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Die zehnte Auflage von WrestleMania fand am 20. März 1994 im Madison Square Garden statt. Es war die erste WrestleMania ohne Hulk Hogan und der Start der „New Generation“. Aber nach einem kurzen Intro kommt erstmal die Old Generation in Form von Little Richard, der uns mit America the Beautiful, unterlegt von einem USA Propaganda Video, nervt. WrestleMania X war auch insofern einzigartig, als dass man hier quasi einen Doppel Main-Event zu sehen bekommt, denn den Royal Rumble 1994 gewannen Bret Hart und Lex Luger als sie gleichzeitig (mehr oder weniger) über das Seil flogen. So kam es zu einer Auslosung, wer zuerst auf Yokozuna trifft, der Verlierer muss noch ein anderes Match bestreiten. Gewonnen hat Luger und so trifft Bret Hart zuerst auf Owen, in der Mitte der Show kämpfen Luger und Yokozuna um den Titel und am Ende der Show trifft Bret auf den Gewinner aus diesem Kampf. Natürlich war der Münzwurf auch nur ein Fake, hätte Luger verloren, hätte er gegen Crush antreten müssen und wer will das schon sehen? Zwischen den Kämpfen werden (zu kurze) Rückblicke auf die vorigen 9 Wrestlemanias geboten und Interviews mit einem Bill Clinton Doppelgänger, der so tut als wäre er der echte Präsident. Völliger Blödsinn. Die Bruderfehde der Harts dagegen war nicht nur wegen der Verwandschaft eine heiße Sache sondern auch, weil man hier zwei talentierte Wrestler aufeinanderprallen lies. Die Fehde der beiden begann schon bei der Survivor Series 1993, zwischendrin waren die beiden dann mal wieder ein Team weil sie sich vertragen haben…oder eben nicht. Natürlich stehen die Fans alle brav hinter dem Hitman. Owen tut auch alles um als unsympathischer Heel rüber zukommen. Lockup zu Beginn den Owen für sich gewinnt und schon jubelt er. Was nicht lang anhält, denn Bret setzt schnell nach und die beiden zeigen einige feine Wrestlingsequenzen wo sie sich gegenseitig Moves zuwerfen und diese Kontern. Was anhält bis Owen nach draußen fliegt und bei seiner Rückkehr in den Ring dem Hitman eine Ohrfeige verpasst. Anstatt dass jetzt aber ein wilder Brawl entsteht, geht es weiter mit Chain-Wrestling. Arm Drags, Drop Toe Holds, Takedowns und das Ganze in einer angenehmen Geschwindigkeit. Nach einem erfolglosen Pin von Bret setzt dieser einen längeren Armhold an, dann folgen Clothelines und Owen darf wieder über das Seil fliegen. Bret konzentriert sich sehr stark auf den einen Arm von seinem Bruder. Sehr schön an dem Match ist, dass beide die Fehde weiter spielen. Owen schimpft und meckert, setzt unfaire Aktionen ein und scheint einen unglaublichen Hass zu haben.Owen darf jetzt auch ein bisschen was zeigen. Im Ring folgt ein Camel Clutch, dem der Hitman entfliehen kann, nur um sich sofort einen Belly to Belly Suplex einzufangen und schon wieder in einem Submissionhold zu landen. Owen setzt weiter zu, allerdings kann sein Bruder immer mal wieder kontern, meist in einen erfolglosen Pinversuch, nach welchem Owen weiter macht. Er zeigt sogar den Tombstone Piledriver, der aber scheinbar nur beim Undertaker eine verheerende Wirkung hat. Owen will ein Top Rope Manöver zeigen, aber Bret rollt mal eben zur Seite. Der Hitman hat jetzt wieder die Oberhand. Natürlich folgen seine Five Moves of Doom. Russian Legsweep, Pinversuch, Elbow vom zweiten Seil, Pinversuch…aber dann kann Owen mit einem Enzuigiri das ganze unterbrechen. Wieder folgt eine Wrestlingsequenz, wieder fliegt Owen nach draußen und Bret springt hinterher, trifft aber verletzt sich am Knie. Natürlich nutzt Owen diese Chance und attackiert jetzt nur noch das kaputte Bein mit Tritten und Aktionen wie Dragonscrews, Legdrops und einem Figure Four Leglock. Trotzdem reicht das alles nicht zum Sieg. Bret kann mit einem Enzuigiri kontern, zeigt einen Bulldog und den Piledriver. Zum Sieg reicht es aber noch nicht, genauso wenig wie der Superplex. Sharpshooter werden wieder ausgetauscht und es geht in die Ringecke wo Bret mit einer Victory Roll den Sieg einfahren kann. Aber Owen bleibt praktisch einfach stehen, macht so einen Pin und gewinnt das Match. Wahnsinnig geniales Match, auf jeden Fall eines der 5 besten WWF Matches aller Zeiten. In einem Mixed Tag-Team Match treffen Bam Bam Bigelow und Luna auf Doink und Dink. Bam Bam wurde in der WWF generell falsch eingesetzt und Doink als Face war einfach nur uninteressant. Ein lustiger Clown…als böser Clown war er definitiv unterhaltsamer und Dink war katastrophal nervig und jetzt darf er hier auch noch wrestlen…gut, kleinwüchsige Menschen können das sicher auch, wir sehen es ja an Rey Mysterio, aber das hier kann ja nichts werden.Bam Bam und Doink fangen an und zeigen Basicwrestling mit Armholds, alles recht unspektakulär. Leider darf Bam Bam nicht gegen Dink ran sondern muss Luna einwechseln. Schade. Was jetzt kommt ist lächerliches Comedywrestling. Luna guckt dumm als Dink um sie im Kreis rennt. Das ganze ist so richtig dämlich und schlecht. Machen wir es kurz, am Ende gewinnen Bam Bam Bigelow und Luna Vachon. Die Segmente mit Doink und Bam Bam waren OK, der Rest einfach nicht gut. In einem Falls Count Anywhere Match treffen Macho Man Randy Savage und Crush aufeinander. Dies dürfte das letzte Match des Macho Mans in der WWF sein. Crush ist mittlerweile zum Heel geworden, weil er sich für plötzlich für einen Halbjapaner hält. Die Regeln wurden etwas abgeändert. Nach dem Pinfall muss der gepinnte Wrestler zurück in den Ring, ansonsten hat er verloren. 60 Sekunden hat man dafür Zeit. Die beiden prügeln schon beim Entrance rum. Crush zeigt ein paar harte Aktionen und schon erfolgt der Pin und Macho Man hat 60 Sekunden Zeit um in den Ring zu kommen. Er schafft es nach 58 Sekunden. Das wirkt so unrealistisch. Crush setzt weiter zu, will dann Randy Savage mit Salz bewerfen, was nicht klappt. Der Macho Man zeigt ein paar Schläge und einen Double Axe vom Top Rope. Sein Elbow Drop vom Top Rope. Der Pin erfolgt außerhalb des Rings. Natürlich kommt er zurück. Dann haben die beiden vom Ring die Schnauze voll und prügeln sich Backstage. Hier pinnt der Macho Man Crush und kettet diesen fest. Natürlich führt das zum Sieg. An sich ganz interessant, zumal das Match für damalige WWF-Verhältnisse schon fast Hardcore war, aber vielleicht hätte man dafür andere Wrestler nutzen sollen und es hätte noch etwas unterhaltsamer werden können. Alundra Blayze muss ihren Titel gegen Leilani Kai verteidigen. War das vorige Match zu lang, war das hier schon fast zu kurz. Im Prinzip war es nur ein Squash für Alundra, denn wirklich was entwickeln kann sich in knapp 3 Minuten nicht. Die beiden werfen sich rum, Alundra versucht ein paar Aktionen zu zeigen aber Leilani ist die gänzlich falsche Gegnerin für den schnellen Wrestlingstil. Am Ende gewinnt Alundra mit dem German Suplex. Leider eben viel zu kurz, gerade wenn man bedenkt, das man hier zwei doch recht gut Wrestlerinnen im Ring hat. Aber die WWE hat Frauenwrestling leider noch nie sonderlich ernst genommen. Men on a Mission (Mo und Mabel) treffen auf die Quebecers (Jaques und Pierre). M.O.M. nerven mit ihrem gruseligen Einzug, wo Manager Oscar irgendwas ins Mikro grunzt. Soll wohl Rap oder so was sein, es ist so beschissen und so armselig, dass das Publikum darauf auch noch anspringt. Der Manager der Quebecers ist Johnny Polo. Die WWF hat bei ihm auch alles falsch gemacht, denn nach dem er die WWF verließ wurde er Wrestler und als Raven doch sehr bekannt. Am Anfang ein wilder Brawl und Mo fliegt aus dem Ring, die Kanadier wollen Mabel angreifen aber der kommt mit einer Double Clotheline zurück. Mo ist so ein richtig beschissener Wrestler. Wenigstens zeigen die Quebecers einige schöne Aktionen und arbeiten vor allem auch wirklich als Team zusammen. Sie schaffen es sogar einen Double Suplex an Mabel anzubringen und dem seine 250 Kilo hochzustemmen ist wahrlich schwer. Das Match ist aber trotzdem sehr langweilig, am Ende gewinnen Men on a Mission durch Countout, aber wenigstens bleiben die Titel bei den Quebecers. Men on a Mission konnten noch nie was und die Quebecers waren auch nicht gerade genial, so war dieses Match alles, nur nicht gut. Lex Luger darf jetzt gegen Yokozuna ran. Mr. Perfect ist hier der Gastringrichter. Lex legt gleich los mit Schlägen und befördert Yoko nach draußen (Unglaublich, dass der zwischen den Seilen durchpasst) und prügelt diesen rund um den Ring und befördert seinen Kopf gegen die Ringtreppen. Rein in den Ring. Pinversuch, Yoko ist so dick, er bekommt nicht seine Schulter von der Matte, trotzdem nur 2. Jetzt darf der Rotschwarze Ballon angreifen, natürlich in Ultra Slow-Motion. Yokozuna setzt einen ewig langen Nervhold an, der tatsächlich nervt. 10 Minuten später geht es dann mit dem Match weiter und Lex geht in die Offensive, die 10 Minuten in Spocks Würgegriff haben wohl keinen Schaden angerichtet. Luger zeigt die Basic Offensive mit Clothelines und dem Bodyslam. Sein Elbow trifft und Yoko liegt tot im Ring. Dieser wird von Mr. Fuji und Jim Cornette geentert welche aber von Lex verprügelt werden. Jetzt liegen die auch tot im Ring. Lex covert Yokozuna aber Mr. Perfect steht nur dumm guckend da. Lex geht Mr. Perfect an, der guckt blöd und lässt dann das Match abläuten. Lex guckt dumm, Mr. Perfect geht nach Hause und Yokozuna gewinnt durch Disqualifikation. Das Publikum ruft laut Bullshit und das fasst dieses Match auch gut zusammen. Earthquake trifft auf Adam Bomb. Beide kommen zum Ring, starten das Match und schon ist es wieder aus. Earthquake gewinnt nach knapp 30 Sekunden mit seinem Finisher. Das hätte man sich wirklich sparen können. Das legendäre Leitermatch folgt nun. Die WWF wollte uns das ja als ihr erstes Leitermatch überhaupt verkaufen was natürlich Unsinn war. Shawn Michaels und Bret Hart hatten schon 1992 ein paar Leitermatches bei House Shows. Der Heartbreak Kid ist bei diesem Match natürlich dabei. Sein Gegner ist der Bad Guy Razor Ramon und es geht um den Intercontinental Titel. Der HBK konnte ihn wegen Verletzungen nicht verteidigen und so wurde er ihm aberkannt, aber er wollte ihn nicht abgeben so kam es dazu, das es zwei IC Titel gab und nun sollte der wahre Champion ausgefochten werden. Das Match beginnt erstmal recht langsam und wird durch Eingriffe von HBKs Leibwächter Diese unterbrochen, eher der Ringrichter diesen aus der Halle verbannt. Dann beginnt der Kampf so richtig und es war damals wohl zumindest in der WWF schon recht revolutionär. Es gibt viele Highflying Manöver die recht spektakulär wirken. Shawn Michaels war ja schon bei den Rockers für den schnellen Stil bekannt und zeigt den hier noch mal sehr eindrucksvoll. Ramon geht den Stil überraschend stark mit. Natürlich wirkt es aus heutiger Sicht ein wenig antiquiert wenn ein Wrestler mit einem Splash von der Leiter springt und der Kommentator tut so als wär das jetzt unglaublich riskant (Verglichen mit dem, was man vor allem im UV Bereich sieht) aber das Match ist so einfach unterhaltsam gewesen und nahezu perfekt. Die beiden lieferten sich einen sehr ausgeglichenen Kampf bis Shawn Michaels in den Seilen hängen bleibt und Ramon die Chance nutzt und sich die Titel greift. Nahezu perfekt weil die Leiter ultrabillig war, sich sehr schnell verbogen hat und beide Wrestler damit große Probleme hatten was Match mitunter ein wenig abbremste und zu einigen misslungenen Aktionen führte. Trotzdem ist dieses Match einer der ganz großen Klassiker in der WWF Geschichte und jeder der sich auch nur minimal für Wrestling interessiert, muss dieses Match gesehen haben. Im Finale also Yokozuna gegen Bret Hart um den Titel. Die Frage war natürlich ob Bret Hart mit seiner Verletzung aus dem Eröffnungskampf überhaupt eine Chance hat. Wie wir aber natürlich wissen, war es damals das ungeschriebene Gesetz, dass der Face den Main Event der Wrestlemania gewinnt und mal ehrlich, hat irgendjemand jemals daran gezweifelt das Bret Hart Champion wird? Die Entscheidung war schon fragwürdig. Yokozuna als Monsterheel Champion wäre vielleicht besser gewesen, Lex Luger als Champion hätte Sinn gemacht, da man ihn stark gepushed hat. Bret Hart dagegen wirkte irgendwie abgenutzt…warum nicht Owen Hart als überraschenden Champion bringen? Vor dem Match wurde noch Roddy Piper als Ringrichter vorgestellt und los ging die Qual. Ein gutes Match war das nicht. Yokozuna immer noch so unbeweglich wie in dem Match zuvor gegen Lex Luger und Bret Hart hatte seine liebe Not überhaupt ein paar anständiges Moves gegen diesen unbeweglichen Klotz zu zeigen, da er ja auch nicht gerade der stärkste Wrestler ist. Mit über 10 Minuten war das Match auch viel zu lang, weil einfach kaum was passiert ist, außer das Bret Hart seine 5 Moves of Doom zeigte und gewann. Sehr enttäuschend. Wrestlemania X lebte im Prinzip von zwei sehr genialen Matches, der Rest war durchschnittlich bis überflüssig. Man kann sich die Show zwar gut an einem Stück ansehen, aber man verpasst so gut wie gar nichts, wenn man sich nur auf die Matches Bret Hart – Owen Hart und Shawn Michaels – Razor Ramon beschränkt.
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