir auf, dass beide Wrestler später noch bei der nWo waren. Der Kampf startet recht viel versprechend, die beiden Wrestler tauschen Wrist- und Headlocks aus und das Tempo ist schön angenehm. Leider waren das nur die Anfangsminuten, danach flacht das Tempo wahnsinnig ab und es gibt nur noch ein paar nette Bumps von Curt Hennig zu sehen. Lex Luger war ja noch nie wirklich talentiert, aber was er hier präsentiert ist einfach nur arm und man merkt es zu deutlich an wie Mr. Perfect sich unterfordert fühlt. Wirklich frustrierend ist das Ende. Mr. Perfect zeigt einen tollen Top Rope Drop Kick aber der Kick wird unterbrochen weil Lugers Bein auf dem Seil ist, dann gerät er in einen Backslide und wird so gepinnt obwohl beide Beine sehr deutlich auf dem Seil hängen. Ein dummes Ende (das vierte nun schon) und es ist noch nicht vorbei, denn Luger trifft Hennig mit einem Elbow, wie später erklärt wird hat er da ja eine Stahlplatte drin (was auch wieder so ein Unfug ist) und die beiden Prügeln sich hinter die Arena wo Mr. Perfect von Shawn Michaels attackiert wird was der Beginn einer Fehde ist. 3/10
Der Undertaker hat es jetzt mit Giant Gonzales zu tun. Leider gibt es hier kein Bier. Giant Gonzales wurde beim Rumble eingeführt, fing sofort eine Fehde mit dem Untertaker an und verschwand dann auch wieder in der Bedeutungslosigkeit. Er war und ist wohl einer der schlechtesten Wrestler überhaupt, da er eigentlich gar nichts konnte und aufgrund seiner Größe (2,29, auch wenn die WWF ihn als 2,45m verkauft hat) sowieso limitiert war. Hinzu kam sein lächerliches Outfit, ein Ganzkörperanzug mit aufgemaltem Körper und Fell. Der Undertaker war natürlich der große Publikumsliebling. Irgendwie vermisst man heutzutage Paul Bearer und die Urne, das war ein kultiges Gespann. Wieder ein unglaublich mieses Match. Giant Gonzales sellt die Schläge vom Undertaker als wären wir hier bei einem Bud Spencer & Terence Hill Film. Wirklich grausam und das Match besteht praktisch nur aus Schlägen und Sleeperholds, weil Gonzales nichts anderes kann und der Undertaker Probleme mit dem seiner Körpergröße hat. Am Ende gewann der Taker nachdem er von einem Chloroform getränkten Tuch ohnmächtig wurde (Dummes Ende #43 bei dieser WM) was aber auch bedeutete, dass diese Fehde nicht vorbei war sondern beim Summerslam ein noch grausameres Match folgte. 1/10
Gott sei Dank der Main Event. World Champion Bret „Hitman“ Hart trifft auf Yokozuna. Den Hitman hat es später auch mal zur nWo verschlagen. Yokozuna war noch recht neu in der WWF aber schon damals sehr dominant und als Monsterheel hat er sich den Titleshot verdient, zumal er damals zwar schon dick war, aber sich wenigstens bewegen konnte. Am Ende seiner Karriere um 1998 in der WWF rum wog er nahezu 320 Kilo und war gänzlich unbrauchbar. Der Kampf startet sehr gut und vor allem überraschend schnell. Bret Hart führt den Kampf als Yokozuna mit einem Bein zwischen den Seilen fest hängt, kann dann aber schnell mit einem Shoulderblock seine Offensive starten und plötzlich ist die Luft raus. Bret Hart liegt nach der einen Aktion auf dem Ringboden als hätte man ihn grad abgeschossen und der japanische Samoaner muss erst mal Luft holen und steht dumm rum. Dann folgen langweilige Chokeholds und Bret Hart landet in der Ringecke, kann aber rechtzeitig sein Bein hochziehen in welches Yokozuna rennt. Jetzt darf sich der Hitman austoben und setzt natürlich seinen Sharpshooter an, dummerweise in der Nähe von Mr. Fuji der ihm zeigt wofür man Salz brauchen kann. Bret Hart kippt um und lässt sich pinnen. Muss wohl japanisches Kamikazesalz sein. Yokozuna ist neuer Champion und die Wrestlemania des Schreckens ist vorbei….5/10
…natürlich nicht. Wenn gruselig, dann so richtig, denn schon stolziert der Hulkster zum Ring (da zählen wir einfach noch mal ein Bier weil man es brauchen wird). Er motzt den Ringrichter an, kümmert sich um den Hitman und wird natürlich herausgefordert. Was er natürlich nur sehr widerwillig annimmt, eigentlich hat er ja schon Feierabend. Ein erneuter Salzwurf von Mr. Fuji geht daneben und trifft seinen eigenen Schützling. Der Legdrop folgt und Hogan ist zum fünften Mal Champion was vielleicht die dümmste Entscheidung war die man treffen konnte, denn Hogan hat sich danach für zwei Monate verzogen und kam beim Publikum eh nicht mehr an.
Wrestlemania IX ist grausam, die schlechteste WM neben der 11. und der zweiten. Ein wirklich gutes Match gibt es nicht, lediglich der Opener und das Hitman Match sind ansehbar, der Rest grenzt teilweise schon an Körperverletzung. Kein Wunder das 1993 für die WWF ein absolut verlorenes, bedeutungsloses Jahr ist. Es scheint fast so als hätten plötzlich alle Wrestler ihr Talent (bei einigen das wenige was sie hatten) verloren und die Booker haben wohl auch irgendwelche Drogen genommen. Ich würde mir die WM nicht mal wegen des Trinkspiels (Insgesamt 12 Bier) ansehen, das ist es einfach nicht wert.
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